Hallenbad, Wohnhäuser und Museumsanbau

Ausschuss stellt für drei Bauprojekte die Weichen

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Ein Teil des Baugeländes am Syker Hallenbad

Syke - Von Detlef Voges. Hallenbadausbau, Wohnen am Hallenbad, Museumsanbau für den Goldschatz – der Ausschuss für Bauen und Umwelt stellte jetzt mit den Ortsräten Steimke und Syke planungsrechtlich für alle drei Projekte die Weichen. Die einhellige Empfehlung am Donnerstagabend für den Stadtrat folgte den Erwartungen.

Weniger erwartungsgemäß war ein Statement von Amtsleiter Hein Sievers, der sich öffentlich dagegen verwahrte, die Stadt bevorzuge eigene Vorhaben, und stelle die privater Investoren hintenan.

Wie zu hören, liefen bei Bürgermeisterin Suse Laue im Vorfeld die Telefone heiß. Anfragen soll es von Investoren und Politikern gegeben haben. Die Kritik gipfelte in der Tagesordnung der Ausschuss-Sitzung, auf der nur die beiden Projekte Bad und Museum standen. Vermisst wurden Bauvorhaben wie Edeka Barrien, Lerchenfeld II, Moorheide und Hohe Bergstraße. „Für diese Vorhaben sind nicht alle Arbeiten erledigt“, sagte Sievers und erläuterte die Hintergründe.

Bei dem Edeka-Projekt habe die Stadt mit dem Investor den Durchführungsvertrag erörtert. Nun warte die Stadt auf einen notariellen Termin.

Unterschiedliche Auffassungen habe es bei Lerchenfeld II zwischen Stadt und Investor gegeben. „Wir warten nun auf die letzten Änderungen“, so der Amtsleiter.

Die Entwässerung ist ein Problem in der Hohen Bergstraße

Unklar ist das Projekt Moorheide wegen der Altlasten (Müll) im Boden. Laut Investor könne die Stadt 65 Prozent an Fördermitteln einwerben. So einfach sei das aber nicht, betonte Sievers, der nicht ausschließt, dass man die Akte Moorheide wegen der Altlasten sogar ganz schließen müsse.

Ein Problem in der Hohen Bergstraße ist die Entwässerung. Dabei könnte das Niederschlagswasser auch über ein Regenrückhaltebecken geregelt werden.

Dem Aufgalopp durch den Amtsleiter folgte eine sachliche Debatte über die Aufstellung eines B-Planes „Hallenbadareal“. Stadtplaner Wolfram Schneider betonte die Wichtigkeit von Badrenovierung und Wohnen. Dabei könne man die großzügig bemessene Gemeinbedarfsfläche Bad durchaus noch reduzieren für Wohnbebauung.

Das gesamte Areal umfasst 84.000 Quadratmeter. Geplant sind Einzel- und Mehrfamilienhäuser auf Grundstücken zwischen 500 und 700 Quadratmetern. Mit dem Verkauf der Grundstücke und Häuser will die Stadt, die auch als Investor auftritt, die Renovierung des Hallenbades gegenfinanzieren.

Politiker haben Bedenken wegen der Rolle, die die Stadt einnimmt

Bedenken äußerte die Politik über die Rolle des Investors und Vermarkters Stadt. Wilken Hartje (CDU) und Florian Kastner (FWG) sprachen von einem anspruchsvollen topografischen Gelände. „Ich habe Bauchschmerzen, wenn wir das selbst machen“, so Kastner. „Das kann die Stadt sehr wohl“, betonte Sievers und verwies darauf, dass sie sich Fachhilfe hole, etwa zu Fragen von Erschließung, Klima und Umwelt.

„Wenn wir es nicht selbst machen, dann müssen wir das Projekt über ein Ausschreibungsverfahren für den Markt öffnen“, deutete Sievers die Alternative an.

Ratsfrau Jutta Filikowski (Grüne) sowie die Ortsratsmitglieder Peer Schmidt und Ralf Borchers betonten den Erhalt von Grünzonen, den Klimaschutz und mögliche Aufforstungen. „Dann bliebe nicht mehr viel zum Entwickeln, wir brauchen aber Wohnraum“, so Hartje.

Die Diskussion war Reinhard Hansemann (FDP) zu pessimistisch. Er sprach von einem tollen Baugebiet, über das man sicherlich noch oft sprechen werde. In die Beratungen fließt auch ein Antrag der FWG ein. Die Gruppe fordert eine intensive Debatte über den Investor Stadt.

Ausschuss und Ortsräte empfahlen dem Stadtrat den B-Plan „Hallendbadareal einstimmig.

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