Mittagsverpflegung und Betreuungsangebot Themen im Schulausschuss

„Das kann sich niemand leisten!“

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Mensa der Grundschule Lindhof

Syke - Von Robin Grulke. Einmal mehr stand die Grundschule am Lindhof im Mittelpunkt des Schulausschusses. Am Mittwoch ging es vorwiegend darum, wie das Betreuungsangebot am Ende der Sommerferien und die Mittagsverpflegung künftig gestaltet werden.

Während an dem festgelegten Betrag pro Essen und Kind vorerst nicht zu rütteln ist, schlug der Ausschuss vor, die Kinder auch in den letzten drei Wochen der Sommerferien zu betreuen. Die Kosten sollen die Eltern tragen.

Toschlag-Argument: „Kein Geld“

Streitpunkt Mittagsverpflegung: Das Angebot ist in dieser Art und Weise einmalig in Syke. In der Grundschule am Lindhof bekommen die Kinder täglich ein Mittagessen, zubereitet von geschultem Personal aus frischen Zutaten. 3,95 Euro zahlen Eltern pro Kind dafür.

Sind die Eltern dazu nicht in der Lage und beantragen keine Förderung (dann müssten sie noch einen Euro zahlen), bekommen die Kinder kein Mittagessen. „Wir halten das für diskriminierend“, sagte André Fieseler (Linke). Seine Partei hatte gemeinsam mit der Grünen einen Antrag gestellt, wonach die Zahlungsunfähigkeit der Erziehungsberechtigten nicht die Schüler vom gemeinsamen Mittagessen ausschließen sollte. Heißt: Die Stadt käme für die auf, die sich das Essen nicht leisten können oder selbiges vorgeben.

Die Antwort kam sogleich von Ralf Eggers (CDU), der befürchtet, ein solches Angebot könne man ausnutzen: „Jeder, der die Möglichkeit hat, wird sich davor drücken.“ Wie so oft ging mit dem Totschlag-Argument „kein Geld“ die ambitionierte Meinung der Linken unter. Die Mittagsverpflegung wird nach Empfehlung des Ausschusses bis auf Weiteres so angeboten wie bisher geplant.

Eltern beklagen vorgeschlagenen Kompromiss-: schlechtes Angebot

Das andere große Thema war die Ferienbetreuung. Der Schulelternrat hatte im Sinn, zum bestehenden Angebot auch eine Betreuung in den letzten drei Wochen der Sommerferien zu etablieren.

Das wäre nicht gerade günstig. Pro Kind und Tag würden zwischen 26 (bei 20 angemeldeten Kindern) und 52 Euro (bei 10 Kindern) anfallen – zu viel, als dass die Stadt aushelfen würde. Zumal es in den ersten drei Wochen der Ferien bereits eine solche Betreuung gibt. Der „Extrawurst“ der Elternvertretung, auch die letzten drei Wochen das Angebot kostengünstig nutzen zu können, wollte der Schulausschuss nicht nachgehen.

Er hält den Eltern der Lindhof-Schüler aber einen schwer verdaulichen Kompromiss hin: Werden mindestens zehn Kinder für die Betreuung angemeldet, besteht Hoffnung für das Angebot. Dann aber zahlen die Eltern die hohen Kosten. „Das kann sich niemand leisten!“, so der Rücklaut der Eltern.

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