Vier Vorträge im Landkreis

Kampf gegen die Altersarmut

Die Organisatoren der Vortragsreihe „Armut in einem reichen Land?!“ (v.l.): Karin Brockhorst,Matthias Müller, Marlis Winkler und Ortwin Stieglitz- Foto: Wächter

Landkreis - Cornelia Rundt, Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung kommt nach Syke. Am Mittwoch, 4. Mai, referiert sie zum Thema: Finanzschwache Familien = Kinder ohne Chancen? Es ist eine von vier Veranstaltungen, die unter der Überschrift steht „Armut in einem reichen Land?!“

Organisiert haben die Reihe der Caritasverband für die Landkreise Diepholz und Nienburg links der Weser, die Diakonie Syke-Hoya und die beiden Kreisverbände vom Gewerkschaftsbund (DGB) und Sozialverband (SoVD). Nach den Vorträgen sind Diskussionen geplant. Alle Termine finden Sie im Infokasten.

„Letztes Jahr hatte man den Eindruck, dass die Millarden keine Rolle spielen – siehe Griechenland“, sagte Ortwin Stieglitz. Der Sulinger gehört zum Kreisvorstand des SoVD. Dem gegenüber stehen Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind. Heißt: Sie haben zu wenig Geld zum Leben. Besonders betroffen sind Rentner, Alleinerziehende, Arbeitslose sowie Kinder und Jugendliche. „Jedes siebte Kind in Niedersachsen ist Armutsgefährdet“, ergänzte Marlis Winkler von der Diakonie. Vor diesem Hintergrund haben die vier Organisationen die Veranstaltungsreihe organisiert. Jeder beleuchtet das Thema aus einem anderen Blickwinkel.

Den Auftakt macht Monsignore Peter Kossen. „Er ist als Kämpfer für die Armen bekannt“, so Karin Bockhorst. Sie ist Geschäftsführerin bei der Caritas. Kossen hatte sich gegen Werkverträge eingesetzt. „Kirche zeigt mit ihm mal Gesicht“, so Bockhorst. Nach dem Vortrag kommen noch Vertreter der Tafel, Schuldnerberatung und Dechant Arnold Kuiter zu Wort.

„Die Bekämpfung der Kinder- und Jugendarmut ist aus meiner Sicht mit den bestehenden Bildungs- und Teilhabepaket nicht möglich“, sagt Cornelia Rundt im Vorwort zum Sozialbericht 2015. Über Hintergründe, Zahlen und Möglichkeiten, das Problem zu lösen, wird die Ministerin informieren. „Trotz der begrenzten Länge von 90 Minuten wollen wir ins Gespräch kommen“, verspricht Marlis Winkler. Weitere Diskussionsteilnehmer sind: Berufsschulpastorin Johanna Schröder, Superintendent Klaus Priesmeier, Kirchenkreissozialarbeiterin Katrin Moser und Schuldnerberater Stefan Gövert. Sie alle berichten über ihre Projektarbeiten.

Der DGB organisiert den dritten Abend. Lars Niggemeyer ist Abteilungsleiter beim DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt. Laut dem Flyer spricht der Experte zu: Was muss passieren und welche Lösungansätze gibt es zur Bekämpfung der Armut in diesem reichen Land? Einen Punkt sprach DGB-Kreisvorsitzender Matthias Müller an: „Eine gute Beschäftigungssituation heißt noch lange nicht, dass es auch eine gute Einkommenssituation ist.“ Viele Arbeitnehmer haben ein geringes Einkommensniveau. Laut seiner Aussage haben sie kaum eine Chance, Geld in ihre Altersvorsorgen zu investieren.

Der vierte Vortrag geht der Frage nach: Ist Altersarmut in einem reichen Land möglich oder ist es nur Gerede? Meike Janßen beschreibt die Gründe für Altersarmut. Sie ist Abteilungsleiterin für Sozialpolitik beim SoVD Landesverband. Zur Podiumsdiskussion kommen auch Vertreter der vier Veranstalter.

Im Anschluss an die Vortragsreihe treffen sich die Macher, um ein Resümee zu ziehen. Mit diesen Erkenntnissen wollen sie dann die Landes- und Bundespoltiker konfrontieren.

Termine

Donnerstag, 14. April: „Armut in einem reichen Land?“; 19 Uhr, St.-Anna-Kirche Twistringen

Mittwoch, 4. Mai: „Finanzschwache Familie = Kinder ohne Chancen?“; 17.30 Uhr, Ratssaal, Syke.

Dienstag, 24. Mai: „Armut in Deutschland – Ursachen, Hintergründe, Lösungsansätze“; 18.30 Uhr, Hotel Rosshop, Barnstorf

Donnerstag, 9. Juni: „Ist Altersarmut in einem reichen Land möglich oder ist es nur ein Gerde?“; 18 Uhr, Gasthaus Hartje-Melloh, Varrel.

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