Rainer Rogge zeigt Naturfotos aus den Polarregionen

Der aus der Kälte kam

Rainer Rogge mit Ehefrau Elke und Enkelin Mia. Foto: Michael Walter

Syke - Von Michael Walter. Man sieht ihm geradezu an, wie sehr er es genießt: Wohlig wälzt sich der Eisbär im Schnee und schubbert sich den Rücken. Wie verspielt wirft er die Hinterläufe in die Luft. Und er scheint dabei regelrecht in die Kamera zu lachen.

Eines von knapp 30 Motiven, die der Syker Naturfotograf Rainer Rogge ab heute im Café Alte Posthalterei und im Spieker nebenan zeigt. Alles Bilder, die auf seinen Reisen durch die Arktis und Antarktis entstanden sind.

Es ist nicht die erste Ausstellung, die der 61-Jährige in Syke hat. Aber das kommt nicht gerade häufig vor. Denn seine Fotografien sind auch anderswo gefragt. Blumenthal, Kühlungsborn, Warnemünde – bis 2021 ist Rogge schon verplant. Und wenn er nicht ausstellt, ist er mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Reisen. Auf der Suche nach neuen Motiven.

„Rainer hat einfach ein Händchen fürs Fotografieren“, sagt seine Frau Elke. „Er spürt, wo als Nächstes was passiert. Er steht garantiert da, wo der Wal auftaucht. Oder er reißt die Kamera hoch und hat sofort das richtige Bild.“

Der Eisbär beim Rückenschubbern ist so eine Momentaufnahme. Erst recht der aufgetauchte Buckelwal: Rogge hat just den Moment eingefangen, an dem der Wal Luft geschnappt hat und wieder abtauchen will. Der Dunst vom Ausblasen liegt noch in der Luft und das Licht bricht sich darin in einem kleinen Regenbogen. „So ein Bild kriegst du einmal im Leben“, sagt Rogge.

Erst vor drei Wochen ist Rogge von seiner letzten Reise zurückgekommen. Aus der Antarktis. Im Januar geht es wieder dorthin. Dann steht eine Halbumrundung auf dem Plan. Ausgehend von Südamerika mit vielen Anlandungen und mit Zielpunkt in Neuseeland. Und die nächste Tour in die nördliche Polarregion ist auch schon im Sack: neun Tage mit dem Schneemobil durch Spitzbergen. „Das wird bestimmt grandios“, freut Rogge sich schon. Am Nordpol ist er auch schon gewesen. An Bord eines atomgetriebenen russischen Eisbrechers.

Eigentlich hatte er nur Ruhe und Abgeschiedenheit gesucht, als er seine erste Polarreise antrat. „Ich bin beruflich viel gereist“, erzählt Rogge. Bandstraßen für die Automobilbranche hat er gebaut, bei Thyssen-Krupp in Bremen. Großstädte und Menschenmassen in aller Welt prägten seinen Alltag. Er suchte den Kontrast. Und war angefixt.

„Wen dieses Virus gepackt hat, den lässt es nicht mehr los“, sagt er. „Das Eis. Die Stille. Die Kälte und das Licht. Die weitgehende Unberührtheit der Natur. Und das gar nicht mal so weit weg. Von Hamburg fliegt man mit SAS in nur vier Stunden bis Spitzbergen. Aber die meisten Menschen kennen das noch nicht mal. Und bei Franz-Josef-Land denken die meisten, das wär in Österreich.“

Zum Fotografieren ist Rainer Rogge eher beiläufig gekommen. „Früher hab ich Aquarelle gemalt“, erzählt er. „Auch ausgestellt, und auch durchaus erfolgreich.“ Auf einer seiner Polarreisen lernte er NDR-Fernsehkoch Rainer Sass kennen. Beide Rainers freundeten sich ein bisschen an, und dabei bekam Sass ein paar von Rogges Fotos zu Gesicht. „Damit musst du was machen“, hatte Sass zu ihm gesagt. „Die musst du zeigen.“ Fanden andere offensichtlich auch. Jedenfalls hatte Rainer Rogge kurz danach seine erste Fotoausstellung.

Ein Bild von einem Pinguin hatte damals eine Schlüsselrolle gespielt. Das Tier rutscht auf dem Bauch durch den Schnee. Das Besondere ist das Spiel von Licht und Kontrast. Die weißen Bauchfedern verschmelzen geradezu mit dem Schnee, und nur wer ganz nah an das Foto herangeht, kann erkennen, wo der Pinguin aufhört und der Schnee anfängt. „Das Foto ist mein Markenzeichen geworden“, sagt Rogge. „Das nehme ich zu jeder Ausstellung mit.“ In Syke ist es zusammen mit den anderen Fotografien von heute an bis zum 16. Juni während der Café-Öffnungszeiten zu sehen.

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