50 Jahre Kegelsport: Im Jahr 1969 wurde der erste Syker Club gegründet

Die Jungs, die nicht blau sein durften

Zu den 90 Kegelclubs, die die Kegelbahn im Spreekenhoff nutzen, gehören auch „Die fröhlichen Holzaugen“ aus Bremen, die dort alle vier Wochen kegeln. Fotos: bt

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Vor 50 Jahren gab es in Ristedt noch das Ristedter Landhaus oberhalb des damaligen Sportplatzes nahe dem Schullandheim. Dort gründeten im Sommer 1969 Siegfried Leder, Johann Schweers, Herbert Gerling, Heinrich Hüneke, Heinrich Schweers, Hans-Jürgen Jahns und Hans-Hermann Röpke den Kegelclub „Blaue Jungs vom Hachestrand“. Sie waren Hobbykegler, erwiesen sich aber als so stark, dass sie beschlossen, am Sportkegeln teilzunehmen. Mit dem Vereinsnamen „Blaue Jungs“ wurde ihnen das nicht gestattet. Das klang nach Alkohol – und sei bei der Gründung sogar so gemeint gewesen, gaben sie später schmunzelnd zu.

Sie gründeten sich als „ordentlicher“ Verein mit dem Namen Kegelsportclub (KSC) Barrien neu und nahmen ab 1975 an den Punktspielrunden des Kegelsportverbandes Delmenhorst teil – mit Erfolg. 1978 stieg das Team in die Kreisliga auf und wurde Syker Stadtmeister. Im gleichen Jahr wurden eine dritte Herrenmannschaft und ein Damenteam für den Punktspielbetrieb gemeldet.

Die Damen nannten sich „Pudelnixen“ und wollten ebenfalls an den Punktspielen teilnehmen. Dafür legten sie ihren „Mädchennamen“ ab und schlossen sich dem KSC an. Trainiert wurde auch im Steimker Hof, doch als 1980 im Gasthaus Untenberger in Barrien ein Keglerheim entstanden war, konnten sie auch „Heimspiele“ austragen und 1981 sogar eine Jugendgruppe gründen, der sich schon im gleichen Jahr 25 Jugendliche anschlossen.

Trainiert wurden sie von Vereinsjugendleiter Werner Göldner und Dieter Granda und waren sehr erfolgreich. 1983 qualifizierte sich Anja Granda als Bezirksmeisterin für die Landesmeisterschaften in Hameln und verpasste nur knapp die Quali für die Deutschen Meisterschaften.

Die erste Herrenmannschaft erreichte 1985 den Aufstieg in die Landesliga, doch der Erfolg blieb der letzte für den KSC, denn in dieser Liga mussten sechs statt wie in unteren Klassen fünf Spieler gemeldet werden. Daher fusionierte der KSC mit dem KSV Kirchweyhe und spielte drei Spielzeiten hindurch erfolgreich in der Landesliga. Dann trennten sich die Wege wieder. Ab 1990 kegelten die „Blauen Jungs“ wieder in der Kreisklasse und durften hier sogar unter ihrem alten, anrüchigen Namen antreten.

50 Jahre nach der Gründung der „Blauen Jungs“ ist der Kegelsport in der Region wieder zu einer Randsportart geworden. Einst zählte der Kegelsportverband Delmenhorst, dem auch die hiesigen Sportkegelclubs angehörten, rund 900 Mitglieder. Inzwischen sind es noch 125, zu denen auch die 13 Mitglieder des KSV Syke gehören. „Wir sind ein Fels in der Brandung“, sagt Udo Mager vom KSV Syke. Sein Verein ist der einzige im Keglerverband, der noch keine Startgemeinschaft mit anderen Clubs gebildet hat und in der 2. Bezirksliga antritt. Er gehört auch zu den Syker Kegler-Urgesteinen und kann sich noch gut an die Anfangsjahre erinnern, als in den 70er-Jahren bis zu 460 Aktive zu den Syker Stadtmeisterschaften antraten.

Wegen der hohen Teilnehmerzahlen wurde der Wettbewerb auf verschiedenen Bahnen ausgetragen. Damals gab es noch in jeder größeren Gaststätte im Bereich Syke Kegelbahnen: Im Deutschen Haus an der Hauptstraße, im Schützenhaus an der Herrlichkeit, in der Schönen Aussicht in Leerßen, Zur Westermark, bei „Pütten“ Brüning und bei Niebuhr in Heiligenfelde, im Steimker Hof, im Gasthaus Untenberger in Barrien sowie im Spreekenhoff in Gessel.

Der Spreekenhoff ist das einzige Gasthaus, in dem die Kegelbahn noch in Betrieb ist. Diese 1976 gebaute Bahn ist noch immer voll belegt. „Ich führe sogar eine Warteliste“, berichtet Gastwirt Cornel Meruta. Das ernsthafte Sportkegeln ist nur im Hotel Kirchweyher Hof möglich, wo auch die Syker Sportkegler trainieren und ihre Pflichtspiele austragen. Wie Hilke Bölling berichtet, wird diese Bahn alle zwei Monate frisch poliert. Es ist eine Bohlenbahn, auf der die Kegler bei Wettkämpfen links und rechts „ansetzen“ müssen. Sie ist mit der Auslastung ihrer Bahnen sehr zufrieden.

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