Jugend brilliert

Musiktalente im Vorwerk mit „Novissima“-Förderpreis ausgezeichnet

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Die hoch veranlagten Nachwuchsmusiker stellen sich vor ihrem Konzert mit Vorwerk-Leiterin Nicole Giese-Kroner (l.), Heinz Brinkmann von der Sparkassenstiftung (3.v.l.) und Kreismusikschul-Leiter Uwe Wegert (3.v.r.) dem Fotografen.

Syke - Von Marc Lentvogt. Die Klänge sind schon wieder verhallt, Nicole Giese-Kroner, künstlerische Leiterin des Syker Vorwerks, ist aber noch ganz beschwingt. „Die Inbrunst, die Begeisterung, mit der sie vorgetragen haben, war großartig.“ Sie, das sind in diesem Jahr gleich sieben „Novissima“-Preisträger. Bei der Preisverleihung am Sonntag begeisterten die jungen Künstler ein etwa 40-köpfiges Publikum.

Voraussetzung für den Erhalt des Förderpreises „Novissima“ ist das Engagement für die zeitgenössische Musik im Wettbewerb Jugend musiziert. „Beim Landeswettbewerb ist es egal, was gespielt wird. Bei uns geht es um die Förderung der zeitgenössischen Musik. Wenn die Teilnehmer es wagen, ein entsprechendes Stück zu spielen, wollen wir das auszeichnen“, erklärt Nicole Giese-Kroner, warum Vorwerk und die Stiftung der Sparkasse Syke erneut Künstler auszeichnen, die bereits beim niedersächsischen Landeswettbewerb für Aufsehen gesorgt hatten.

Statt der üblichen drei Preise hat das Vorwerk „aufgrund der beeindruckenden Qualität der jungen Interpreten“ und, weil die Verleihung im vergangenen Jahr ausfiel, entschieden 2018 vier Preise zu verleihen – der erste, dotiert mit 500 Euro, wurde gleich zwei Duos zugesprochen. Gemeinsam mit Uwe Wegert, Leiter der Kreismusikschule des Landkreises, konnte sich Giese-Kroner beim Konzert nicht nur von der Qualität, sondern auch „der Inbrunst und dem Ausdruck“ der Musiker beeindrucken lassen.

Dawidiuk kennt das Vorwerk bereits

Jan-Aurel Dawidiuk (Klavier, Jahrgang 2002) erreichte gemeinsam mit Jakow Pavlenko (Violine, 2003) den ersten Platz sowohl beim Landeswettbewerb Jugend musiziert als auch bei „Novissima“. Bei der Preisverleihung waren sie nicht an das Spielen zeitgenössischer Musik gebunden, daher stellten sie einem Stück von Igor Stravinsky Melodien von Johann Sebastian Bach zur Seite.

Dawidiuk kennt das Vorwerk bereits: Er hatte 2015 mit einem anderen Partner schon einmal den ersten Preis errungen.

Die Mischung aus zeitgenössischer und klassischer Musik bot auch das zweite siegreiche Duo dar. Xabel Martinez Reiners (Klavier, 2002) und Julius Obst (Violoncello, 2002) spielten Sonaten des katalanischen Komponisten Xavier Montsalvatge sowie Frederic Chopins.

Der Zuspruch für das Spiel der jungen Künstler war größer, als das Vorwerk es zunächst erwartet hat. Die 30 vorbereiteten Plätze reichten nicht aus, weitere Stühle waren aber in Windeseile beschafft. Bevor die Zuhörer sich der Musik hingeben konnten, hatte Wegert noch die Besonderheit der modernen Musik und ihrer Interpreten betont.

„Viele junge Leute trauen sich da nicht ran, weil man es nicht sofort versteht“, sagte er. Dass die Künstlerinnen und Künstler es verstehen, stehe aber außer Frage. Sie fahren jetzt zum Bundeswettbewerb, „dort ist die Crème de la Crème, bei der man kaum noch weiß, bei wem sie noch lernen sollen“.

Noch vor den Erstplatzierten waren die jüngsten Teilnehmer an ihre Instrumente getreten. Das Geschwisterpaar Sonja (Violoncello, 2007) und Haldor Nußbaum (Klavier, 2005) erhielt im Vorwerk den mit 300 Euro dotierten zweiten Platz. Sie boten Antonio Vivaldi und Bohuslav Martinu dar.

Für Tabea Göbel (Klarinette, 2000), die sich wie die beiden erstgenannten Duos für den Bundeswettbewerb Mitte Mai in Lübeck qualifiziert hat, reichte es bei „Novissima“ für den dritten Preis (200 Euro).

Stellt sich noch die Frage, ob eine Preisverleihung zwischen Landes- und Bundeswettbewerb von den Künstlern überhaupt zur rechten Zeit kommt. Das aber bejaht Giese-Kroner, seit Jahren freuen die Künstler sich über den Termin: Der besondere Anlass sei eine tolle Generalprobe. Und die Gäste dürften sich über hoch konzentrierte Musiker freuen.

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