Job-Paten für Flüchtlinge gesucht

Brückenschlag in die Arbeitswelt

Syke - Von Frank Jaursch. Die Integration der Flüchtlinge ist eine Mammutaufgabe für jede Kommune. Auch die Städte und Gemeinden im nördlichen Landkreis stehen vor dieser Herausforderung – und tun gut daran, sich über nachahmenswerte Projekte in anderen Kommunen zu informieren.

Ein solches Projekt steht am kommenden Montag, 7. März, ab 17 Uhr im Spieker beim Café Alte Posthalterei im Mittelpunkt. Im Oktober hatte es einen ersten Workshop zu dem Thema „Arbeit für Flüchtlinge“ gegeben. „Wir hatten viele Beteiligte, ungefähr 50 Teilnehmer“, blickt Fachbereichsleiter Horst Meyer zufrieden zurück. Ging es dabei noch um Grundsätzliches, soll nun das Thema vertieft werden.

Bei der zweiten Arbeitskonferenz zum Thema „Integration von Flüchtlingen und Bleibeberechtigten in Ausbildung oder Arbeit“ ist die Referentin eines Modellprojektes aus Hannover zu Gast. Waltraut Kämper stellt „Ponte – Flüchtlingspaten: Brücken in die Arbeitswelt“ vor. „Ponte“ heißt Brücke auf italienisch. Ziel des Projektes ist es, Flüchtlingen „Brücken“ in den deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt anzubieten. „Wir wollen sehen, ob wir hier etwas Ähnliches hinbekommen“, sagt Meyer.

Hintergrund: Ehrenamtliche, die selbst Berufserfahrung haben, können jeweils einen Flüchtling bei seiner Orientierung auf dem Arbeitsmarkt unterstützen. Sie begleiten als Paten den Flüchtling beim Versuch, ein Unternehmen zu finden, oder helfen bei der Ausbildung. Sie vollziehen gewissermaßen den Brückenschlag, stellen ein Verbindungsstück zwischen Unternehmen und Flüchtling her. „Wir hoffen natürlich, dass auch der eine oder andere Arbeitgeber kommt“, erklärt Meyer.

Dass es durchaus Interesse von beiden Seiten gibt, steht für Sykes Ersten Stadtrat Thomas Kuchem außer Frage. „Es liegen Interessenbekundungen von einigen Unternehmen vor.“ Es fehlen also unter Umständen nur die Bindeglieder, die dafür sorgen, dass sich die losen Enden treffen.

Horst Meyer weist noch auf einen wichtigen Punkt hin: „Die deutsche Sprache muss bei den Flüchtlingen zumindest in Grundzügen vorhanden sein.“ Erst drei Monate nach Antragstellung könne Asylbewerbern die Arbeitsaufnahme erlaubt werden – diese Zeit sollten sie zum Lernen der Grundzüge nutzen. Es gebe viele Sprachförderangebote, so Meyer, „der Landkreis powert da richtig“.

Zu der Veranstaltung laden neben Bürgermeisterin Suse Laue auch Mary Thiel-Wolf vom Syker Integrationsbeirat, Marlis Winkler (Diakonisches Werk im Kirchenkreis Syke-Hoya) und Michael Röder vom „Netzwerk Integration Netwin3“ ein. Wer mitmachen möchte, kann sich noch bis morgen per E-Mail anmelden.

sarah.wieneke@evlka.de

Rubriklistenbild: © dpa

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