JFK stellt auf 2G um

Mànran-Konzert war die vorerst letzte Veranstaltung des Jazz Folk Klassik-Vereins im lokalen Theater

Mànran-Konzert.
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Das Konzert von Mànran war das vorerst letzte des Syker Konzertvereins Jazz Folk Klassik (JFK) im lokalen Theater.

Syke – Der erste Ton Live-Musik war noch nicht gespielt am Samstagabend im Syker Theater, da gab es schon mehr als genug Gesprächsstoff. Das Gastspiel der schottischen Scot-Rock-Band Mànran würde vorerst die letzte Veranstaltung des Konzertvereins Jazz Folk Klassik im Theater sein. Das machte JFK-Vorstandsmitglied Rainer Köster bei der Begrüßung der rund 140 Zuhörer deutlich.

„Wir werden zu 2G kommen“, verkündete Köster. Der spontane Applaus aus den Zuschauerreihen freute ihn sichtlich. Köster erläuterte die Gründe für die Entscheidung. Zum einen waren es wirtschaftliche Erwägungen: Wer sehe, wie viele Karten bei diesem (ausverkauften!) Konzert verkauft werden durften, könne sich vorstellen, dass „das für den Verein nicht gerade ein Plusgeschäft ist“, so Köster.

Und zum anderen „ist das für uns erheblich weniger Stress“. So lange Corona diese Bedingungen diktiere, könne man im Theater keine Veranstaltungen mehr organisieren. Dann die Stadt erlaubt keine 2G-Veranstaltungen im Theater.

Der alternative Veranstaltungsort für JFK ist nur ein paar Steinwürfe entfernt: Im Konzertsaal der Kreissparkasse kann JFK jetzt – unter 2G-Bedingungen – rund 80 Besucher mehr unterbringen als im Theater, wo Abstandsvorgaben eingehalten werden müssen.

KSK-Saal als neue Heimstatt

„Das ist gewissermaßen die Umkehrung der Verhältnisse“, umschreibt es JFK-Vorsitzender Gerd Harthus. Früher sei man ins Theater gegangen, wenn die Sitzanzahl im KSK-Saal nicht ausreichte – derzeit ist es umgekehrt. „Zudem hat die Kreissparkasse während Corona massiv in ihre Saaltechnik investiert“, betont Harthus. Das führe dazu, dass auch der Personalaufwand für den Konzertverein kleiner ist als im Theater.

Dem Konzert und der Begrüßung vorausgegangen war ein kleines Chaos in Sachen Platzverteilung im Theater: Das System mit nummerierten Plätzen, so räumte Köster ein, habe nicht so funktioniert, wie sich Stadt und JFK das vorgestellt hatten. Also warf man den Plan kurzerhand über den Haufen und ermöglichte wieder die „freie“ Platzwahl – natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln in Form von freien Plätzen zwischen den erschienenen Parteien.

Jene, die gekommen waren, erlebten mit Mànran eine spielfreudige Formation, die nicht nur mit ihren traditionellen und modernen Instrumenten glänzend umzugehend verstand, sondern auch ein paar spannende Kompositionen zu bieten hatte. Die Stücke, zu guten Teilen aus ihrer neuen CD „Urar“, waren abwechslungsreich genug, um das Publikum immer wieder der hypnotischen Wirkung zu entziehen, die das Zusammenspiel von Bagpipes, Fiddle und Akkordeon gerne entwickelt.

Trotz zum Teil ungewöhnlicher Rhythmusvarianten blieb die Musik eingängig, die Instrumentalisten um Ewen Henderson (Fiddle), Ryan Murphy (Uilleann Pipes) und Gary Innes (Akkordeon) erwiesen sich als Ausnahmekönner. Problemlos ließen sie die zum Teil wahnwitzigen Tonfolgen, die so charakteristisch für schottische Traditionals sind, präzise und unverwaschen erklingen.

Nicht ganz in Bestform zeigte sich indes Sängerin Kim Carnie, die entweder mit gesundheitlichen oder technischen Problemen zu kämpfen hatte – was schade war, denn es war ihre Stimme, die ab und zu, wie bei „San Cristòbal“, für Glanzpunkte sorgte. Carnie entschuldigte sich am Ende gewissermaßen mit dem Satz: „Auf der Bühne zu stehen, ist nicht immer das, was man unbedingt am liebsten täte.“

Die Stimmung im Publikum war dennoch gut – es war ein Wippen und Nicken und Klatschen in den Reihen. Dass der Funke nicht ganz übersprang, lag am Ende weniger an der Qualität der Künstler als an den Abstandsregelungen. Schon zum nächsten JFK-Konzert am 20.  November im KSK-Saal könnte das anders aussehen. Ob das Gastspiel von Daniel Kahn und Yeva Lapsker unter 2G-Bedingungen stattfindet, steht nach Angaben des JFK-Vorstands derzeit noch nicht fest.

Ausnahmekönner in Aktion: (v.l.) Ryan Murphy, Mark Scobbie und Ewen Henderson.

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