WAHLEN Freie Wählergemeinschaft tritt mit 32 Kandidaten für den Stadtrat an

„Jetzt müssen wir uns beweisen“

Sie machen mobil für die Freie Wählergemeinschaft. Von links: Andreas Schmidt, Anja Maaß, Marlene Früchtenicht und Stefan Schütte.
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Sie machen mobil für die Freie Wählergemeinschaft. Von links: Andreas Schmidt, Anja Maaß, Marlene Früchtenicht und Stefan Schütte.

Syke – Sie werden mehr. Zwei Monate vor den Kommunalwahlen ist das ein gutes Zeichen für Andreas Schmidt, den Vorsitzenden der aktuellen Fraktion der Freien Wählergemeinschaft (FWG) im Rat der Stadt. „Als wir vor fünf Jahren zum ersten Mal angetreten sind, hatten wir 23 Kandidaten für den Stadtrat. Jetzt sind es 32. Davon kandidieren 16 erstmalig.“

Für Schmidt ist die Riege seiner politischen Mitstreiter eine bunte Mischung. „Sie kommen aus allen zehn Ortsteilen, die meisten haben wir allerdings im Syker Kern. Die jüngsten sind 30, die älteste ist 70.“ Das ist Marlene Früchtenicht. Jürgen Schmock hat zwar noch ein paar Jahre mehr, er tritt aber nicht mehr an.

Woher kommt dieser durchaus bemerkenswerte Zustrom an Kandidaten? Andere Parteien haben eher Probleme, genügend zu finden. „Was uns zugutekommt, ist: Dass wir keine Partei sind“, sagt Andreas Schmidt. „Weil ich glaube, viele haben ein Problem bei dem Gedanken, in einer Partei mitzuwirken.“

Anja Maaß und Stefan Schütte bestätigen das. Beide kandidieren das erste Mal für den Stadtrat, beide auf aussichtsreichen vorderen Listenplätzen, und beide sagen: Wäre die FWG eine Partei, würden sie nicht mitmachen. „Es gibt ja auch keine, mit der ich mich weit genug identifizieren könnte“, sagt Anja Maaß. Für Andreas Schmidt ist die FWG schlicht „eine Gemeinschaft von Bürgern, die Interessen vertreten“.

Welche sind das? – Schmidt zählt zuerst mal auf, wofür sich die FWG in der zu Ende gehenden Wahlperiode eingesetzt hat. Etwa den Erhalt des Barrier Hallenbads, das Bürgerauto für den Syker Süden, für das es im Rat keine politische Mehrheit gegeben hatte, das jetzt aber im Zusammenhang mit dem von den Grünen geforderten Mobilitätskonzept wieder als Thema im Raum stehe. Und die Abschaffung der Anliegerbeiträge zum Straßenausbau.

„Bauen muss auch in den Ortschaften möglich sein“, sagt Schmidt. „Wir tragen mehr als 20 Bebauungspläne noch als Altlast vor uns her, aber im Rat wird immer wieder auf die Siedlungsachse verwiesen.“ Er meint: den Beschluss, zukünftig Baugebiete vorzugsweise nur auf der Achse Heiligenfelde–Syke–Barrien auszuweisen. Das werde aber den Menschen auf den Dörfern nicht gerecht. Diese Siedlungsachse abzuschaffen, „wird ein Thema für den nächsten Rat“, ist er sich sicher.

Klimaschutz will die FWG auch – wie eigentlich alle. In ihrem Wahlprogramm macht sie allerdings deutlich: „Die FWG befürwortet den Ausbau der Windenergie.“ Sie hält sowohl den Bau neuer Windräder als auch das Repowering vorhandener alter Anlagen für „unerlässlich“. Der Ausbau von Radwegen stellt im Programm einen weiteren Schwerpunkt dar – im Wissen, dass für viele Radwege nicht die Stadt, sondern die Landkreis- oder Landesbehörden zuständig sind. Und: „Die FWG befürwortet den Umzug der Stadtbibliothek in die Innenstadt.“

Vieles, was die Freien Wähler wollen, nehmen ihre politischen Mitbewerber aus den Parteien ebenfalls für sich in Anspruch. Wo ist da die Abgrenzung? Wo ist der Unterschied?

Andreas Schmidt: „Was wir wollen, ist nicht gefärbt von höheren Ebenen auf Landes- oder Bundespolitik. Wir machen kommunale Sachpolitik.“ Marlene Früchtenicht bringt das auf einen ganz einfachen Nenner: „Zu den Leuten hingehen und ihnen zuhören. Basisarbeit! Man kann nicht immer alles ändern, aber man kann sich bemühen. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob wir in Okel einen Bürgersteig bis zum Ortsausgang kriegen. Aber vielleicht kriegen wir einen Fahrradschutzstreifen. Manchmal muss man dicke Bretter bohren. Und man weiß nicht immer, wo man dabei rauskommt.“

Acht Sitze hat die FWG im aktuellen Rat. Und der neue wird von 31 auf 35 Mitglieder vergrößert. „Zehn wären schön“, gibt Andreas Schmidt das Ziel aus. Der politische Welpenschutz, unter dem die FWG vor fünf Jahren noch gestanden hat, sei jetzt vorbei. „Das wird unsere zweite Wahlperiode. Jetzt müssen wir uns beweisen.“

FWG-Wahlliste für den Syker Stadtrat:

1. Andreas Schmidt; 2. Jochen Harries; 3. Marlene Früchtenicht; 4. Florian Kastner; 5. Gabriele Beständig; 6. Anja Maaß; 7. Dominik Albrecht; 8. Stefan Schütte; 9. Christian Flor; 10. Peter Lehrfeld; 11. Mario Dänekas; 12. Marina Littau; 13. Horst Hickmann; 14. Manfred Poggenburg; 15. Frank Uhlenwinkel; 16. Sigrid Bartel; 17. Naif Düsme; 18. Jörg Webel; 19. Christine Frontzek; 20. Peter Schnabel; 21. Karl-Heinz Bohlmann; 22. Frank Dannemann; 23. Thomas Rath: 24. Peer Schmidt; 25. Ralf Borchers; 26. Sandra Friedrich; 27. Ina Gogoll-Münker; 28. Uwe Möller; 29. Ralf Stege; 30. Dietfried Rabe; 31. Reiner Bartsch; 32. Andreas Evers.

Von Michael Walter

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