Standards zur Sanierung definiert

Jede Straße soll 30 Jahre lang halten

Syke  - Von Michael Walter. Langsam ergibt das Mosaik „Straßenkataster“ ein klares Bild: Die letzten Steine haben Stadt und Politik vorige Woche in Position gerückt. „In drei Mammut-Sitzungen mit allen Ortsräten“, sagt Reinhard Ohlmann  vom Syker Bauamt  und atmet tief durch.

Zweierlei ist Stadt und Politik dabei gelungen: Erstens haben sie sich auf Standards einigen können, wie welcher Straßentyp nach  einer Sanierung aussehen soll.

Zweitens hat sich die Verwaltung Richtlinien geben lassen, wie sie diese Standards zu verstehen hat.

Klingt alles sehr abstrakt und theoretisch. Was das in der Praxis bedeutet, versuchten Reinhard Ohlmann und sein Tiefbau-Experte Lars Brunßen gestern in einem Pressegespräch im Rathaus zu erklären.

Einer der jetzt festgelegten Standards lautet zum Beispiel: Wird die Sanierung einer Straße geplant, muss im Plan schon die Oberflächenentwässerung geregelt sein. Die Handlungsrichtlinie dazu besagt sinngemäß: Seht euch den Einzelfall genau an und entscheidet dann, was dafür angemessen ist. Eine Kanalisation, ein Wassergraben oder Mulden. Die Möglichkeiten sind variabel.

Das gilt auch für andere Bereiche. „Man kann nicht einfach eine Musterstraße als verbindliche Vorgabe für alles entwerfen“, erklärt Lars Brunßen. „Bei jeder Straße sind die örtlichen Gegebenheiten anders. Wir müssen jedesmal abwägen: Was ist hier sinnvoll?“

So soll zum Beispiel bei Sanierungen der Punkt Barrierefreiheit berücksichtigt werden, lautet ein weiterer Standard. Wie das konkret aussehen soll, gestaltet sich dann aber erst während der  Planung.

Weitere definierte Standards lauten sinngemäß: Die Belastbarkeit muss in der Planung berücksichtigt werden. Ziel ist: Jede sanierte Straße soll mindestens 30 Jahre halten.

Die Unterhaltungskosten sollen möglichst gering sein, die Qualität aber möglichst hoch. Die Verwaltung schlägt dementsprechend das zu verwendende Material vor. Diese Auswahl ist dann auch nicht mehr  diskutierbar.

Bäume sind grundsätzlich erwünscht. Am besten ebenso viele Bäume, wie es Straßenlampen gibt.

Hauptstraßen sollen grundsätzlich auf beiden Seiten Bürgersteige haben, Nebenstraßen mindestens auf einer, wenn möglich ebenfalls auf beiden Seiten. Sicherheit geht dabei vor Barrierefreiheit: Der klassische Hochbord ist gegenüber dem höhengleichen Bürgersteig zu bevorzugen.

Strittig sind laut Brunßen lediglich noch die Mindestbreiten für verschiedene Wirtschaftsweg-Typen.

Bestätigen Fachausschüsse und Rat diese Mindeststandards, kann der Straßenkataster endlich als Grundlage der Straßeninstandsetzung und -unterhaltung dienen. In welchem Tempo er abgearbeitet wird, hängt nicht zuletzt von der finanziellen Ausstattung des Bauerssorts ab.

„Aber unabhängig von der Finanzierung“, wirft Lars Brunßen ein: „Mehr als fünf bis sechs Straßen im Jahr können wir ohnehin gar nicht  schaffen.“

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung / Köhnken

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