Jazzer Peter Schwebs bereitet Konzert mit Bläserklassen des Gymnasiums vor

Musik – auf andere Weise

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Gastmusiker Andreas Schwebs brachte den Schülern Stücke mit Blues- und Jazz-Elementen näher.

Syke - Von Frank Jaursch. Irgendwann wird es Ines Lücke zu bunt: „Jetzt mal ein bisschen mehr Ruhe hier“, ermahnt die Musiklehrerin die beiden Bläserklassen. „Wer grad nicht dran ist, muss die Geduld aufbringen, auch die anderen üben zu lassen.“ Das hat gesessen: Schlagartig herrscht Ruhe im Kulturforum des Gymnasiums. Lücke nickt zufrieden. Ihr Besucher Peter Schwebs steht neben ihr und grinst. Die Lektion: Musik ist eben nicht bloß Spielen, sondern auch Zuhören.

Auf die drei Bläserklassen der Jahrgänge fünf bis sieben kommt ein besonderes Highlight zu: Am 14. März spielen sie ein gemeinsames Konzert mit dem Jazz-Quintett Schultzing. Gestern war ein Mitglied der preisgekrönten Formation zu Gast in Syke, um mit den Schülern zu proben: Peter Schwebs, Kontrabassist mit Wohnsitz New York, hatte die Kompositionen für das Projekt „Wall of Sound“ mitgebracht.

Gemeinsam mit den Lehrerinnen Ines Lücke und Jutta Röscher erarbeitete er die Grundlagen für den gemeinsamen Auftritt. „Dabei geht es nicht darum, hier was Perfektes abzuliefern“, betont Schwebs, „es geht um das gemeinschaftliche Erfahren von Zusammenspiel, von Musik-Machen.“

Das wird etwa beim Stück „Wetterbericht“ anschaulich: Drei Gruppen spielen ihre eigenen Tonfolgen zunächst unabhängig voneinander, dann gemeinsam, nebeneinander her – oder auch gegeneinander, wenn man so will.

Fünftklässler Haakon zieht das große Los und darf Dirigent sein. Mit Armbewegungen steuert er die Lautstärke der drei Gruppen. „Hat Spaß gemacht“, wird er später sagen, „alle haben auf mich gehört. War ein ungewohntes Gefühl, aber ein schönes.“

Der Besucher aus New York findet einen guten Draht zu den Schülern. Wenn es etwas bluesiger wird und die jungen Musiker den Rhythmus spüren, klappt es schon ganz bemerkenswert gut. „Da spielten sie so zusammen, dass ich‘s gar nicht glauben konnte“, lobt Schwebs.

Sein Ziel: Die Kinder sollen Gelegenheit bekommen, Musik „auf andere Weise“ kennenzulernen. Musik, die den Schülern vorgesetzt werde, sei schließlich „oft nicht so toll“. Schultzing habe es sich zur Aufgabe gemacht, in ihren Stücken verschiedene „Musikrichtungen zu verbasteln, die auch für Bläserklassen funktionieren“.

Ines Lücke sieht vor allem „eine Riesenchance für die Kinder“, an einem solchen Projekt mitzuwirken. Der unterschiedliche Stand bei den Fähigkeiten setzt Grenzen. Doch die Stücke sind darauf angelegt, auch mit wenig Instrumenten-Erfahrung zu funktionieren.

Die fünf Musiker von Schultzing kommen am Montag, 14. März, um nachmittags mit allen Gruppen zu proben. Das Konzert selbst geht dann am Abend in der Aula über die Bühne.

Für die Schüler war der gestrige Tag schon mal ein Erlebnis, wie eine kurze Pausenumfrage ergab. Für Peter Schwebs hagelte es Bestnoten, und auch die Stücke kamen ganz gut an, auch wenn sie nicht jedermanns Geschmack waren. „Musik“, erklärt Jannes am Ende mit wissendem Lächeln, „ist eben nicht bloß Spielen, sondern auch Zuhören.“

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