Jazz-Stars Iiro Rantala und Jukka Perko begeistern mit ureigener Tango-Musik

Finnisches Sahnehäubchen auf „Woman“ gesetzt

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Mit einem Augenzwinkern brachten Iiro Rantala und Jukka Perko musikalisch ganz eigene Tango-Geschichten zwischen Argentinien und Finnland auf die Bühne. Die strengen Schrittfolgen eines Tangos hatten dabei keine Chance.

Syke - Von Angelika Kratz. „Was hat ein argentinischer Tango mit Jazz, John Lennon oder Charles Aznavour gemeinsam?“ Die Antwort fiel im ausverkauften Konzertsaal der Syker Kreissparkasse nicht schwer: „Iiro Rantala und Finnland.“ Der Superstar der finnischen Jazz-Szene ist in Syke kein Unbekannter. Zum glänzenden Auftakt des musikalischen Jahres vom Kulturverein Jazz, Folk und Klassik traten der Pianist und Saxophonist Jukka Perko, in der finnischen Jazz-Szene ebenfalls bestens bekannt, erstmalig als Duo auf.

Die Freude auf einen außergewöhnlichen Abend war den vielen Gästen anzumerken. Fröhliche Gesichter, viele lockere Gespräche und Begrüßungsrunden bildeten für das finnische Duo die beste Kulisse.

„Das passt perfekt zu JFK“, freute sich auch Gerd Harthus, Vorstandsmitglied und Konzertmanager der Jazz-Konzerte, auf das Finnische im Tango. Das sollte in den kommenden zwei Stunden unter dem Motto „It Takes Two To Tango“ zwischen Piano und Saxophon nicht nur hinsichtlich des Erfindungsortes Argentinien musikalisch auf wunderbarste Weise ausdiskutiert werden.

Seit 100 Jahren ist der Tango in Finnland überaus beliebt. Einst war er Ausdrucksmittel für das Leid, das die Finnen unter der russischen Herrschaft auszuhalten hatten. Geliebt und gelebt wird er noch immer und gehört zur Volkskultur auf Hochzeiten und Dorffesten.

Mitreißende Soli von

Piano und Saxophon

Zur gewohnt melancholischen Ausdrucksweise und bekannten Dramatik erzählten die Klaviertasten und das Alt- und Sopransaxophon eine ganz andere Geschichte. Frech, unbekümmert über die Grenzen zu anderen musikalischen Bereichen, spannte sich der rote Faden stets gekonnt zu oft nur wenigen erkennbaren Tangotakten.

Eine wunderbare Leichtigkeit mit vielen ganz eigenen Geschichten zwischen Argentinien und Finnland und deren ureigener Musikalität lag in der Luft und setzte so manche Füße in Bewegung. Mit einem mitunter schelmischen Augenzwinkern gab es die Einsätze mitreißender Soli von Piano und Saxophon. Der Tango tanzte in ganz neuer Interpretation durch den Saal, machte die Seele frei und verdiente so manches hörbare „Oh und mhh“. Mal jagte der edle Flügel über die Frühlingswiese, mal das Saxophon, und nach ausreichendem Abstand fanden sich beide auf ganz eigene Weise und fantastisch hörbar zusammen.

Die strengen Schrittfolgen eines Tangos hatten bei den beiden grandiosen Musikern Jukka Perko und Iior Rantala keine Chance. Schon fast unbekümmert und mit stets dem wissenden Lächeln um das eigene Können, entführten die beiden ihr Publikum bis hin zu John Lennon. Dessen „Woman“ bekam ein frisches finnisches Sahnehäubchen aufgesetzt, legte selbstbewusst so manche Umwege mit einem Blick auf andere Schaufenster der Musikszene ein. Da legte Pianist Iiro Rantala schon mal Tücher oder Papier auf die edlen Saiten des Flügels, um neue Töne zu erzeugen.

Saxophonist Jukka Perko arbeitete mit etwas Technik und wiederholte wirksam einige Akkorde als Begleitung. Experimentierfreude verband die beiden, die absolut auf der gleichen Wellenlänge, nur ein wenig Verständigung brauchten sie. Der Abend machte einfach Spaß und durfte mit der eigenen Bearbeitung von „Love Is So Beautiful“ nicht enden. Die Musiker gaben schließlich das Versprechen, möglichst bald wieder nach Syke zu

kommen.

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