„Jazz Folk Bike“ in Syke präsentiert Beat ‘N Blow

Fiebrige Mischungaus der Hauptstadt

Im vergangenen Jahr spielten sie ein mitreißendes Konzert im Kreismuseum, am Pfingstmontag treten Beat ‘N Blow wieder in Syke auf, dieses Mal im Garten des Vorwerks.

Syke -  „Jazz Folk Bike“ – das 12. Musikfestival dieser Art in Syke rückt mit großen Schritten näher und bietet in diesem Jahr über die Pfingsttage ein reichhaltiges, spannendes und ausgewähltes Musikprogramm.

Stilistisch nicht festgelegt, bewegt sich das Festival in den Genres Jazz, Blues, Weltmusik und Folk. Handgemachte, authentische und mitreißende Musik ohne Schubladen wird gespielt, die Bauch und Beine, Herz und Hirn gleichermaßen erfreut.

Die Veranstaltungsorte sind so ungewöhnlich wie die Musik: vom Museum über eine Naturbühne im Wald, den Park des Syker Zentrums für zeitgenössische Kunst bis zu Kneipen reicht das Spektrum.

Wer mag und Spaß daran hat, radelt von Konzert zu Konzert oder reist mit dem Fahrrad an. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt zu sämtlichen Konzerten. Ansonsten sind Tickets im Vorverkauf unter anderem in den Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreizeitung sowie an den Tages- und Abendkassen zu bekommen.

In Kooperation mit dem Veranstalter verlost der Wochen-Tipp für das am Pfingstmontag steigende Gastspiel von Beat ’N Blow im Syker Vorwerk (Beginn: 17 Uhr) Freikarten (siehe gelber Kasten auf dieser Seite).

Da behaupte einer noch mal, die Bayern hätten hierzulande die Blasmusik für sich gepachtet. Trompeten, Saxofone, Posaunen und Tuben lösen sich schon lange vom bayuwarischen Idiom, sind globales Vokabular geworden. Und immer, wenn an einem kulturellen Knotenpunkt ins Blech geblasen wird, entsteht ein besonders heißes Gebräu.

Die acht Herren von Beat ’N Blow um die charismatische Leadsängerin Katie La Voix bringen einen satten Berlin-Bonus mit. Und der heißt: Funk und Soul, mit gelegentlichen Ausflügen in Mariacchi-Gefilde, New Orleans, die Karibik, den Balkan Brass und eine Portion Dub. Diese fiebrige Mischung aus der Hauptstadt tönt auch auf dem mittlerweile sechsten Album dieses kraftvollen Neuners „Über die Ufer“.

Angefangen hat es in zwei alten VW-Bussen. Die fahren 1994 durch Italien, damals noch mit rein „instrumentalem“ Inhalt. Vermutlich waren die Einheimischen begeistert. Denn schon zwei Jahre später haben Beat ’N Blow soviel Schwung gesammelt, dass sie mit dem Debüt-Album „Modern Brass“ an den Start gehen. „Marching Band“ nennen sie sich damals, doch der hochgradig funkige Soul hat von Beginn an den Sound der Berliner im Griff. Und zwar „with a capital S“, wie es schon auf ihrer zweiten Scheibe „Time“ (2003) heißt.

Geschichtet wird er bis heute nach der taktischen Aufstellung 2-3-1-1-2: zwei glänzende Trompeten (Steve M. Gold und Lukas Linhart) und drei erfindungsreiche Saxofone (Jasper Bieger, Bernhard Ullrich und Björn Frank) im Angriff, eine zugkräftige Posaune (Christian Fischer) und eine umtriebige Tuba (Steve R. Lukany) als satte Unterstützung im Mittelfeld und zwei blitzschnell agierende Schlagwerker (Micky Bister und Enno Kuck), die hinten nichts anbrennen lassen. Dieser Erstligamannschaft der Berliner Brass-Szene fehlte zu ihrem Glück nur noch eine Dame. Die fanden sie in der raukehligen, seelenvollen, stimmgewaltigen Katie La Voix.

Richtig frei schwammen sie sich mit ihrem Album „Hund ohne Leine“ (2009), auf dem Katie La Voix, aus deren Feder auch sämtliche Titel fließen, verstärkt der deutschen Zunge huldigte und so noch treffender, authentischer das alltägliche Voodoo-Gefühl an der Spree einfing.

Noch ein Quäntchen mehr Kraft versprühte „Nackt und roh“. Fulminanter, seelenvoller Stoff aus den fiebrigen Adern der Großstadt: Gäbe es in Berlin eine Funk Street und eine Brass Lane, so würden Beat 'N Blow an ihrer Kreuzung eine turbulente Villa bewohnen.

Am 9. Juni rocken sie auf der großen Bühne den Garten des Syker Vorwerks, bevor sie Ende Juni auf der Jazz Baltica ihr nächstes Konzert geben.

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