Pop und Jazz auf Abwegen

Holger Twietmeyers Gruppe Relounge bereichert das Gartenkultur-Musikfestival

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Mit ungewöhnlichen Versionen bekannter Hits zieht die Gruppe Relounge (rechts: Sängerin Susanne Hvang) die Gäste im Garten des Kreismuseums in ihren Bann. 

Syke - Von Juraj Sivulka. Die Idee des Leiters des Kreismuseums, Dr. Ralf Vogeding, die Bremer Musikband Relounge im Rahmen des Gartenkultur-Festivals nach Syke einzuladen, erwies sich als goldrichtig. Bei angenehmen äußeren Temperaturen lauschten im Schatten der Bäume mehr als 100 musikbegeisterte Besucher den Interpreten.

Die Musikgruppe besteht seit acht Jahren. In der Besetzung Susanne Hvang (Gesang), Jens Schöwing (Piano), Christian Frank (Bass) und Holger Twietmeyer (Drums) tritt sie erst seit etwa vier Jahren in der Region auf.

Trotz dieser kurzen Zeitspanne kann sie ein umfangreiches Repertoire vorweisen, das von Frank Sinatra über Phil Collins, Sting und Police bis zu Madonna reicht. Dabei erklingen die bekannten Melodien allerdings meist völlig anders, als die Hörer sie für gewöhnlich kennen. Der Band dienen die Originalstücke der Stilrichtungen Jazz und Pop als Vorlage, die sie dann musikalisch überarbeitet. Wie unterschiedlich diese Arrangements ausfallen können, darüber erhielten die Besucher im zweistündigen Programm einen überzeugenden Einblick.

„Wir bürsten die Sachen gegen den Strich“

Schon in dem Auftaktstück „Fly me to the moon“ konnte man im Vergleich mit dem Original auf den ersten Blick „fremde“ Tonlagen erkennen, die Jens Schöwing mit den Worten „Wir bürsten die Sachen gegen den Strich“ beschrieb. Und tatsächlich: Selbst in den Liedern, die einst Welterfolge feierten (zum Beispiel „Sunny“ von Boney M, „Every Breath You Take“ von Police oder „You’ll see“ von Madonna) fanden sich Passagen der „Entfremdung“, die aber musikalisch so aufgearbeitet wurden, dass sie für sich geltend als originell bezeichnet werden müssen.

Diese Interpretationen haben fantasievolle Stilwendungen zur Folge, die die Sängerin Susanne Hvang pointenreich kommentierte. „Das war gerade ein Lied, wie es AC/DC spielen, wenn sie mehr Jazz machen würden“, war einer ihrer unterhaltsamen Kommentare.

Während die Sängerin mit einer samtigen Stimme nach jedem Stück reichlich Applaus bekam, wurden auch die Instrumentalisten nach ihren Soloeinlagen umgehend beklatscht. Diese strotzten nur so vor Ideenreichtum und lebten vom oft angewandten musikalischen Kontrast. Auf diese Weise präsentierte die Band eine Auswahl überarbeiteter Originalvorlagen, die bis in die Sechziger-Jahre reichten.

Das Publikum zeigte sich von Anfang an von der Band begeistert. Im Takt der Musik wippte man mit, etliche Besucher sangen die Texte leise vor sich hin, zum Schluss hin wurde gar vereinzelt getanzt. Kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe forderte. Ein Wunsch, den Relounge gerne erfüllte.

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