„Unsere Eltern haben uns alles ermöglicht“

Manfred und Christine Rudolph feiern eiserne Hochzeit

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Christine und Manfred Rudolph haben heute doppelten Grund zu feiern: nicht nur den 86. Geburtstag von Christine, sondern auch den 65. Hochzeitstag.

Syke - Von Frank Jaursch. Der 5. September 1952 war für Christine Mohrschladt ein außergewöhnlicher Tag: Die junge Heiligenroderin wurde an diesem Tag volljährig – und Ehefrau. Den besonderen Tag feierte sie mit einem Mann an ihrer Seite, der sie durch die folgenden 65 Jahre begleiten sollte – bis zum heutigen Tag. Heute feiern Christine und Manfred Rudolph ihre eiserne Hochzeit – und den 86. Geburtstag der Braut von damals.

Das in Ristedt geborene Mädchen und der Flüchtling aus Niederschlesien hatten sich bereits 1950 kennengelernt – im Klosterhof von Franz Müller in Heiligenrode tanzten sie miteinander. „Dann war Damenwahl, und dann hat sie mich geholt“, erinnert sich Manfred Rudolph zurück. „Hab ich gar nicht!“, entgegnet seine Frau – ehe ein verschmitztes Lächeln auf ihrem Gesicht erscheint. „Hab ich doch.“

Viele Jahre im Häuslingshaus

Dennoch dauerte es noch eine Weile, ehe es zwischen den beiden richtig funkte. Im Dreimädelhaus kam das Paar zusammen – und blieb es. 1952 wurde mit 90 Gästen auf ihrem elterlichen Hof im Zelt gefeiert.

Das Paar wuchs in den folgenden Jahren zur fünfköpfigen Familie: 1953 wurde Sohn Günther geboren, vier Jahre später folgte Joachim, und 1966 kam Nesthäkchen Brigitte zur Welt.

Die Rudolphs hatten es nicht immer leicht. Während Manfred zunächst 15 Jahre lang in Bremen in der Papierverarbeitung tätig war, kümmerte sich Christine um die Kinder. Die junge Familie lebte lange in Heiligenrode in einem alten Häuslingshaus. Ohne großen Komfort, aber mit 300 Quadratmetern an Gemüsebeeten, mit Hühnern, Schweinen, Tauben und Kaninchen.

Zu tun gab’s immer viel. Wichtig war es dem Paar dabei immer, dem eigenen Nachwuchs eine gute Schulbildung zu ermöglichen. „Wir haben drei ganz, ganz liebe Kinder“, freut sich Christine Rudolph. Sohn Günther gibt das Kompliment zurück: „Unsere Eltern haben und alles ermöglicht, was ging.“

An Syke gefällt die Nachbarschaft

Später arbeitete Manfred Rudolph noch 17 Jahre lang für die Gemeinde Stuhr, pflegte in der Gartenkolonne die öffentlichen Gartenanlagen. „Das hab ich gern gemacht“, erinnert sich der 88-Jährige, der jahrzehntelang auch leidenschaftlich gern geangelt hat.

Mit 60 ging er in Rente, wenig später zog das Paar nach Syke. „Es gefällt uns gut hier“, erklärt Christine Rudolph. Nicht nur die nette Nachbarschaft hat es den beiden angetan. Auch die Nähe zu den beiden Söhnen. „Wenn was ist, ist Günther in zwei Minuten hier.“

Gemeinsam ist das Paar durch schwierige und durch schöne Zeiten gegangen. Sie blicken auf viele Urlaube in Österreich zurück, freuen sich über drei mittlerweile erwachsene Enkelkinder (Thomas, Torben und Kim-Michelle) und genießen die Zweisamkeit. Die Doppelfeier soll im kleinen Familienkreis gefeiert werden.

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