Vor 60 Jahren besiegelt: Festakt der Kreisgemeinschaft Wehlau im Kreismuseum/Landrat überreicht Fahne

Nach Flüchtlingsdrama Patenschaft

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Gerd Gohlke (l.) übernimmt das Geschenk von Landrat Cord Bockhop, die Fahne des Landkreises Diepholz mit Wappen.

Syke - Von Dieter Niederheide. Es war ein historisches Ereignis nach einer leidvollen Kriegs- und Flüchtlingsgeschichte: Vor 60 Jahren begründeten der damalige Oberkreisdirektor Dr. Eberhard Siebert-Meyer und der damalige Landrat Albert Wendt mit der Übergabe der Patenschaftsurkunde an den Vertreter der Kreisgemeinschaft des ostpreußischen Landkreises Wehlau, Forstdirektor Amoneit, die Übernahme der Patenschaft.

Einen Tag später wurde die Patenschaft einigen hundert Wehlauern verkündet, die sich in der Syker Wolfsschlucht zum Kreistreffen versammelt hatten. Gestern feierte die Kreisgemeinschaft Wehlau den 60. Geburtstag dieser Patenschaft im Kreismuseum Syke. Für den Vorsitzenden Gerd Gohlke ein Grund, Danke zu sagen für die Unterstützung materieller und ideller Art.

Im Laufe der sechs Jahrzehnte haben sich, so Gohlke, die Betrachtungsweise von Paten und Patenkindern verändert. Den Landkreis Wehlau werde es bei realistischer Betrachtung als Gebietskörperschaft nicht wieder geben: „Diese Tatsache ist immer noch schmerzlich. Wir müssen sie akzeptieren und hoffen, dass in einem friedlichen Zusammenleben mit Russland der Traum vom Leben in einem freien und grenzenlosen Europa erreicht wird“.

Er hob hervor, dass es längst wieder Kontakte zu den heutigen Städten des Kreises Wehlau gibt. Ein Aushängeschild sei das Wehlauer Heimatmuseum auf dem Gelände des Kreismuseums.

Sowohl Landrat Cord Bockhop wie auch Sykes Bürgermeisterin Suse Laue (sie sprach für die Patenstädte Syke, Hoya und Bassum) zogen einen roten Faden zur aktuellen Situation der Flüchtlinge, die jetzt unser aller Hilfe benötigen. Der Landrat ging auf die Lage der Menschen ein, die damals kamen und die später am Wiederaufbau und dem Wirtschaftswunder beteiligt waren.

Suse Laue betonte, dass die Menschen damals nicht wussten, ob hier ihre neue Heimat sein wird oder sie wieder zurück können. „Eine Heimat braucht jeder“ sagte Laue.

Dr. Sebastian Husen, Geschäftsführer der Landsmannschaft Ostpreußen, ging in seiner Festrede zunächst 70 Jahre zurück, als 14 Millionen Deutsche am Kriegsende aus der Heimat flüchten mussten. Die Westdeutschen standen damals, so der Festredner, dem Zustrom aus den Ostgebieten häufig ablehnend, ja, feindlich, gegenüber. P

atenschaften dieser Art verfolgten nicht vorrangig politische Ziele, sondern suchten die Bedeutung des Ostens für ganz Deutschland darzustellen, sagte er. Dr. Husen hob anerkennend die Unterstützung durch den Landkreis und die Städte hervor, zum Beispiel bei der Einrichtung des Heimatmuseums der Wehlauer.

Es gebe nur wenige Kreisgemeinschaften, die über eine ähnlich attraktive Ausstellung verfügen.

Musikalisch umrahmte Hans Bernhard die Feier mit dem Akkordeon.

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