60 Jahre Rote Fliege: „Alle Gasthäuser, in denen wir gekegelt haben, wurden geschlossen“

Klönschnack statt Kugel

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Friedhelm Preckel, Fritz Dickhut, Herbert Vietmeyer, Wolfgang Pape und Günter Meyer gehören zum Kegelclub Rote Fliege, der nächste Woche 60 Jahre alt wird. Nicht auf dem Bild: Klaus Hensel.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. „Ewig, ewig blühe sie, diese schöne Harmonie.“ So lautet die selbst komponierte Hymne des Kegelclubs Rote Fliege. Noch immer wird sie bei besonderen Anlässen gesungen. Auch wenn die Clubmitglieder schon lange nicht mehr kegeln.

Seit 2001 im Gasthaus Zur Westermark der Zapfhahn für immer zugedreht wurde, treffen sie sich einmal im Monat im Gasthaus Vollmer zum Klönschnack.

In diesem Jahr feiert ihr Club sein 60-jähriges Bestehen. Das sorgfältig von Wolfgang Pape geführte Protokollbuch zeigt, dass die Historie der Roten Fliege auch die Historie der Syker Kneipen widerspiegelt.

Gegründet wurde der Club 1955 von elf Kollegen der AOK, zu denen auch Wolfgang Pape gehörte. Damals hatte er gerade seine Ausbildung beendet.

Gekegelt wurde elf Jahre lang im Hotel Schützenhaus, wo heute Per Pedal und die Tanzschule Augustin sind. Wolfgang Pape erinnert sich noch gut daran, dass damals noch Kinder die umgeworfenen Kegel wieder aufgestellt haben. „Für jede Neun bekamen sie einen Groschen“, weiß er.

Ab 1966 wurde im Zentralhotel am Bahnhof gekegelt. Als das drei Jahre später seine Pforten schloss, zog der Club ins Hotel Deutsches Haus von Arno Winkelmann um, wo heute Bäcker Weymann seine Filiale hat. „Das waren die schönsten Jahre“, sind sich Wolfgang Pape und seine Kegelbrüder Friedhelm Preckel, Fritz Dickhut, Herbert Vietmeyer sowie Günter Meyer einig.

1978 und 1979 wurde in Niebuhrs Gasthaus in Heiligenfelde gekegelt, dann kehrte der Club wieder für drei Jahre ins Deutsche Haus zurück. Als auch dieses Gasthaus schloss, wechselte der Club zum Gasthaus Zur Westermark, wo am 13. September 2001 die letzte Kugel geschoben wurde.

„Zusammenfassend könnte man sagen, dass alle Gasthäuser, in denen wir gekegelt haben, geschlossen wurden“, stellen die Roten Fliegen fest. Obwohl sie sich einig sind: An ihnen kann es nicht gelegen haben.

Seinen Namen bekam der Club übrigens erst einige Jahre nach der Gründung. Die Kegelbrüder trugen damals ein graues Hemd. Irgendwann stellten dann die Ehefrauen fest, dass dazu am besten eine rote Fliege passte.

Die sportlichen Erfolge liegen im eher überschaubaren Größenbereich. Finanziell reichte es dagegen jedes Jahr für eine Fahrt. Auch die Frauen nahmen daran teil. Seit 1972 wurden daraus Wochenendfahrten.

Das 60-jährige Bestehen feiern die Roten Fliegen am kommenden Dienstag, 20. Oktober, im Alten Rasthaus in Kastendiek. Und mit einiger Wahrscheinlichkeit dürften sie dazu mit grauem Oberhemd und roter Fliege auftauchen.

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