25 Jahre Partnerschaft zwischen Syker Gymnasium und Schule Nr. 1 in Nischni Nowgorod

„Wie sieben kleine Leben“

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Ein Besuch bei den Bremer Stadtmusikanten gehört für die Besucher aus Nischni Nowgorod und ihre Syker Gastgeber quasi zum Pflichtprogramm.

Syke - Von Ilse-Marie Voges. Aus einer Fahrt auf der Wolga vor 35 Jahren entwickelte sich eine achtenswerte Freundschaft, die letztendlich in 25 Jahren Schulaustausch zwischen Russen und Deutschen gipfelte. Gönna Obsen, jahrzehntelang Lehrerin am Gymnasium Syke und jetzt im (Un)Ruhestand, begrüßte aus diesem Anlass jetzt Kollegen und Freunde aus Nischni Nowgorod im Café Alte Posthalterei.

Angefangen hatte alles mit Regina Hoffmann, ebenfalls einst Lehrerin in Syke. Auf einer Russlandreise hatte sie die Kollegin Emilia Jermoschina aus Nischni Nowgorod (damals noch Gorki) kennengelernt, die an der Schule Nr. 1 in der Stadt unterrichtete. Aus der Begegnung entwickelte sich ein reger Austausch. Der Grundstein für den Schüleraustausch zwischen Syke und Nischni Nowgorod wurde zehn Jahre später, nach dem Mauerfall, gelegt. Zielstrebig und engagiert strebte Gönna Obsen die Schulpartnerschaft an.

„Anfangs konnten zwar russische Schüler und Lehrer nach Syke kommen, aber ein Gegenbesuch in Russland erwies sich als unmöglich“, erinnert sich Obsen. „Aber wir haben weiter daran gearbeitet.“

Im November 1990 reisten der damalige Syker Schulleiter Jörg Zempel mit Obsen und 15 Schülern nach Nischni Nowgorod. „Mit dem Schulaustausch-Vertrag in der Tasche“, lacht die Lehrerin und freut sich, dass zum 25-Jährigen neben etlichen Kollegen auch rund 40 Schülerinnen und Schüler angereist sind.

Im Laufe der Jahre haben 440 Schüler und Lehrer aus Syke die Partnerschule in der fünftgrößten Stadt Russlands besucht. Eindrucksvoll seien die Besuche gewesen, sagt Obsen. Man habe gemerkt, dass Nischni einmal eine reiche Stadt gewesen sei.

Bedeutsam ist für das Syker Gymnasium, dass der Schüleraustausch von der Stiftung „Deutsch-Russischer-Jugendaustausch“ gefördert wird. Derzeit arbeiten Schüler und Lehrer an einem neuen Projekt unter dem Motto „Statt Feinde nun Freunde“. Das passt zu den längst geschlossenen Freundschaften: etwa mit Maja Schahowa, die schon als Schülerin mit ihrer Mutter nach Syke gereist und heute ebenfalls in Russland als Deutschlehrerin tätig ist. Mit Galina Gerasimenko, Natalia und Dmitrij Safanow. Lehrer, die sich wohlfühlen in der Hachestadt, freudevoll den Namen von Gönna Obsen riefen, einander umarmten und im sommerlichen Syker Cafégarten gelebte Freundschaft sichtbar machten.

Kollegen von Obsen hatten für ein appetitliches Büfett gesorgt, und von Syker Seite hieß es: „Wir hoffen, wir können euch in dieser Woche etwas zeigen, dass ihr noch nicht kennt!“ Eine Woche, das ist nicht viel! „Doch! Ist es! Eine Woche in Syke ist wie sieben kleine Leben“, lächelte Emilia Jermoschina.

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