20 Jahre JFK: Lob für Beharrlichkeit und kulturelle Vielfalt

„Deshalb machen wir das“ oder Geschenke in Noten

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Omar Sosa (links) und Akteure der NDR-Big Band.

Syke - Von Detlef Voges. Wer seinen Fans seit zwei Jahrzehnten wunderbare Geschenke in Noten überreicht wie der Musikverein Jazz Folk Klassik (JFK) darf aus gegebenem Anlass auch mal auf Worte setzen. Sie waren am Sonnabend im Syker Theater ja auch nur der Vorgeschmack auf ein weiteres Musik-Präsent zum 20-jährigen Geburtstag.

Zwischen Häppchen, Sekt und Wein konnte JFK-Chef Rainer Köster alte Weggefährten und Förderer begrüßen, die dem Verein bis heute treu geblieben sind. Köster verheimlichte keineswegs anfängliche Zweifel an der Vereins-Idee. Immer dann, wenn mehr Musiker auf der Bühne standen als Besucher im Saal saßen. Darunter auch bei Musiker-Größen wie Joachim Kühn.

„Da hatten wir leichte Zweifel an der Sinnhaftigkeit unseres Tuns“, räumte der JFK-Vorsitzende offen ein. Dann folgten aber Höhepunkte und volle Häuser, etwa mit der Weltmusikerin Rokia Traore. 2001 noch unbekannt, heute ein Weltstar. Köster: „Deshalb machen wir das.“

Lob für das Geburtstagskind gab es aus der fördernden Fan-Loge. Unter dem Motto „weiter so“ dankte Bürgermeisterin Suse Laue für ein Programm, das die Kultur in Syke bereicherte habe und das die Stadt weiterhin gern finanziell stütze. Ähnlich äußerte sich Günter Günnemann. Der Chef der Kreissparkasse ließ keinen Zweifel daran, dass JFK in der KSK auch weiterhin einen soliden Partner habe und den Saal als Konzertforum nutzen könne.

Laue und Günnemann lobten beide die Beharrlichkeit des Musikvereins, an seiner Idee festgehalten zu haben. Überdies freuten sie sich für Syke über ein Programm voller Qualität und bunter Vielfalt.

Alles andere als leere Worte. Das anschließende „Geburtstagsständchen“ mit dem kubanischen Latin-Jazzer Omar Sosa (50) war Bestätigung pur. 2001 hatte Sosa schon einmal seine JFK-Fans verzaubert. 2015 wiederholte er das eindrucksvoll. Dazu hatte er musikalische Klasse um sich geschart, 14 Musiker der NDR-Big Band und als speziellen Gast den brasilianischen Schlagzeuger Ernesto Simpson. Ein weiterer Brasilianer, Jaques Morelenbaum, hatte die Arrangements geschrieben und dirigierte die Band.

Das waren ja keine Wald-und-Wiesen-Gäste, sondern Musiker mit Auszeichnung. Sosa und die NDR-Big Band, diese Beziehung existiert bereits seit einigen Jahren. Das gemeinsame Album „Ceremony“ (Arrangement Morelenbaum) wurde 2011 mit dem Echo-Jazz als bestes Big Band-Album ausgezeichnet. Sosas CD „Sentir“ und die Platte „Mulatos“ wurden beide für den Grammy, den international bedeutenden Musikpreis, nominiert. Dieser 50-jährige Kubaner, der in Barcelona lebt, steckt voller Kreativität und stilistischer Variabilität. Seine musikalische Basis sind der Latin Jazz und afrokubanische Rhythmen. Die mischt er mit moderner Musik wie Soul, Funk und Hip Hop. Heraus kommt ein temperamentvoller Mix, der in die Beine fährt.

Wenn Sosa Piano und Orgel gleichzeitig bedient, ist seine Musik ansteckend. Dass er dazu noch über eine fast komödiantische Körpersprache verfügt, macht seine Musik noch verführbarer. Sosa nimmt mit seiner Art auch seine Mitspieler gefangen. Simpson an den Drums und die Akteure der NDR-Big Band konnten sich ausleben in der Wunschkiste, aus der Sosa immer wieder neue Sound-Arrangements hervorholte.

Wollte man hier die Qualität der Big Band hervorheben, hieße das, Eulen nach Athen zu tragen. Dass die Musiker nicht nur im Verbund beeindrucken, durften sie als Solisten unter Beweis stellen. Eine wunderbare Idee, bei der auch die Wirkung der Instrumente zur Geltung kam. Simpson an den Drums agierte herrlich unverkrampft, wobei sein elegantes Spiel das Konzert abrundete.

Ein „Geburtstagsständchen“, an dem die handelnden Personen sichtlich Spaß hatten und sich gegenseitig inspirierten.

Das Geburtstagskind wird es mit Freude registriert haben. Wie war das doch gleich?: Weiter so JFK!

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