Betreuung der Lebenshilfe Kinder

40 Jahre Frühe Hilfen: Gemeinsam für die Kleinsten

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Mutter Rita Albers-Sels und Tochter Esther Sels arbeiten gemeinsam bei den Frühen Hilfen. 

Syke - „Das, was wir machen, ist vermutlich der einzige Job, in dem es von Vorteil ist, Kinder zu haben“, sagt Esther Sels. Die 33-Jährige arbeitet bei den Frühen Hilfen in Syke. Gemeinsam mit ihrer Mutter Rita Albers-Sels und rund 20 weiteren Kollegen betreuen sie Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, in Sprache oder Motorik zum Beispiel – von der Geburt an bis sie in die Grundschule kommen. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos.

Heute vor 40 Jahren, am 1.  Juni 1978, wurde der Verein gegründet. Bereits 1981 war auch Rita Albers-Sels mit dabei. „Ich arbeite viel mit sozialschwachen Familien“, erklärt die Sozialpädagogin.

Ihre Tochter Esther, so erzählt sie, wollte bereits als Kind mit zu den Familien kommen und war damals schon in der Lage, einen Draht zu den betroffenen Kindern aufbauen. Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr studierte sie Erziehungs- und Bildungswissenschaften.

Wie genau sie bei den Frühen Hilfen gelandet ist, kann sie nicht sagen. Aber es sei ein toller Job, das sehen beide so. „Man bekommt so viel zurück. So viel Dankbarkeit, Offenheit und Vertrauen“, so Esther Sels. Gerade Erfolge seien ein außergewöhnliches Gefühl. Wenn Kinder Fortschritte machen, anfangen zu sprechen oder zu laufen.

Zu manchen Kindern oder Eltern baut man mit der Zeit eine Bindung auf. „In einer Familie habe ich 14 Jahre gearbeitet. Die haben fünf Kindern und brauchten Hilfe“, berichtet Rita Albers-Sels. Da fällt der Abschied schwer.

Mutter und Tochter betonen, dass das bei Weitem nicht die einzige Schwierigkeit in ihrem Job ist. Ernsthafte Probleme in Familien, Kinder, die keinerlei Fortschritte machen – das geht einem nahe. „Wir sprechen regelmäßig mit einer Psychologin über unsere Arbeit, um nicht alles mit nach Hause zu nehmen“, so Esther Sels.

Viele Eltern, das betonen beide, sehen Probleme bei ihren Kindern, obwohl da keine sind. Sie googeln zum Beispiel, was ihr Nachwuchs mit zwei Jahren können müsste. Doch das eine Kind lernt mit elf Monaten laufen, das andere erst mit 18. Manche sprechen früh, andere spät, erzählen die beiden. Schneller, weiter, besser: Der Drang, sich zu vergleichen, sei in unserer Gesellschaft verwurzelt, in der der Leistungsdruck stetig wachse. Diesen Druck auf Kinder zu projizieren, sei nicht förderlich und vor allem unnötig. „Jedes Kind ist anders, braucht seine eigene Zeit“, so Esther Sels.

Eltern, die bei ihren Kindern Probleme vermuten, haben kostenlos die Möglichkeit, ein Erstberatungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter 04242/78 48 91. 

 sil

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