Jan Jahn überzeugt in der Wassermühle

Rettung der Welt – mit Lachtränen

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Jan Jahn in Action.

Von Dagmar Voss. Weltrettung kann durchaus amüsant sein und mit temperamentvollen Klängen vermischt werden. Das belegt der Abend mit Kabarettist Jan Jahn. Der sympathische Zwei-Meter-Mann riss seine Zuhörer in der Wassermühle von Anfang an mit. Verpackt in zwei musikalische Rätselstunden, garniert mit rasanten Wortspielen und witzigen Überlegungen, erlebten sie das „erste reine Umweltkabarett“.

Passend zum fünften Jahrestag des Gaus in Fukushima hatte die Gruppe „Energie in Bürgerhand“ zusammen mit der Kulturinitiative Rüttelschuh diesen umwerfenden Musikkabarettisten eingeladen. Ob da seine Tipps nicht ein bisschen spät kamen, fragte niemand. Aber „besser spät als nie“ gilt auch für die Weltrettung.

Für alle, die sich bisher nicht mit dem Thema Weltrettung, oder besser gesagt, ökologisch-bewusstem Besser-Leben, befasst hatten, waren seine zehn Schritte sicherlich eine Überraschung – und ein Motivationsschub. Für die übrigen eine Selbstverständlichkeit, die Jahn allerdings mit jeder Menge skurriler Witze und fetzig-schräger Akkorde begleitete. All das nicht etwa mit erhobenem Zeigefinger, sondern einem ganz neuen Kabarett-Element: der guten Nachricht. Kein ödes Meckern, dass wir alle unser eigenes Grab schaufeln, sondern Spaß haben beim Weltretten. Dem gebürtigen Berliner gelang es, dem ernsten Thema richtig unterhaltsame Seiten abzugewinnen. Selbstironisch, klamaukfrei und manches Mal ein bisschen politisch unkorrekt umschiffte er gewandt jede Moralinklippe.

„Ich wünsch mir so sehr, dass Ökologie so populär wie Poppen wär…“ Das hielte sicher den einen oder anderen Umweltaktivisten davon ab, regelmäßig zu den AÖD – den Anonymen Öko-Depressiven – zählen zu müssen.

Bei den „zehn Schritten“ durften die Besucher mithelfen, indem sie abwechselnd als „Nummern-Girls oder –Boys“ auftraten, um diverse Poster mit Tipps abzublättern. Da konnte man so was lesen wie: „Wohne kompakt, gedämmt und öffentlich erreichbar“ oder „Verzichte auf das Fliegen, wenn es eine Alternative dazu gibt.“

Schon gab eine Besucherin zu, dass sie dann doch lieber mit der Bahn nach Würzburg reisen will. Auch wenn es Jahn im Bahnhof ohne Aufzüge schlecht erging, wie er anschaulich schilderte. Denn mit seiner Sackkarre zum Transport der Bühnenutensilien musste er sich abplagen, verpasste so etliche Anschlüsse. Doch dem Publikum verschaffte es Lachtränen. Und einen Ohrwurm bei seiner Zugabe „Hab keine Angst“. So darf Weltrettung gern sein, humorvoll und fetzig.

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