Beim Verein Rund ums Syker Rathaus

Jagd als Naturschutz - Vortrag in Syke

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Ludwig Reeßing

Syke - Von Michael Walter. Mit dem Zusammenspiel von Schutz und Nutzung der Natur beschäftigt sich der Verein Rund ums Syker Rathaus in seiner Vortragsreihe „Salz und Pfeffer“. Am Donnerstag, 24. Januar, spricht Dr. Ludwig Reeßing. Passend zum Vortrag gibt es vorher was auf die Gabel: Wildschwein, vom Vereinsvorsitzenden Johannes Huljus selbst geschossen.

Ludwig Reeßing ist einer von zwei ehrenamtlichen Jägermeistern im Landkreis. „Das ist ein Ehrenamt, ähnlich wie ein Brandmeister bei der Feuerwehr“, erklärt er. Reeßing berät den Landkreis seit 23 Jahren in allen jagdrechtlichen Fragen. Von der Ausstellung von Jagdpachtverträgen bis zur Begutachtung von Abschussplänen.

Über den Daumen gepeilt gibt es im Landkreis rund 1500 Jäger, davon die Hälfte im Bereich der Jägerschaft Syke. Im Nordkreis existieren etwa 120 Jagdreviere.

„Was viele nicht wissen: Jägerschaften sind rechtlich anerkannte Naturschutzverbände und Organisationen wie BUND und Nabu gleichgestellt“, sagt Reeßing. „Mit einem Unterschied: Wir sind die einzigen, die vorher eine staatliche Prüfung absolvieren müssen.“

Wieso Jagd gleichzeitig auch Naturschutz ist und wie sich das Verhältnis zu den anderen Naturschutzverbänden in den letzten 25 Jahren entwickelt und verändert hat, darüber spricht der 63-Jährige in seinem Vortrag nächste Woche.

Langfristige Waldentwicklung fördern

Sein Gastgeber Johannes Huljus, pensionierter Forstbeamter und immer noch überzeugter Jäger, erklärt: „Die Aufgabe der Jägerschaften ist es, eine langfristige ökologische Waldentwicklung zu gewährleisten. Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, den Wald in einem naturnahen Zustand zu erhalten. Dazu gehört es, den Wildbestand in einer Höhe zu halten, der der Natur nicht schadet.“

Reeßing will aber auch auf andere Aspekte eingehen. „Wir leben hier im Nordteil des Landkreises in einem relativ dicht besiedelten Gebiet“, sagt er. „Da stehen wir mitunter vor ganz anderen Fragen. Zum Beispiel gibt es Sportplätze, die von Kaninchen unbenutzbar gemacht werden. Die liegen aber fast immer im städtischen Bereich, und da ist Jagd grundsätzlich nicht erlaubt. Und bei der AWG haben sie immer wieder mal Probleme mit Möwen und Krähen.“

INFO

Das Essen beginnt um 18.15 Uhr im Café Alte Posthalterei, der Vortrag ist anschließend um 20 Uhr in der Stadtbibliothek. Anmeldungen sind unbedingt erforderlich. Ansprechpartner dafür ist Gerhard Thiel unter 0170 /  45 06 oder gthiel.sy@googlemail.com

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