Zum Italiener um die Ecke

Ausstellung im Kreismuseum: GTS-Schüler dokumentieren kulinarischen Wandel

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Stolz auf ihre Ausstellung: Die GTS-Schüler mit Lehrerin Stephanie Cetinkol (l.) und Projektleiterin Miriam Schulz (r.) 

Syke - Von Frank Jaursch. Typisch deutsches Essen? Nudeln mit Tomatensoße. Oder Bockwurst mit Kartoffelsalat. Oder ein Hamburger? Wie sehr unsere Speisekarte sich in den vergangenen Jahrzehnten – zum Teil unbemerkt – internationalisiert hat, wird seit Dienstag im Kreismuseum sichtbar. Elf Neuntklässler der GTS 2001 dokumentieren den Wandel dort – im Rahmen der Reihe „Kulturelles Erbe“.

Schon seit mehr als zehn Jahren besteht die Zusammenarbeit des Museums mit der Syker Haupt- und Realschule. In diesem Jahr kann sich das Ergebnis indes besonders gut sehen lassen: Die Schauvitrinen im Eingangsbereich des Museums sind liebevoll und vielfältig gestaltet, hinzu kommen die Ergebnisse eines Kunstprojekts (unter Hilfe von Silvia Lauer-Schulz) und ein Mitmach-Bereich für Museumsbesucher.

Die ursprüngliche Idee des Projekts befasste sich mit den alten Hotels und Gastwirtschaften in Syke – und mit den Veränderungen, die der Zuzug von Gastarbeitern in den 60er- und 70er-Jahren nach sich zog. „Anhand von drei Beispielen konnten die Schüler gut die Entwicklung nachvollziehen“, erklärt Miriam Schulz, die Leiterin des Projekts.

Die drei Beispiele stehen an bekannten Orten: Herrlichkeit 1 ist der Platz, an dem einst das Café Felix beheimatet war. In den vergangenen Jahrzehnten beherbergte es unter anderem das Restaurant Komotini, seit diesem Jahr steht dort das Ben’s.

Ein Bild vom Café Felix an der Herrlichkeit. Die Aufnahme entstand in den 1950er-Jahren.

Das zweite Haus mit bemerkenswerter Geschichte ist das Haus an der Hauptstraße 44: Einst stand dort die Fleckenschule, später ein Kolonialwarenladen und der Geschenkeladen Isensee, ehe links Pino und rechts die Weinhandlung dort einzogen. Und die dritte Immobilie ist die Hauptstraße 11, die unter anderem auf eine Nutzung als Bürgermeisterhaus, Café, Eisdiele, Reformhaus und Kebaphaus zurückblicken kann.

Die Jugendlichen stöberten im Archiv des Kreismuseums, recherchierten die Historie und stellten danach einen Fragebogen zusammen, mit dem sie kulinarischen Vorlieben der unterschiedlichen Generationen herausarbeiten wollten. Nicht nur im Museum und am Hachepark-Center wurden Stimmen gesammelt, auch beim Austausch in La Chartre verteilten die Schüler die ins Französische übersetzten Bögen.

Das Ergebnis liefert einen Einblick in die Unterschiede, mit denen die Generationen (und Nationen) Essen wahrnehmen. „Für uns ist es selbstverständlich, zum Italiener zu gehen“, sagt Schulz. „Das war früher nicht so.“

An Stelle des Cafés Felix steht heute das Restaurant „Ben’s“.

Für die Jugendlichen war es interessant, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und zum Teil überraschend: „Das Klischee, dass alle Franzosen Schnecken mögen, stimmt überhaupt nicht“, sagt Marcel Gerke. Und Henrik Hoffmeister fand es spannend „etwas über andere Esskulturen zu erfahren“.

Auf das Ergebnis waren die Neuntklässler jedenfalls stolz. Mit Recht, findet Konrektor Elias Neukirchen. „Es ist so wichtig für die Schüler, raus aus dem Schulalltag zu kommen und mit solchen Projekten auch mal über den Tellerrand hinauszusehen.“

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