„Ist ja für einen guten Zweck“

Gymnasiasten beweisen sich beim Arequipa-Basar als geschickte Verkäufer

Die Schüler hatten sich für ihren Basar einiges einfallen lassen. Es gab jede Menge Süßes und Herzhaftes zu essen, weihnachtlichen Schmuck und Basteleien, Musik und Präsentationen. Diese Gruppe bot Zauberhaftes zum Thema Harry Potter an.

Syke - Von Detlef Voges. Der Arequipa-Basar des Syker Gymnasiums ist immer wieder ein Fest der Sinne. Schüler backen, musizieren, spielen, sind künstlerisch tätig – und alles für einen guten Zweck. Seit 19 Jahren unterstützt die Schule mit den Einnahmen des Basars das Straßenkinder-Projekt Casa Verde im peruanischen Arequipa. Mehr als ein Zuschuss. Die Basar-Spende aus Syke deckt bis zu 15 Prozent des Etats des Kinderschutzzentrums ab und sorgt dafür, dass die Kinder dort ein Jahr mit Lebensmitteln versorgt werden können.

Diese emphatische Philosophie war auch am Samstag auf dem jüngsten Arequipa-Basar spürbar. Die Nase nahm schon von Weitem jene starke Brise wahr, die die Lust am Naschen weckt: Waffeln mit heißen Kirschen, Obstspieße mit Schoko-Überzug, Hotdogs, Nachos, Crêpes, Kuchen, Torten und, und, und.

Zudem legten sich die anpreisenden Schüler ins Zeug, als gelte es, Rekorde zu brechen. All das mit einer bewundernswerten Leidenschaft, gepaart mit Charme und Witz.

Das Foyer als Buchladen

Was es denn hier wohl gebe, meinte ein Vater, als er in Richtung Café steuerte. „Süßes satt“, antwortete ein Schüler lächelnd. „Bist du der Kaufmann?“, fragte eine Mutter einen Schüler, der im Raum 64 Tee verkaufte. „Nee, der Verkaufmann“, erklärte der schlagfertig und wurde auf einen Schlag sein ganzes Tee-Kontingent los.

Irgendwo war immer etwas im Schulgebäude. In der Aula boten Bläserklassen, der Chor, die Big Band, The Small Band und Klassenorchester ein farbiges zweistündiges Musikprogramm.

Das Foyer glich einem Buchladen mit allem, was das Herz der Lese-Fans anrührt, vom Kinderbuch bis zu Krimi, vom Sachbuch bis zum Roman.

Für einen guten Zweck

„Was würden Sie denn für die Bücher geben?“, fragte die Schülerin an der Kasse mit Blick auf den Stapel lächelnd – und fügte kurz darauf an: „Ist ja für einen guten Zweck.“

Die Schüler hatten sich im Vorfeld reichlich aus ihrer Kreativ-Abteilung bedient und sich für den Basar einiges an attraktiven Angeboten einfallen lassen. So gab es eine Quizbox mit Rezepten aus aller Welt und nebenan einen Malwettbewerb zum Thema Harry Potter. Und um jeden Zweifel am Ergebnis auszuräumen, stand an der Tafel: „Mit altersgerechter Bewertung“ – na, also.

Viel zu beobachten

Beim Schlittenrennen mussten die Spieler auf vier Bahnen Golfbälle in Löcher befördern. Den Fortgang konnten Spieler und Zuschauer auf einem großen Bildschirm verfolgen. Ein Angebot mit Spannungseffekt.

Im Keramikraum bearbeiteten Schülerinnen mit feinen Schleifgeräten Gläser und schufen zeitgemäße Gravuren. Paula hatte das erforderliche ruhige Händchen und fräste einen Schneemann auf den Rand des Glases.

Für Straßenkinder in Areguipa

Feine Handarbeiten gab es am Arequipa-Stand: Weihnachtsbasteleien aus Peru, kleine Figuren aus Wolle, Handschuhe und Taschen. Farbenfreudige Grüße aus Peru von den Partnern aus der Casa Verde.

20 Jahre gibt es das Haus schon. 1997 bauten der deutsche Sozialpädagoge Volker Nack und seine peruanische Frau Dessy ein Heim für Straßenkinder in Arequipa auf. Wegen seines grünen Anstrichs erhielt das Haus den Namen Casa Verde.

In den Folgejahren wuchs das Projekt auch dank der Spenden aus Syke. In Arequipa werden 15 Mädchen und Jungen betreut. In einem weiteren Haus in Cusco betreut die Organisation von Volker Nack außerdem 15 Mädchen.

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