„Interessenten rennen Maklern die Bude ein“

Baulandpreise: Behörde legt Zahlen vor

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Yvonne Aufderheide und Florian Brauer vom LGNL zeigen an der Landkarte die unterschiedliche Preisentwicklung im Landkreis.

Syke - Von Michael Walter. Die Preise für Bauland steigen weiter – im Norden des Landkreises deutlich stärker als im Süden. Das ist die Botschaft, die das Landesamt für Geoinformation und Landvermessung Niedersachsen (LGNL) gestern zu verkünden hatte. In der Geschäftsstelle in Syke gab am Montag der Gutachterausschuss für Grundstückswerte die Bodenrichtwerte für 2018 bekannt.

Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Seit 2010 steigen die Baulandpreise stärker als die Verbraucherpreise und als Löhne und Gehälter. Kreisweit im Durchschnitt um 13 Prozent, im Nordkreis sogar um 50 Prozent.

Spitzenreiter der Entwicklung waren 2017 Stuhr und Weyhe mit einem Preisanstieg von – je nach Lage – bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Syke sind es bis zu zehn Prozent, in Bassum und Twistringen bis zu fünf Prozent in den Ortskernen. In den Randlagen seien in diesen beiden Gemeinden dagegen nur „punktuelle Erhöhungen“ nachweisbar, so Florian Brauer, der Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Höchste Grundstückspreise in Weyhe

Die durchschnittlich höchsten Grundstückpreise zahlen Bauwillige in Weyhe. In guten Lagen kostet der Quadratmeter Bauland dort im Schnitt 290 Euro. Zum Vergleich: In Stuhr sind es 250 Euro und in Syke 185 Euro. Wobei diese Durchschnittswerte immer nur einen Teil des tatsächlichen Marktgeschehens wiedergeben. Brauers Mitarbeiterin Yvonne Aufderheide nennt ein Beispiel: „Es gab letztes Jahr Verkäufe in Brinkum, wo für den Quadratmeter über 400 Euro gezahlt worden sind.“ In Syke liegen die Spitzenwerte bei immerhin 265 Euro. Bassum, Twistringen und Bruchhausen-Vilsen sind da deutlich günstiger: Die Durchschnittspreise liegen dort selbst in guten Lagen deutlich unter 100 Euro pro Quadratmeter.

„Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute sich diese hohen Preise leisten können“, sagt Florian Brauer mit Blick auf seine aktuellen Zahlen. „Nach allem, was wir wissen, rennen die Interessenten den Maklern die Bude ein.“

„Es wird gekauft, was da ist“

Eine Erklärung für diese große Nachfrage sieht der Experte in der Bevölkerungsentwicklung. „Den früher einmal typischen Vier-Personen-Familienhaushalt gibt es heute fast gar nicht mehr. In Niedersachsen sind Ein- und Zwei-Personen-Haushalte inzwischen der Normalfall.“ Die Ein-Personen-Haushalte machen mit einem Anteil von 41 Prozent die größte Einzelgruppe aus. „Und dieser Trend wird immer dramatischer“, sagt Brauer. „Deshalb ist die Nachfrage nach Wohnraum ungebrochen.“

Das wirkt sich nicht nur auf die Baulandpreise aus, sondern auch auf den Markt für bereits bebaute Grundstücke. Brauer: „Dort ist die Entwicklung sogar noch drastischer.“ Mitunter könne in einigen Bereichen Bauen sogar günstiger sein als kaufen. Beispiele findet er mit Blick über die Landesgrenze: „In Bremen werden Reihenhäuser aus den 70er-Jahren für 350 000 Euro verkauft. Da muss man sich schon fragen, ob man es dafür nicht auch neu gebaut kriegt.“ „Man bekommt in Bremen bloß kein Grundstück dafür“, hakt Yvonne Aufderheide ein. Folge: „Es wird gekauft, was da ist.“

Detaillierte Zahlen zum Grundstücksmarkt legt das LGNL im März vor. Wer wissen möchte, was sein eigenes Grundstück wert ist, kann das gegen Gebühr im Internet erfahren.

www.boris.niedersachsen.de

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