Schüler stellen im Ratssaal Facharbeiten zum Thema Demenz vor

„Inklusion wird gelebt“

Marie Bauer griff während ihres Vortrags zur Querflöte: An das Volkslied „Alle Vögel sind schon da“ erinnern sich fast alle Demenzkranken, meint sie. - Foto: Tobias Kortas

Syke - Von Tobias Kortas. „Ich möchte mit euch zusammen singen“: Dieser Satz kommt von Marie Bauer, Elftklässlerin am Gymnasium Syke, am Ende ihres Vortrags überraschend, doch er passt. Die Schülerin hat sich in einer Facharbeit nämlich mit dem „Musiktherapie bei Alter und Demenz“ befasst. Prompt zückt sie eine Querflöte, und der ganze Ratsaal singt gemeinsam das Volkslied „Alle Vögel sind schon da“.

Seit gut zwei Jahren beteiligt sich die Stadt an dem Projekt „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ des Bundesfamilienministeriums. In dessen Rahmen haben eine Vielzahl der Zwölfklässler vom Beruflichen Gymnasium Gesundheit und Pflege der Berufsbildenden Schulen bei Auftraggebern hospitiert und für sie Facharbeiten zum Thema Demenz erstellt.

Marie Bauer stieß dazu. „Sie hat im Internet von dem Projekt erfahren und sich bei uns gemeldet“, berichtet Heike Wilhelm von der Stadtverwaltung. In Kurzvorträgen stellten die Schüler gestern im Ratssaal ihre Arbeiten vor. So auch Bauer, die bei der Musiktherapie der Kreismusikschule hospitiert hat.

Zurzeit veranstaltet die Stadt eine Aktionswoche mit ihren Kooperationspartnern für das Projekt. Darunter sind die Volkshochschule, das Kreismuseum, die Kreismusikschule, die Stadtbibliothek und eben auch die Berufsbildenden Schulen.

„Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein bei der Inklusion“, äußerte sich der Erste Stadtrat Thomas Kuchem. „Es zeigt sich, dass in Syke Inklusion gelebt wird.“ Kuchem eröffnete außerdem die Foto-Ausstellungen „Lebensfreude trotz Demenz“ im Ratssaal und „Vergissmeinnicht: Alltagsleben mit Demenz“ in der Stadtbibliothek. Zudem stehen Stellwände mit Bildern und Texten der Kooperationspartner im Ratssaal.

Kornelia Folk vom Familienministerium lobte den „generationsübergreifenden Ansatz“ in Syke. „Syke hat 2014 bei der Bewerbung zu dem Projekt überzeugt und überzeugt jetzt mit den Ergebnissen“, so die Mitarbeiterin des Referats Gesundheit im Alter, Hilfen bei Demenz, Inklusion. Folk rief dazu auf, die durch das Projekt in Syke zur Hilfe bei Demenz geschaffenen Strukturen „auch nach Ablauf der Förderung im August zu nutzen und die Inhalte weiterzuführen“.

In ihren Vorträgen schilderten die Schüler ihre praktischen Erfahrungen während des Projekts. Nina Budelmann, Isabell Blumenthal, Moussa Zubad, Sophie Otto und Michelle Oppermann haben mit Bewohnern der Seniorenresidenz Deutsche Eiche Spiele als Therapie gegen Demenz gespielt. Ein Kinderbuch mit dem Titel „Oma hat Demenz“ haben dagegen Yvonne Diekel, Céline Leerhoff und Tanja Ristedt in der Grundschule Heiligenfelde vorgestellt. Es soll Kinder für den Umgang mit dementen Menschen sensibilisieren.

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