Türkische Kulturnacht im Kreismuseum 

Infos über Kemal Atatürk

Selma Karabslut (rechts) begrüßte die Besucher im Kreismuseum. Zusammen mit Bektas Kapdi musizierte sie. Über einen tollen Abend freute sich auch Rahmi Tuncer von Pro Asyl. - Foto: Husmann

Syke - Von Dagmar Voss. Mehr als 50 Menschen feierten eine türkische Kulturnacht auf der Diele des Kreismuseums. Bei Musik und Tanz, Informationen über den beliebten Reformator Kemal Atatürk, bei kulinarischen Leckereien und Chai aus dem Samowar ergaben sich viele Gespräche, sodass erst nach gut vier Stunden das Festende erreicht war.

Im Rahmen der Türkei-Woche im Landkreis hatten türkischstämmige Schüler, Migranten und Flüchtlinge eingeladen, mit ihnen gemeinsam Land und Leute kennenzulernen, um zu einem gegenseitigen Austausch zu kommen und einem gleichberechtigteren Zusammenleben in der Region. Den Auftakt dieser Veranstaltungsreihe hatte es am vorangegangenen Dienstag im Eine-Welt-Haus in Barnstorf gegeben mit dem Thema „Bildungssystem in Deutschland – im Landkreis Diepholz“, und das in Kurdisch, Arabisch und Deutsch. Knapp 30 Interessierte konnten die Veranstalter da erreichen, berichtete Rahmi Tuncer von Pro Asyl.

Die ungewöhnlichen Klänge zweier Saz (typisches türkisches Saiteninstrument), gespielt von Gamze Kapdi und ihrem 15-jährigen Bruder Bektas machten den musikalischen Anfang des Abends; gefolgt von einem wundersam sanften allevitischen Liebeslied, vorgetragen von Gamzes melodischer Altstimme.

Doch sie konnte nicht nur Musik machen, sie hatte auch ein kurzes Referat dabei, in dem sie über das Leben und die Reformen des wohl bekanntesten Türken der Neuzeit, Mustafa Kemal Pascha (1881 bis 1938), seit 1934 mit dem Nachnamen Atatürk versehen, informierte. Passend zu dessen Todestag am 10.  November 1938 berichtete die 16-Jährige über dessen vielfältiges Wirken, über eine Vielzahl erstaunlicher Neuerungen, die der Begründer der Republik Türkei herbeigeführt hatte. Unter anderem hatte er schon in den 30er-Jahren das aktive Frauenwahlrecht eingeführt, als in Europa noch niemand daran dachte. Vielleicht ebenso erstaunlich sein Eintreten für den Laizismus, das heißt für die absolute Trennung zwischen Religion und Staat. „Heute ist das schon fast wieder vorbei im Lande Erdogans, da geschieht immer mehr Einmischung in dieser Diktatur“, sagte der türkischstämmige Integrations- und Flüchtlingsberater Tuncer. „In jedem Dorf, jeder Gemeinde werden Moscheen gebaut, auch wenn gerade dort wegen des anderen Glaubens – mal allevitisch, mal jesidisch – Moscheen gar nicht dazu gehören.“

Neben den aufschlussreichen Hinweisen konnte die Gäste es sich bei den typischen Teigtaschen, den Börek mit und ohne Schafskäse, hergestellt von Safiye Kapdi und Tee gut gehen lassen.

Das taten auch fünf Schüler. Die Neunt-Klässler waren gekommen, um innerhalb ihres Politikwettbewerbs zu ihrem Türkeiprojekt an der KGS Moordeich Informationen zu sammeln. Da waren sie wahrscheinlich auf eine gute Fundgrube mit angenehmen Begleiterscheinungen gestoßen.

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