Gehweg Clueser Straße: Stadt will auf Veranstaltung verzichten / Entscheidung nach Anfragen revidiert

Info-Abend für die Anwohner? Nein! Doch! Oh!

An der Südseite der Clueser Straße (auf dem Bild rechts) soll ein Fußweg entstehen.
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An der Südseite der Clueser Straße (auf dem Bild rechts) soll ein Fußweg entstehen.

Heiligenfelde – Das Timing der beiden Pressemitteilungen war einigermaßen überraschend: Am vergangenen Freitag kündigte die Stadtverwaltung mit einer kurzen Mitteilung die Sperrung der Clueser Straße ab dem 29. Juli an. Grund: Die Straße erhält einen Gehweg. Erst am folgenden Montag kam die nächste Nachricht: Für den kommenden Donnerstag sind die Anlieger zu einer Versammlung zum Thema eingeladen. Ab 18.30 Uhr und unter Beteiligung des Ortsrates Heiligenfelde.

Dass das Timing in diesem Fall ungewöhnlich ist, räumt auch Sykes Erster Stadtrat Thomas Kuchem ein. Und liefert die Begründung gleich mit. Eigentlich hatte die Verwaltung auf die sonst übliche Anwohnerversammlung in diesem Fall verzichten wollen – wegen Corona. Die Ironie dieser Entscheidung: Der Raum, in dem in den vergangenen Monaten nahezu alle größeren Versammlungen – wie etwa Stadtratssitzungen – über die Bühne gingen, ist der große Saal des Heiligenfelder Dorfgemeinschaftshauses. An der Clueser Straße – entspannt von allen Anwohnern fußläufig zu erreichen.

Dass man sich in Reihen der Verwaltung jetzt recht kurzfristig umentschieden hat, liegt an der Reaktion der Heiligenfelder. Die hatten sich gleich reihenweise mit Anfragen an die Stadt und an Heiligenfeldes Ortsbürgermeister Wilken Hartje gewandt.

„Der Druck in Heiligenfelde ist so groß geworden – dem konnten wir uns nicht entziehen“, formuliert es Kuchem. Also wurde kurzerhand eine Veranstaltung für die Anwohner organisiert: Donnerstag um 18.30 Uhr ist im DGH pro betroffenem Grundstück eine Person willkommen, zudem werden auch die Mitglieder des Ortsrates vor Ort sein.

Auf der Versammlung sollen die Hintergründe der Maßnahme, die knapp zwei Monate dauert, erläutert werden. Auf insgesamt rund 450 Metern Länge wird auf der Südseite der Straße ein zwei Meter breiter Gehweg angelegt. Für die Herstellung werden Kosten von rund 190 000 Euro erwartet, das Land Niedersachsen bewilligte eine Förderung in Höhe von 100 000 Euro.

Bleiben noch 90 000 Euro, von denen gemäß derzeitigem Stand die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke 60 Prozent, also insgesamt 54 000 Euro zu tragen haben. Aus der Summe der beitragspflichtigen Flächen ergibt sich ein Beitrag von knapp 66 Cent pro Quadratmeter – für ein Grundstück von 1000 Quadratmetern wären also 660 Euro fällig.

Ein Thema, das morgen zur Sprache kommen könnte, ist der Verlust von Grünstreifen durch den neuen Gehweg. Die wurden bislang gern mal als Parkplatz genutzt – eine gelebte Praxis, die „so eigentlich nicht gedacht ist“, betont Kuchem. Das Parken dort „war nicht rechtens und ist es auch weiterhin nicht“, erklärt der Erste Stadtrat – und weist noch darauf hin, dass man ja einen großen Parkplatz – den des DGH – direkt in der Nachbarschaft habe. Von dort aus könne man bald „ganz sicher über den neuen Gehweg zu seinem Grundstück gehen“.

Von Frank Jaursch

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