Info-Abend zur Dorferneuerung für Henstedt und Heiligenfelde

Strenge Vorgaben für 25 Prozent Zuschuss

Heiligenfelde - Von Michael Walter. Wer in Henstedt oder Heiligenfelde ein Häuschen besitzt und im nächsten Jahr etwas renovieren möchte, sollte sich den Donnerstag kommender Woche rot im Terminkalender anstreichen: Am 16.Dezember beginnt um 19 Uhr im DGH ein Info-Abend zur Verbund-Dorferneuerung in beiden Orten.

Hauseigentümer können dort aus erster Hand erfahren, welche Sanierungsmaßnahmen unter welchen Umständen zuschussfähig sind, und was sie tun müssen, damit sie in den Genuss der Förderungen kommen können.

Informationen dazu geben Angela Kehl von der Stadtverwaltung sowie Gregor Paus vom Planungsbüro Grontmij aus Bremen, das die Dorferneuerung begleitet, und Petra Köroska vom Amt für regionale Landentwicklung aus Sulingen.

Eingeladen sind außerdem die Ortsräte beider Dörfer, die Teilnehmer der Fragebogenaktion und alle Einwohner, die das Thema allgemein interessiert.

Das eigentliche Ziel der Dorferneuerung reicht allerdings weit über bloße Renovierungsmaßnahmen hinaus. „Es geht darum, einen Anschub für zukünftige bauliche Entwicklungen zu geben und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass typische Baustrukturen erhalten bleiben“, erklärt Bauamtsleiter Timo Fleckenstein. „Wir wollen die Charakteristik der Dörfer erhalten.“

Dächer, Fenster und Fassaden zum Beispiel spielen dabei eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt in punkto Größe, Farbe und Struktur der verwendeten Materialien. Wer in Genuss von Zuschüssen kommen möchte, sollte sich also von der Idee verabschieden, beispielsweise hölzerne Sprossenfenster durch großflächige Fenster mit Kunststoffrahmen zu ersetzen oder seine alte Holztür gegen eine Kunststofftür aus dem Baumarkt auszutauschen. Und das gilt nicht nur für denkmalgeschützte Häuser.

„Sowas wäre nicht im Sinne der Dorferneuerung und somit auch nicht förderfähig“, sagt Timo Fleckenstein. „Die vorhandene Qualität würde dadurch gemindert werden.“

In der Tat gehen die Vorgaben der Behörden vergleichsweise tief ins Detail. Hinter allgemeinen Gestaltungsgrundsätzen wie „Einfügung in das umgebende Dorf- und Landschaftsbild“ oder „stilgerechte Erhaltung ortstypischer Gestaltungselemente“ verbergen sich weit genauere Festlegungen. So ist etwa das Seitenverhältnis der Fenster geregelt (2:1 bis 1,5:1), die Breite der Dachgauben (nicht größer als insgesamt ein Drittel der Trauflänge) und sogar ob – und wenn ja: womit – die Hofflächen gepflastert werden dürfen.

Wer sich auf diese Fülle der Vorgaben einlässt, kann im Gegenzug mit einem Zuschuss von 25 Prozent seiner Baukosten rechnen: bis zu 25000 Euro pro einzelnem Gebäude, in Ausnahmen bis zu 50000 Euro.

Bedingung dafür ist allerdings, dass man bis zum 15. Februar einen Förderantrag stellt. Wie und wo, verraten die Experten beim Info-Abend. Ganz wichtig ist aber: Die Baumaßnahme darf nicht begonnen werden, bevor der Förderungsbescheid vorliegt, sonst gibt‘s keinen Zuschuss mehr. Das gilt auch für die Auftragsvergabe und für den Kauf des Materials.

Rubriklistenbild: © dpa

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