1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Syke

Wie Homeoffice, bloß nicht zuhause

Erstellt:

Von: Michael Walter

Kommentare

„Hier ist CoWork-Land“ steht auf dem farbigen Aufsteller. Coworking – das ist im Prinzip wie Homeoffice, bloß nicht zuhause. Für vier Monate bietet die Stadt Syke jetzt probehalber acht Coworking-Arbeitsplätze in Wessels Hotel an. Von links: Bürgermeisterin Suse Laue, die drei Community-Manager Angelika Littauer, Stefan Buchholz und Christan Willner sowie Erster Stadtrat Thomas Kuchem.
„Hier ist CoWork-Land“ steht auf dem farbigen Aufsteller. Coworking – das ist im Prinzip wie Homeoffice, bloß nicht zuhause. Für vier Monate bietet die Stadt Syke jetzt probehalber acht Coworking-Arbeitsplätze in Wessels Hotel an. Von links: Bürgermeisterin Suse Laue, die drei Community-Manager Angelika Littauer, Stefan Buchholz und Christan Willner sowie Erster Stadtrat Thomas Kuchem. © Michael Walter

Syke – An die Neugierigen, die sich von Zeit zu Zeit die Nasen am Fenster platt drücken, haben sich Christian Willner, Angelika Littauer und Stefan Buchholz schon gewöhnt: Es brennt wieder Licht in Wessels Hotel. Und das zieht wie magisch die Blicke an.

Die Drei betreuen als „Community-Manager“ die neue Coworking-Area, die die Stadt Syke zusammen mit der Anbieter-Plattform Cowork-Land im Altbau an der Hauptstraße betreibt.

Coworking – das ist wie Homeoffice, bloß nicht zuhause. Gedacht für Leute, die gern im Homeoffice arbeiten würden, aber in den eigenen vier Wänden nicht die Möglichkeiten dazu haben. Weil vielleicht nicht genug Platz vorhanden ist, es kein brauchbares Internet gibt oder einfach so viel drumherum passiert, dass fokussiertes Arbeiten nicht möglich ist. Im Coworking-Space stellt der Anbieter den Arbeitsplatz und die Infrastruktur zur Verfügung, und wer sie nutzen will, mietet sich dort einfach ein.

In Syke ist das kostenlos. Denn das Angebot in Wessels Hotel ist erstens durch Fördermittel aus dem EU-Projekt „Perspektive Innenstadt“ finanziert und zweitens ein zeitlich befristetes Experiment. „Wir wollen herausfinden, ob in Syke für so etwas überhaupt Bedarf besteht“, sagt Erster Stadtrat und Wirtschaftsförderer Thomas Kuchem. Angelegt ist das Ganze auf vier Monate.

Der ehemalige Kleine Saal im Erdgeschoss ist jetzt Großraumbüro mit insgesamt acht Arbeitsplätzen. Gegenüber das alte Clubzimmer dient jetzt als Konferenzraum. Schreibtische, Bürostühle und Monitore stellt der Anbieter. Einige andere ausgewählte Möbelstücke stammen noch aus dem Fundus von Wessels Hotel. Auch das alte Klavier steht immer noch an seinem alten Platz im Kleinen Saal.

Christan Willner, Angelika Littauer und Stefan Buchholz kümmern sich darum, dass alles klappt und jeder, der dort einen Platz bucht, alles findet, was er braucht. Bürozeiten sind klassisch „Nine-to-five“: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, und mindestens einer der drei „Community Manager“ ist immer vor Ort.

„Sein Laptop muss jeder selbst mitbringen“, spricht Willner das Selbstverständliche explizit aus. „Ein Headset zum Telefonieren ist eine dringende Empfehlung.“ Und telefoniert wird natürlich auch mit dem eigenen Telefon. „Wir können hier nicht acht verschiedene Anschlüsse legen.“ Und auch die Kabel zum Anschluss an den Monitor muss jeder selbst mitbringen. „Die haben wir hier nämlich nicht.“

Der Start dieses Experiments kam einerseits zwar nicht überraschend, aber andererseits dann doch recht plötzlich. „Es gab ja mal einen Antrag der FWG auf Einrichtung von Coworking-Plätzen in der Innenstadt“, erinnert Thomas Kuchem. Kurz darauf stieß die Stadt auf das Förderprojekt „Perspektive Innenstadt“. Syke bewarb sich, erhielt eine Zusage – und dann tat sich lange, lange gar nichts. Bei der N-Bank – das ist die Genehmigungsstelle – „liegen so viele Anträge vor, dass sich die Genehmigungsverfahren ein bisschen in die Länge ziehen“, erklärt Kuchem. „Wir müssen jetzt aber loslegen, weil wir das Projekt bis Ende Mai schon fertig abgerechnet haben müssen.“

Die Stadt selbst zahlt für die viermonatige Versuchsphase lediglich 8000 Euro. Der Rest ist Förderung. „Von dem Konzept sind wir überzeugt“, sagt Thomas Kuchem. „Und wir hoffen, dass es sich danach auch ohne Förderung wirtschaftlich weiterführen lässt.“ Wenn ja, dann mit Sicherheit nicht im Altbau von Wessels Hotel – denn da möchte die Stadt bekanntlich den neuen Standort für die Stadtbibliothek entwickeln. „Aber wir haben ja noch einige andere Leerstände in der Innenstadt“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Das schließt die übrigen Teile des Gebäudekomplexes ausdrücklich mit ein. „Da will ich gar keine Schranken im Kopf aufbauen.“

Zu buchen sind die Coworking-Plätze auf der Internet-Seite von Cowork-Land. Vormittags, nachmittags oder ganztags lauten die Optionen. „Gerne 48 Stunden im Voraus. Es geht aber auch kurzfristiger“, sagt Christian Willner. Und er lädt ein: „Einfach mal auf einen Kaffee vorbeikommen und sich das ansehen!“

Infos und Buchung:

www.coworkland.de

Von Michael Walter

Auch interessant

Kommentare