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In Syke laufen Planungen für Jugendaustausch mit Israel und Marokko

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Von: Fabian Pieper

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Die Verantwortlichen der Stadt Syke gemeinsam mit den Gästen aus Marokko und Israel vor dem Syker Rathaus.
Die Verantwortlichen der Stadt Syke gemeinsam mit den Gästen aus Marokko und Israel vor dem Syker Rathaus. © Fabian Pieper

Im Oktober sollen sich Jugendliche aus Syke, Marokko und Israel in einem gemeinsamen Jugendaustausch mit den Themen Klima und Umwelt auseinandersetzen und so voneinander lernen. Damit das klappt, treffen sich Verantwortliche aller beteiligten Nationen derzeit in Syke. Am Dienstagmorgen wurden sie offiziell im Rathaus empfangen.

Syke – „In dieser Zusammensetzung gab es noch keinen Jugendaustausch“ – so hat Sykes Stadtjugendpfleger Abdelhafid Catruat auf dem offiziellen trinationalen Empfang am Dienstagmorgen im Ratssaal der Stadt Syke die Bedeutsamkeit der Zusammenkunft zwischen Deutschen, Marokkanern und Israelis hervorgehoben. Und er setzte direkt noch einen drauf, indem er feststellte: „Wir haben Geschichte geschrieben.“

In der Sache geht es allerdings nicht darum, Vorreiter bei einer neuen Kombination der internationalen Beziehungen zu sein. Zumindest nicht nur. Denn im Vordergrund steht ein deutlich wichtigeres Thema: Umwelt- und Klimaschutz.

Doch von Anfang an – und wieder zurück zu Catruat. Der hatte auf Treffen des Koordinierungszentrum für Deutsch-Israelischen Jugendaustausch „ConAct“ in Berlin und später auch in Israel Kontakte geknüpft und mit diesen die Idee eines eigenen Austauschprogramms entwickelt.

Austausch im Oktober

Zu diesem Jugendaustausch soll es Ende Oktober in Syke kommen. Damit den Jugendlichen – jeweils zwölf pro Nation – ein interessantes Programm geboten wird, haben sich die Verantwortlichen für das Projekt in dieser Woche in Syke getroffen. Ein Austausch vor dem Austausch sozusagen. Aber es gab vonseiten der Stadt Syke eine Bedingung: „Es war uns wichtig, etwas in Sachen Umwelt zu tun“, sagte Catruat, „deshalb ist es gut, dass wir einen Partner wie SPNI gewonnen haben.“

SPNI, das steht für „Society for the Protection of Nature in Israel“ (Gesellschaft zum Schutz der Natur Israels) und ist so etwas wie das israelische Pendant zum Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Gil Bezalel vertritt die SPNI auf internationaler Ebene und fühlte sich aufgrund der eh schon engen Zusammenarbeit mit Deutschland bei seinem Besuch in Syke „wie zu Hause“. Er sprach von einer „neuen Ära der Verständigung“ und davon, dass es das Wichtigste sei, „etwas zusammen zu tun für die nächste Generation“.

Honorarkonsul gibt sich die Ehre

Ähnliche Töne schlug auch Abdelhafid Bentouhami an, der als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Al Hoceima im Norden Marokkos ebenfalls zur Gruppe gehört, die nach Syke gereist war. Er freue sich auf das Treffen, und dass die Jugendlichen sich über ein sehr komplexes Thema austauschen können, sagte er unter den Augen des per Video zugeschalteten Bürgermeisters von Ajdir in der Provinz Al Hoceima, Abdelwahid Abakouy.

Per Video zugeschaltet: Abdelwahid Abakouy.
Per Video zugeschaltet: Abdelwahid Abakouy. © Pieper, Fabian

Dass die Veranstaltung auf hohes Interesse auch außerhalb des Kreises der Teilnehmer stößt, beweist der Besuch von Volker Kröning. Der Honorarkonsul des Königreichs Marokko kannte sich dabei in Syke bereits aus, denn vor zweieinhalb Jahren sei er bei einem trinationalen Austausch in der Kombination Deutschland – Marokko – Polen nach Syke gekommen, sagte er.

„Großer Respekt“ vor dem Projekt

Ihm sei das Konterfei des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am Eingang des Ratssitzungssaals aufgefallen. Gleichzeitig bemerkte er ein Porträt des marokkanischen Königs Mohammed VI. im Hintergrund des Büros von Abdelwahid Abakouy. „Über dieser Aktion, der Sie machen, steht die Unterstützung beider Staatsoberhäupter“, betonte er und ergänzte, auch er selber habe „großen Respekt“ vor diesem Projekt.

Und zur Geste des Respekts gehören auch Gastgeschenke. So tauschten die Anwesenden Mützen und Bücher aus, zudem erhielt die Stadt Syke aus Marokko eine gläserne Plakette, die die zukünftige Verbindung zementieren soll. Auch sonst war die Stimmung unter allen Beteiligten gut, sodass Abdelhafid Catruat zufrieden feststellte: „Ich bin froh, dass es gut ankommt.“

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