Joachim Horn übergibt ehrenamtliche Rentenberatung an Marcus Buckner

Immer ein bisschen Detektiv

Wechsel bei der ehrenamtlichen Rentenberatung: Joachim Horn (rechts) reicht den Staffelstab – genauer: die Info-Flyer – weiter an seinen Nachfolger Marcus Buckner. 
Foto: Michael Walter
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Wechsel bei der ehrenamtlichen Rentenberatung: Joachim Horn (rechts) reicht den Staffelstab – genauer: die Info-Flyer – weiter an seinen Nachfolger Marcus Buckner. Foto: Michael Walter
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Syke – Schön, wenn man im Ehrenamt so gefragt und erfolgreich ist wie Joachim Horn. Aber wenn das in 60 bis 80 Termine pro Monat ausartet, wird das Hobby zum Stress. Deshalb zieht der 69-Jährige jetzt auch die Notbremse und gibt die Rentenberatung für Syke und umzu auf.

Zweieinhalb Jahre hat Horn Menschen geholfen, ihre Rentenanträge auszufüllen und die nötigen Nachweise dafür zu vervollständigen. Einmal im Monat im Familienberatungsbüro der Stadtverwaltung an der Waldstraße 1 und nach Termin bei sich zuhause in Bruchhausen-Vilsen. „Es wird mir einfach zu viel. Weil ich das ja nicht nur für Syke mache, sondern auch noch für Sulingen und Kirchdorf.“ Da wird Horn das auch noch weiter machen. Syke gibt er jetzt ab. Sein Nachfolger ist schon gefunden: Marcus Buckner aus Barrien.

Buckner ist gerade mal erst 50 und noch in Vollzeit berufstätig. Er arbeitet bei der Handelskrankenkasse in Bremen im Beitragswesen, er hat drei Kinder und ist damit eigentlich voll ausgelastet. Trotzdem macht er schon seit etwa zehn Jahren ehrenamtliche Rentenberatung. Bisher bloß nicht in Syke. „Jetzt bin ich von Kollegen angesprochen worden: In Syke wird ein Beraterposten frei.“

Am Dienstag war im Syker Rathaus sozusagen die Amtsübergabe. Joachim Horn kann Buckner zu seiner Entscheidung nur beglückwünschen. „Persönlich bringt einem das was“, findet er. Buckner sieht das auch so. „Es macht Spaß, den Leuten zu helfen. Wenn man mal sieht, wie dick so ein Rentenantrag ist,...“ – „Mindestens 17 Seiten“, hakt Horn ein. „Und ein Hinterbliebenenantrag geht nicht unter 25 Seiten.“ Die beiden haben sich noch nie zuvor gesehen, spielen sich aber die Bälle zu, als hätten sie 30 Jahre nichts anderes gemacht.

„Man ist immer auch ein bisschen Detektiv“, erzählt Joachim Horn, und Marcus Buckner nickt zustimmend. „Wenn die Unterlagen nicht vollständig sind, zum Beispiel. Richtig intensiv wird es, wenn es um Erwerbsminderungsrenten geht. Da muss man richtig tief ins Persönliche einsteigen.“ Buckner: „Ein ganzes Arbeitsleben rekapitulieren.“ Horn: „...und schriftlich dokumentieren.“

Oder wenn es noch andere Rentenkonten im Ausland gibt. „Bei Spätaussiedlern mit Wurzeln in Kasachstan oder der Ukraine“, erzählt Horn. „Die Behörden dort sind schwierig, die Arbeit wird anders bewertet als hier, und die Papiere müssen alle übersetzt und beglaubigt werden. Wenn ich nur solche Fälle hätte, hätte ich längst hingeschmissen“, lacht er. „Die Spätaussiedler selbst sind meist sehr akkurat. Und sie sind dankbar für die Hilfe.“

Info

Marcus Buckner vereinbart ab sofort Termine für Beratungsgespräche. Zu erreichen ist er unter 0170 / 733 50 78 oder marcus@buckner.de

Von Michael Walter

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