Der Ideenjongleur

Hendrik Lambertus etabliert sich als Fantasy- und Kinderbuchautor

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Bild oben: Hendrik Lambertus ist auf dem besten Weg, zu einem anerkannten Autoren für Fantasy- und Jugendbücher zu werden. Seine jüngste Veröffentlichung „Die Mitternachtsschule“ punktet mit einem knackigen Schreibstil, einer erfrischenden Story und sensationellen Farb-Illustrationen von Alexandra Helm.

Seinen ersten Roman nahm Hendrik Lambertus mit 14 Jahren in Angriff. „Eine Heldenreise“, erinnert er mit einem Lächeln und erzählt von einem Universum, in dem die Elemente einander bekämpfen. Was voller Enthusiasmus begann, versandete schließlich irgendwann auf halber Strecke – wie bei so vielen jungen Hobbyautoren. Doch seine Passion ließ Lambertus nicht los. Jetzt kann der 40-jährige Syker auf ein spektakuläres erstes Jahr als Vollblut-Schriftsteller zurückblicken.

Syke - Gleich vier Romane von ihm sind seit Juni 2018 erschienen, die Veröffentlichung von zwei weiteren steht bevor.

So viel Schaffenskraft – dafür muss man vor Kreativität nur so überquellen. „Ich bin eigentlich ständig am Ideen-Jonglieren“, erklärt Lambertus. Mehr noch: „Ich tagträume massiv, wenn ich nicht schreibe.“ Die Autorentätigkeit gewissermaßen als Therapie.

Schon immer war die Fantasie ein Begleiter von Hendrik Lambertus. Das war während der Schulzeit des begeisterten Rollenspiel-Fans so und auch beim Studium der Literaturwissenschaft, als seine Lust am Außergewöhnlichen ihn in unvorhersehbare Richtungen trieb. „Ich wollte wirklich vernünftig sein“, beteuert er, hält inne – und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Aber da waren dermaßen coole Angebote...“

So folgte er seinem Instinkt, absolvierte in Tübingen sein Studium der Skandinavistik, Indologie und alter Germanistik, promovierte – und träumte seinen Traum vom Schriftsteller-Dasein im Verborgenen weiter. Eine wichtige Rolle spielte dabei Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf: Lambertus besuchte mehrere Kurse beim Schöpfer der Ostfriesland-Krimis. Ihn sieht er auch als eine Art Rollenvorbild: „Sehr begeisterungsfähig, aber immer in sich ruhend.“

Neben den Lehraufträgen an mehreren Universitäten und seiner Schreibwerkstatt „Satzweberei“ fristete das Geschichtenschreiben in Lambertus’ Leben lange ein Schattendasein. Als es aber mehreren Kunden seines Schreibcoachings gelang, eigene Werke zu veröffentlichen, „hat es mich ermutigt, es auch endlich selbst zu probieren“.

Also versuchte der Syker sein Glück – und zwar nicht etwa bei Verlagen, sondern bei Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, den Kontakt zu den Bücherverlagen herzustellen. Mit durchaus bemerkenswertem Erfolg – die Agentur Scriptzz, bei der er landete, leistet offenbar ganze Arbeit. Lambertus ist gleich bei drei Verlagen unter Vertrag: Fantasy-Werke erscheinen bei Bastei-Lübbe, Jugend- und Kinderbücher bei Ueberreuter. Und Sachbücher – unter anderem hat Lambertus an einem Werk über unterschiedliche Schulformen in Deutschland mitgeschrieben – veröffentlicht der Eden-Verlag.

Lambertus erinnert sich noch an das Hochgefühl, als sein Premieren-Roman – der erste Teil der „Zwillingsblut“-Trilogie – publiziert wurde. Das Datum kommt wie aus der Pistole geschossen: „29.  Juni 2018.“ Zwar hatte er zuvor bereits die Veröffentlichung seines Schul-Ratgebers erlebt. Doch den „Kampf der Zwerge“, seinen Erstlingsroman, als fertiges Produkt zu sehen – „das war schon was Besonderes. Ich bin eben von Herzen Belletristik-Mensch.“

Nur gut einen Monat später erschien mit „Nicodemus Faust und das Haus der 100 Schlüssel“ sein erstes Fantasy-Buch für Kinder. Er habe ein wenig gebraucht, um sich „da ranzutrauen“, räumt der Syker ein. In seinen Vorstellungen mussten die Autoren von Kinderbüchern „alt und weise sein“.

Zweimal Fantasy, zweimal Kinder- und Jugendbuch: Insgesamt haben seit Juni 2018 vier Romane des Sykers den Weg in die Buchhandlungen geschafft.

Am Ende war es doch gar nicht so schwer. Und sogar nützlich: Man zwinge sich für Kinderbücher, in kurzen, klaren Sätzen zu schreiben, „nicht so verschwurbelt oder pseudo-tiefsinnig“ – das helfe auch bei den Storys für die etwas reifere Klientel.

In der Zwischenzeit ist der zweite „Zwillingsblut“-Titel erschienen, der Abschluss der Trilogie („Der Zorn der Orks“) erscheint am 30. August. Besonders am Herzen liegt Lambertus sein zweites Kinderbuch. „Die Mitternachtsschule“ punktet nicht nur mit einer monstermäßig erfrischenden Story, sondern zudem mit liebevoll gestalteten farbigen Illustrationen auf jeder Seite.

Mit der „Mitternachtsschule“ hat Hendrik Lambertus zudem ein weiteres, relativ unbekanntes Terrain betreten: das der Lesungen. Zweimal hat er in den Schüttert-Buchhandlungen in Syke und Weyhe für Grundschüler gelesen. Ein spannender Austausch mit unmittelbaren, echten Reaktionen.

„Man lebt für das Feedback“, freut sich Lambertus. Gerade weil ihm der Kontakt nicht ganz so leicht fällt, wie man vermuten würde. „Ich bin zu schüchtern, mehr so der Back-Office-Mensch“, lächelt er. Dafür kann er auf Kommando abliefern: Lambertus ist ein echter Schnellschreiber. Aber auch Perfektionist – so passiert es schon mal, dass eine Passage zehn- oder auch 20-mal überarbeitet wird.

Dabei hilft ihm Man- und Womanpower aus der eigenen Familie: Ehefrau Anne ist eine eifrige Beta-Leserin und ebenso kritisch in ihrem Urteil wie der zwölfjährige Sohn Konradin. Erst wenn sie grünes Licht geben, geht der Text zur Lektorin.

Der Erfolg – sein Erstling geht mittlerweile in die zweite Auflage – gibt Lambertus recht. Und Rückenwind: Im März ist eine ganz neue schriftstellerische Facette von Lambertus zu sehen. Mit „Das Erbe der Altendiecks – Eine Uhrmacher-Saga“ wagt er sich an einen historischen Roman, der im Bremen des 18. Jahrhunderts spielt.

Zudem schreit die „Mitternachtsschule“ geradezu nach einer Fortsetzung. Oder? Lambertus schmunzelt. Ideen hat er zweifellos genug. Eine Reihe von Kinder- und Jugendprojekten seien angedacht, gibt er schließlich noch preis. „Da kommt noch mehr.“

Bei dem Ideenreichtum und der auferlegten Disziplin kann man gespannt sein auf das, was noch kommt aus der Feder von Hendrik Lambertus. Wo der erste Romanversuch von vor 26 Jahren jetzt wohl liegt? Lambertus lacht. „Vermutlich irgendwo bei meiner Mutter in Laatzen.“

Kontakt

Wer Interesse an einer Lesung hat, kann sich bei Hendrik Lambertus unter 04242/5099756 melden oder per Mail an

hendrik@ah-lambertus.de

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