Kernthema Integration

Hyacinthe Mokom ist Sozialarbeiter in Syke und Bassum

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Hyacinthe Mokom (vorn) freut sich auf seine Aufgabe in Syke und Bassum, und die Bürgermeister Suse Laue und Christian Posch freuen sich über ihren neuen Flüchtlingssozialarbeiter.

Syke - Von Detlef Voges. Sein Blick ist direkt, sein Lächeln einnehmend: Hyacinthe Mokom. Der 33-jährige Kameruner kümmert sich seit dem 1. Juli hauptamtlich als Sozialarbeiter in Syke und Bassum um Neuankömmlinge.

„Wir teilen uns Herrn Mokom“, meinte am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung im Syker Rathaus Bürgermeisterin Suse Laue locker mit Blick auf ihren Bassumer Kollegen Christian Porsch.

Die Zusammenarbeit der beiden Städte hat sich in Integrationsfragen längst bewährt. Laue und Porsch hoffen auch künftig auf gute Ergebnisse durch eine persönliche Betreuung.

„Wichtig ist die Begleitung für Menschen, die neu in Deutschland ankommen. Die fühlen sich dann nicht allein und verloren“, sagt Hyacinthe Mokom aus eigener Erfahrung.

Als der Kameruner vor sechs Jahren aus seinem westafrikanischen Heimatland als Student der Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften nach Deutschland kam, hatte er zwar einen ersten Kontakt zu seiner in Cloppenburg lebenden Schwester, musste aber bald bei seinem Studium in Oldenburg auf eigenen Füßen stehen. Er konnte die Sprache nicht, musste sich mit Händen und Füßen verständigen. Das schulte.

„Ich träume ja sogar schon in Deutsch“

„Heute habe ich keine Angst mehr vor Neuem“, betont der Kameruner, der gut Deutsch spricht. „Ich träume ja sogar schon in Deutsch“, erklärt er. Im Französischen ist er sicher, im Englischen auch. Zudem spricht der 33-Jährige auch afrikanische Dialekte und möchte noch Arabisch lernen. Mokom ist angekommen. „Neben Kamerun ist Deutschland mein zweites Zuhause“, sagt er.

Den Neuankömmlingen möchte er eine Starthilfe sein, sie bei Behördengängen begleiten und behilflich sein beim Ausfüllen von Anträgen. Erste Schritte auf dem Weg zu einer möglichen Integration. In Oldenburg hatte der Kameruner ehrenamtlich bei der Eingliederung geholfen.

„Ehrenamtlich geht das aber hier in Syke und Bassum nicht“, erklärt Porsch das hauptamtliche Engagement. Laue und Porsch betonen die Wichtigkeit ehrenamtlichen Engagements, freuen sich aber auch, mit Mokom in den beiden Kommunen als Ansprechpartner einen Profi einsetzen zu können. Laut Quote muss Syke insgesamt 499 Migranten aufnehmen. Seit 2017 sind 185 gekommen, fünf fehlen noch.

Für Bassum beläuft sich das gesamte Aufnahmesoll auf 328 Migranten. Die Lindenstadt hat 158 seit 2017 aufgenommen. Um die Anforderungen für 2018 zu erfüllen, fehlen noch 36.

Zidane war sein Idol

Der Sozialarbeiter aus Kamerun ist viel unterwegs in Sachen Integration, hat aber auch feste Sprechstunden in den Rathäusern: In den geraden Kalenderwochen in Bassum (mittwochs 10 bis 12 Uhr) und donnerstags (14 bis 16 Uhr), in den ungeraden Kalenderwochen in Syke (montags 10 bis 12 Uhr und dienstags 14 bis 16 Uhr).

Wie sehr sich Hyacinthe Mokom schon eingelebt hat, merkt man schnell im Gespräch. An sich wollte der Kameruner Fußballer werden. Zidane war sein Idol. In Oldenburg fand er sofort Kontakt über die Fußballschiene. In Syke und Bassum werden die Vereine wohl bald erste Avancen machen. Bassums Bürgermeister übte im Rahmen des Pressegesprächs schon einmal.

In der Familie Mokom muss sich der Kameruner immer mit seinem Vater auseinandersetzen, denn der ist Fan von Bayern München. Das Fußballherz des Sohnes schlägt für Dortmund. Favorit für den Weltmeistertitel ist für ihn Frankreich. Aber wie man gesehen habe, so der 33-Jährige, sei das ja alles sehr unsicher. „Ich habe 5:0 im Spiel Deutschland gegen Südkorea getippt“, betont er und lächelt.

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