„Ich schlitze euch auf!“

Syker bedroht Polizisten: Bewährungsstrafe

Syke - Von Dieter Niederheide. Wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt stand jüngst ein Syker vor dem Amtsgericht Syke. Dort wurde der bereits vorbestrafte Mann zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Richterin setzte die Strafe zur Bewährung aus – nicht ohne Zweifel, wie sie bei der Urteilsbegründung zugab: „Ich habe mich mit der Bewährung schwer getan.“

Die Hand- und Fußfesseln, in denen der Angeklagte vor die Richterin geführt wurde, musste er während des gesamten Prozesses tragen. Zu verantworten hatte er sich wegen eines Vorfalles, der sich am 20. Dezember 2016 ereignet hatte.

Bis Mitte 2018 ist der Täter noch wegen anderer Vergehen in Haft

Der türkischstämmige Angeklagte war am Vormittag dieses Tages aus der Entgiftung gekommen und hatte Streit mit einer Bekannten. Die alarmierte die Polizei, nachdem er mit ihrer EC-Karte losgezogen war und die Bekannte befürchtete, er wollte von ihrem Konto Geld abheben. Bei dem Streit soll auch ein Messer im Spiel gewesen sein.

Den eingetroffenen Beamten begegnete der Angeklagte voller Aggressivität. Er bedrohte die Polizisten mit der Scherbe eines Tellers, den er am Boden zertreten hatte, mit den Worten: „Ich schlitze euch auf!“ Erst als die Polizisten ihre Dienstwaffen zogen, wurde er ruhiger.

Der Staatsanwalt beantragte neun Monate Haft ohne Bewährung. An jenem Vormittag sei staatliches Handeln erforderlich gewesen. Die massive Bedrohung der Beamten sei nicht hinzunehmen.

Der Verurteilte, der während der Strafhaft einen Entzug machte, soll noch bis etwa Mitte 2018 wegen anderer Verurteilungen einsitzen. Danach steht er unter Bewährungsaufsicht.

Teller zertreten und Scherben als Waffe genutzt

Der Mann bestritt, die Polizisten mit der Tellerscherbe und den Worten bedroht zu haben. Zudem soll er die Polizisten unter anderem als Nazis beschimpft und ihnen Ausländerfeindlichkeit vorgeworfen haben. Der Angeklagte: „Das ist alles nicht meine Schuld.“ Er sei schlicht sauer gewesen.

Einer der Polizeibeamten sagte als Zeuge aus, dass die Stimmung aufgeheizt und der Angeklagte sehr aggressiv gewesen sei. Man habe Verstärkung alarmieren müssen. Er habe die Waffe gezogen, weil er keine Ausweichmöglichkeiten in der Wohnung hatte, als der Mann mit der Scherbe in der Hand auf ihn zugekommen sei.

Der Angeklagte sei weiter aggressiv gewesen, als die Beamten ihn wegen des Messers durchsuchen wollten. „Nicht anfassen, sonst schlage ich euch!“, habe er gedroht. Beruhigen konnte ihn erst die Kollegin des Polizisten.

Der Angeklagte hatte zunächst einige Vorstrafen gesammelt, war dann über einen längeren Zeitraum straffrei und fiel 2015 wieder mit einer Reihe von Straftaten auf. Sein Verteidiger machte sich mit Erfolg für eine Bewährungsstrafe für den Angeklagten stark.

Rubriklistenbild: © dpa

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