„Ich bin froh, wo wir stehen“

Syker Kunstverein feiert sein 25-jähriges Bestehen

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Kunstvereinschef Manfred Palm freut sich über das Akkordeonständchen von Heinz-Hermann Böttcher

Syke - Von Angelika Kratz. Sein 25-jähriges Bestehen feierte der Syker Kunstverein Sonntag im Vorwerk, dem Museum für zeitgenössische Kunst. Dort gaben sich die Gäste die Klinke in die Hand, und es wurde richtig eng. Die Stehplätze reichten bis in die Eingangshalle. Mitglieder, Künstler und Freunde des Vereins gingen zum gegenseitigen Kennenlernen auf Tuchfühlung. Mittendrin versuchte ein strahlender Vereinsvorsitzender den Überblick zu wahren.

„Hier vorne sehen Sie jemanden, der überwältigt ist“, gab Manfred Palm dann doch seine Überraschung hinsichtlich der großen Gästeschar preis. Bevor der leicht aus dem Konzept geratene Gastgeber die Zettel mit der Begrüßungsrede in die Hand nehmen konnte, gab es eine weitere Überraschung.

Heinz-Hermann Böttcher eroberte sich mit seinem Akkordeon den Platz und forderte das Publikum zum Mitsingen für ein Ständchen zum Hochleben des Vereins auf. Dank versierter Sänger des von Böttcher geleiteten Singkreises gelang dies vorzüglich, und aus voller Kehle sangen alle zur Melodie „Mein Vater war ein Wandersmann“ das Geburtstagsständchen mit fünf Strophen.

„Ich bin gerührt“ ordnete Palm seine kleine Zettelwirtschaft aufs Neue. Zum 20-Jährigen habe er alle Aufs und Abs des Kunstvereins aufgelistet. Fünf Jahre später wolle er nicht alle Details wiederholen und entsprechend heftete er seine damalige Rede in der Vorhalle an eine Säule zum Nachlesen. „Ich bin froh, wo wir stehen“. Sein Blick richtete sich mit einem Dank für stets verlässliche Unterstützung an Kuratorin Nicole Giese und das ganze Team des Hauses. Auch die Stadt Syke, die VHS, die Kreissparkasse, Bibliothek und die Kulturinitiative „Rüttelschuh“ hätten dem „vagabundierenden“ Kunstverein stets ein Zuhause geboten. Nach Zeiten tiefer Krisen würden nun neue Wege beschritten mit dem Ziel, die Leute unter die Kunst zu bringen. Kunstreisen, die Kunstgespräche am Sonntag in der Barrier Wassermühle seien neben den regelmäßigen Ausstellungen fest etabliert.

„Ein neugieriger Mensch voller Ideen“

Bürgermeisterin Suse Laue erinnerte sich an ihre ersten Begegnungen mit dem Kunstverein. Bleibend sei ein Ausstellungsbesuch im Jahr 2014 mit dem Kauf eines Werkes geblieben. Die Karikatur hängt seitdem im Amtszimmer und erinnert Sykes Gemeindeoberhaupt daran, Dinge mit Humor leichter zu nehmen. „Manfred Palm ist ein neugieriger Mensch voller Ideen, und seine positive Stimmung bleibt in meinem Amtszimmer, auch wenn er weg ist“, so Laue. Dem Kunstverein und damit auch Syke wünschte die Bürgermeisterin weiterhin künstlerischen Austausch, Inspiration und Aufgeschlossenheit. Für eine weitere Überraschung sorgte Künstlerin Kirsten Kosubek. Sie überreichte zwei Werke Suse Laue als Geschenk für die Stadt Syke.

Olaf Meyer-Runnebohm vom Vorstand der Kreissparkasse startete mit einem Video und der provokanten Frage „Künstler oder Arschloch“ mit einem Blick auf Grenzen in der Kunst. Flüssiges Aluminium in einem Ameisenbau fordere kontroverse Diskussionen, denn Kunst fordere stets eine kritische Auseinandersetzung. Hinsichtlich der momentanen desolaten Zinslage forderte der Bankfachmann das Publikum auf, „gebt das Geld den lebenden Künstlern“ als oft beste Anlageform.

Musikalisch wurde der Festakt passend zum zeitgenössischen Museum begleitet mit Eigenkompositionen des derzeit ausstellenden Künstlers Tobias Klich (Gitarre) und der Flötistin Carin Levine mit neuzeitlichen Werken des anwesenden Komponisten Johannes W. Schäfer.

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