Eingeschlagene Autoscheibe

Hunderettung in Weyhe: Klage gegen Postboten Rüdiger Weber abgewiesen

Rüdiger Weber ist glücklich: Die Klage gegen ihn ist abgewiesen.
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Rüdiger Weber ist glücklich: Die Klage gegen ihn ist abgewiesen.

Die Klage gegen Hunderetter Rüdiger Weber ist abgewiesen: Der Postbote muss die Kosten für eine Autoscheibe nicht zahlen. Er hatte sie eingeschlagen, weil er an einem heißen Augusttag zwei in einem Auto eingeschlossene Hunde befreien wollte – aus Angst um ihr Leben. Der Fahrzeugbesitzer hatte ihn jedoch auf Schadensersatz verklagt (wir berichteten): Ein Fall für das Amtsgericht Syke.

Syke/Weyhe – Richter am Amtsgericht Carsten Dänekas hatte in der Verhandlung am 20. Oktober gleich fünf Zeugen befragt. Am Mittwoch verkündete er das Urteil: Die Klage wird abgewiesen. Das Gericht erkannte eine Notstandshandlung. „Sie gilt auch zugunsten von Tieren“, erklärte Dr. Till Pawelek, Pressesprecher am Amtsgericht Syke, zu dem Fall. Er hatte sich am 5.  August 2020 in Weyhe ereignet.

Polizei: Im Notfall die Scheibe einschlagen

Das Gericht habe festgestellt, dass es ein heißer Tag gewesen sei, betonte der Pressesprecher. Die Scheiben des Autos, in dem die beiden Hunde eingeschlossen waren, seien beschlagen gewesen. Deshalb war zu befürchten, dass die Tiere unter Sauerstoffmangel litten. Der Beklagte habe alles versucht, um den Eigentümer des Autos ausfindig zu machen – ohne Erfolg. Außerdem habe er die Polizei informiert.

Bei diesem Telefongespräch hatte Rüdiger Weber die Auskunft erhalten, dass er im schlimmsten Fall die Scheibe einschlagen könne, um das Leben der Tiere zu retten. Das hatte der Postbote am Ende getan – und versucht, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Finanzielle Unterstützung für das Verfahren gibt Rüdiger Weber an das Tierheim Brinkum weiter

In der Verhandlung im Oktober hatte Rüdiger Webers Verteidiger, Rechtsanwalt Oliver Credo aus Rotenburg, auf die rechtliche Möglichkeit der Notstandshandlung hingewiesen. Danach ist eine Sachbeschädigung zur Abwendung einer drohenden Gefahr gerechtfertigt.

Nach dem Urteil vom Mittwoch kann der Kläger keine weiteren Rechtsmittel einlegen, erläuterte Dr. Till Pawelek als Pressesprecher des Amtsgerichts: „Es ist rechtskräftig. Unter einem Streitwert von 600 Euro ist keine Berufung möglich.“ Die Kosten für die Autoscheibe in Höhe von 327,22 Euro muss also der Kläger selbst zahlen.

Rüdiger Weber ist überglücklich über das Urteil: „Danke an alle, die mich – auch finanziell – so wunderbar unterstützt haben.“ Sein Fall hatte hohe Wellen geschlagen, es gab sogar Spenden für Rechtsstreitskosten. Dieses Geld soll nun das Tierheim Brinkum erhalten.

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