Max spürt den Anfall vor Leona

Hund warnt vor Epilepsieanfall

Ein Gespann für bessere Lebensqualität: Hund Max und Leona üben das High-Five. - Foto Dagmar Voss

Syke - Von Dagmar Voss. Seitdem sie Max bei sich hat, ist Leona Kemmerlings einfach glücklich. Dabei ist Max gar kein menschlicher Partner – aber in Bezug auf seine Fähigkeiten wesentlich cleverer. Denn er ist ein ausgebildeter Epilepsie-Warnhund. Max spürt, wenn Leona einen Anfall bekommt, noch bevor sie selbst es merkt. Und das bedeutet für die 19-Jährige dass sie Vorkehrungen treffen kann.

Diese ganz besonderen Behindertenbegleit- oder auch Warnhunde spüren Vorzeichen dieser Anfallskrankheit und geben Hinweise, wodurch Sicherungsmaßnahmen möglich werden, um Stürze und Verletzungen zu vermeiden. Diese Hunde sind so sensibel, dass sie vor Anfällen warnen mit Anschubsen oder Laut geben, sie beschützen ihre Herrchen oder Frauchen im Anfall, sie kontrollieren sie bei Handlungsfortsetzungen während ihrer Bewusstseinsstörung und informieren sogar nahe stehende Menschen. 

Wie und woher die Hunde – oft sind es Labradore (wie Leonas Max) oder Golden Retriever – diese Fähigkeit haben, ist noch nicht analysiert. Man könne von besonderen Genen ausgehen, die vererbt werden, sagt die Forschung.

Die Ausbildung durch eine qualifizierte Hundeschule ist sehr zeitintensiv. Und damit teuer: Bis zu 20.000 Euro kann das kosten. Und anders als beim Blindenhund ist ein Behindertenbegleithund bei Epilepsie kein anerkanntes Hilfsmittel. Das heißt, er wird von den Krankenkassen normalerweise nicht finanziert.

„Außerdem kennt kaum einer diese Hilfshunde, sodass ich bei meiner Wohnungssuche in Syke meist auf Ablehnung stoße“, sagt Leona, die zurzeit noch bei einem Freund wohnt. Das soll kein Dauerzustand sein, sie möchte schon gern in eine eigene Wohnung.

Zu ihrem Warnhund kam Leona wie die Jungfrau zum Kinde. Vor drei Jahren bekam sie die Diagnose Epilepsie. „Ich war mit Max' Vorbesitzer bekannt, der ebenfalls Epileptiker ist, der aber den Hund aus persönlichen Gründen nicht mehr wollte und mich fragte, ob ich ihn nicht nehmen wolle.“ Da musste der Mann nicht zweimal fragen, denn Leona hatte bereits von Epilepsiewarnhunden gehört und wusste, dass sie für sie selbst unerschwinglich sind. Nach einer sehr kurzen Gewöhnungsphase war das Miteinander geschaffen, „so als ob wir schon immer zusammen waren“, strahlt Leona.

Normales Leben mit Hund

Zusätzlich zu allem, was die spezielle Ausbildung von Max für Leona ermöglicht, hat das „normale“ Leben mit Hund oft ebenfalls einen großen Gewinn für sie. Die Aufgabe und Übernahme von Verantwortung, die Tagesstruktur, Bewegung im Freien, Emotionalität und Zuwendung wirken sehr ausgleichend auf ihr psychisches Befinden. Schließlich sind Labradore Rudeltiere mit großem sozialen Bewusstsein.

Das ist bei Leona im Rumtollen mit Max, dem Labrador-Mix, deutlich zu spüren: „Bei uns ist eine dicke Freundschaft entstanden, er ist immer gut gelaunt und freundlich zu jedem in meiner Nähe – ich möchte ihn nicht mehr missen.“

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