Bußgeld droht

Brut- und Setzzeit beginnt: Hund gehört an die Leine

Auch wenn‘s anstrengend ist, Hunde gehören während der Brut- und Setzzeit an die Leine. - Foto: Monique Wüstenhagen / dpa

Landkreis - Von Ulf Kaack. Nun beginnt sie wieder, die sensibelste Phase für die Wildtiere. Als Brut- und Setzzeiten bezeichnet, markiert sie die Kinderstube der hier frei lebenden Tiere. Sie geht einher mit der gesetzlichen Verpflichtung für Hundehalter, ihre Vierbeiner vom 1. April bis zum 15. Juli in der freien Natur ausschließlich an der Leine zu führen.

Hundefreunde sind oft wenig erfreut über diese Regelung. Und auch für die betroffenen Hunde mag sie unkomfortabel erscheinen, doch sie macht Sinn und hilft, Leben zu retten. Rücksicht ist in den kommenden Wochen und Monaten gefordert von erholungssuchenden Naturfreunden samt ihren Vierbeinern in Wald und Feld.

Nachfolgend benennt der Jäger und Vorsitzende der Jägerschaft Syke, Dr. Hans-Jürgen Hamann, einige wichtige Aspekte zu diesem sensiblen Bereich des Naturschutzes: „Mit dem Anleinzwang für Hunde soll erreicht werden, dass Wildtiere nicht vom Hund gehetzt werden. Der Hund hinterlässt seine Witterung im Revier, und seine bloße Anwesenheit abseits der Wege kann bei den Wildtieren erheblichen Stress auslösen. In der Folge führt das oftmals zum Verlassen und zur Aufgabe der Nester und der Jungtiere, was unweigerlich zu deren Tod führen kann.“

Dabei schlagen auch Störungen durch den Menschen zu Buche, ebenso durch Raubtiere, die auf Beutezug nach Gelegen und Jungtieren sind. In der Summe führt dieser ständige Stress beim Wild zum Verlassen und zur Aufgabe der Nester und der Jungtiere. Das Risiko von Erkrankungen steige und senke die Lebenserwartung. Es gelte, diese ungünstigen Faktoren auf ein Minimum zu reduzieren.

„In den Revieren hier im Nordkreis nisten eine Vielzahl von Bodenbrütern – Fasane, Rebhühner, Feldlerchen, Kiebitze, Enten, Schnepfen und auch die seltenen Sumpfohreulen und Wiesenweihen“, erklärt Hamann. „Störungen bei der Brut lassen die Eier im Nest abkühlen, weil der Muttervogel fluchtartig das Gelege verlässt. In der Folge stirbt das beginnende Leben in den Eiern. Oder das Gelege fällt Nesträubern zum Opfer.“

Kaum anders sei die Situation bei Hasen und dem Rehwild. Nähert sich ein Hund, steht das Muttertier vor der Wahl, selbst zum Opfer zu werden oder zu flüchten und ihr Junges dem vermeintlichen Räuber zu überlassen. „Nach einer solchen Störung kehrt es oftmals nicht wieder zu ihrem Nachwuchs zurück und das Jungtier muss verhungern“, so der Jäger.

Begegnung kann tödlich ausgehen 

Gefährlich könne es werden, wenn ein freilaufender Hund auf eine Rotte Wildschweine trifft, die im Nordkreis nahezu flächendeckend verbreitet seien. Hans-Jürgen Hamann: „In der Regel geht die Bache, das Muttertier, zum Gegenangriff über, wenn sie ihre Frischlinge bedroht wähnt. Zwischen vier und zehn Frischlingen hat sie bis Ende März zur Welt gebracht. Egal, ob Hundehalter, Jogger oder Spaziergänger – eine solche Begegnung mit den Schwarzkitteln kann unangenehm, schmerzhaft und im Extremfall sogar tödlich ausgehen.“

Geregelt sind die Anleinpflicht für Hunde und das allgemeine Verhalten in der Natur während der Brut- und Setzzeiten im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung. Es beinhaltet außerdem die Bestimmung, dass Wiesen während der Aufwuchszeit und Weiden darüber hinaus während der Weidezeit sowie Äcker vom Beginn der Bestellung bis zum Ende der Ernte nicht betreten werden dürfen, was selbstverständlich auch das Befahren und das Reiten untersagt.

Verstöße stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit Buß- oder Verwarngeldern geahndet werden können. Der Landkreis und die Jägerschaft bitten eindringlich um Rücksichtnahme auf die Natur und die in ihr lebenden Tiere in den kommenden Wochen und Monaten.

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