Holzbildhauer Uwe Schloen arbeitet im Kreismuseum gerade am achten Waldwegzeichen

Eine Tankstelle für das Friedeholz

+
Eine Zapfsäule hat Bildhauer Uwe Schloen schon fertig, die zweite ist gerade im Werden. Am Ende soll eine alte Tankstelle aus Douglasienholz dabei herauskommen – im Maßstab 1:1.

Syke - Von Detlef Voges. Eine Tankstelle im Wald? Ein Witz? Kein Witz! Allerdings wird es dort niemals Benzin oder Diesel geben. Dafür aber jede Menge Fragen und Zeit zum Nachdenken, dreht sich doch alles um das Thema Waldwegzeichen und damit um Kunst aus Holz.

Als der Herr der Waldwegzeichen, Museumsleiter Dr.Ralf Vogeding, zum ersten Mal von der Idee hörte, im Friedholz eine alte Tankstelle im Maßstab 1:1 aus Holz aufzustellen, war er Feuer und Flamme. Jetzt entsteht das Projekt auf dem Museumsgelände durch Holzbildhauer Uwe Schloen (57). Der Künstler aus Kuhstedt (Landkreis Rotenburg/Wümme) rechnet mit der Fertigstellung Ende Februar. Die Tankstelle wäre das achte Waldwegzeichen im Friedeholz.

Wo sie genau platziert wird, steht noch nicht fest. Vogeding favorisiert den breiten Weg, der vom Waldstadion zum Vorwerk führt, weil der Weg wie eine Straße anmute. Die Tankstelle ist aus Douglasienholz. Vor zehn Tagen stand der etwa 80Zentimeter durchmessende dazugehörende Baum noch im Friedeholz. Jetzt erinnert nur noch wenig daran. Schloen hat mit Kettensäge und Beitel schon Spuren hinterlassen. Eine Zapfsäule steht schon, die zweite ist in Arbeit. „Ich verarbeite ungefähr zehn Meter des Douglasienstammes“, sagt der Bildhauer.

Revierförster Heinz Dieter Tegtmeier ist seit Jahren großzügiger Partner und Materialbeschaffer für das Museum. „Ich finde es immer wieder spannend, zu sehen, was aus den Holzstämmen wird, wenn Bildhauer darangehen.“

Die Idee zu diesem Waldwegzeichen wuchs 2013. Den Kontakt zum Künstler stellte Nicola Dormagen her, die ebenfalls Holzbildhauerin ist. Von ihr ist der Spielplatz auf dem Museumsgelände. Museums-Chef Vogeding hatte sich sofort in das Projekt Tankstelle verliebt. „Witzig“, sagt er und erinnert an die bereits im Friedeholz befindliche Skulptur des Tauchers, der bei Waldspaziergängern schon manche Frage ausgelöst hat. Das erhoffen sich Museumsleiter und Künstler auch von der Tankstelle.

Schloen ist über den US-Maler Edward Hopper auf die Idee gekommen. Hopper habe in vielen Bildern die Zapfsäulen mit der Kugel obendrauf gemalt. Später hätten Filme das damals positive Bild mitgeprägt. Heute sei das Image von Benzin, Tankstelle und Auto am kippen, so Schloen.

Die Tankstelle im Wald ist für den Bildhauer etwas Gleichnishaftes, das ihn an das Auftanken während eines Spaziergangs erinnert. „Jeder verbindet damit aber sicher eine eigene Geschichte“, ist Schloen überzeugt.

Auf jeden Fall löse die Tankstelle im Friedeholz etwas beim Betrachter aus, glaubt Vogeding. Für ihn ist dieses Waldwegzeichen übrigens sein letztes. Seit 15 Jahren kümmere er sich um dieses Projekt. Künftig wolle er die Verantwortung an Stadt und Vorwerk abgeben, betont Vogeding.

Die aktuellen widrigen Wetterverhältnisse kümmern den Holzbildhauer indes nicht. Schloen arbeitet open air. „Das bin ich gewohnt“, erklärt der Künstler, der in Hamburg das Studium der Bildhauerei absolvierte und seit 1983 als freischaffender Künstler lebt.

Schloen hat für seine Arbeiten manche Preise erhalten. Neben Holz arbeitet er auch mit Silikon und Blei. Auch für die Tankstelle trägt er sich noch mit dem Gedanken, Blei einzusetzen. Das passe doch irgendwie zur Tankstelle, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Top Ten: Die beliebtesten Inseln im Mittelmeer 2017

Top Ten: Die beliebtesten Inseln im Mittelmeer 2017

Merkels Abschlussbekundung mit Seehofer in München - Bilder

Merkels Abschlussbekundung mit Seehofer in München - Bilder

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Werder-Abschlusstraining am Freitag

Nordkorea droht mit Wasserstoffbomben-Explosion

Nordkorea droht mit Wasserstoffbomben-Explosion

Meistgelesene Artikel

Schuppen an der Autobahn 1 in Flammen

Schuppen an der Autobahn 1 in Flammen

Breitband-Ausbau: Kosten für eigenes Netzwerk im Kreis verdoppeln sich

Breitband-Ausbau: Kosten für eigenes Netzwerk im Kreis verdoppeln sich

„Positiv Bekloppte“ zuckeln für Kinderhospiz nach Polen

„Positiv Bekloppte“ zuckeln für Kinderhospiz nach Polen

Gelungenes Erntefest mit leicht kritischem Unterton

Gelungenes Erntefest mit leicht kritischem Unterton

Kommentare