Holger Oestmann übernimmt Biohof-Restaurant in Gessel / 2012 Gewinner des Carlsberg-Preises

Neuer Chef mit preisgekröntem Konzept

Sie wollen auch in Zukunft so weit wie möglich die vor der eigenen Haustür angebauten Produkte im Biohof-Restaurant Voigt verarbeiten (von links): Verpächter Jochen Voigt, der neue Pächter und Restaurantleiter Holger Oestmann und dessen Partnerin Regina Droste.
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Sie wollen auch in Zukunft so weit wie möglich die vor der eigenen Haustür angebauten Produkte im Biohof-Restaurant Voigt verarbeiten (von links): Verpächter Jochen Voigt, der neue Pächter und Restaurantleiter Holger Oestmann und dessen Partnerin Regina Droste.

Gessel - Von Michael Walter. Holger Oestmann ist der neue Chef im Biohof-Restaurant Voigt. Gestern stellte Inhaber und Verpächter Jochen Voigt den 60-jährigen preisgekrönten Koch als Nachfolger von Barbara Kahlau vor, die mit Wirkung zum Monatsende gekündigt hatte (wir berichteten). Oestmann wird das Restaurant zum 1. Advent übernehmen. Bis dahin leitet Jochen Voigt den Betrieb übergangsweise selbst.

Oestmann hat buchstäblich sein ganzes Leben in der Gastronomie verbracht: Aufgewachsen ist er in Dörverden, wo seine Großeltern einen Gasthof hatten. Gelernt hat er von 1970 bis 1973 im Bremer Bahnhofsrestaurant, was damals noch eine der besten Adressen in Norddeutschland war. „Das war ein getrenntes Drei-Klassen-Restaurant. Ich habe im Erste-Klasse-Restaurant gelernt“, sagt Oestmann. „Das war zu einer Zeit, in der wir wirklich alles noch selbst gemacht haben. Die Pommes Frites wurden noch von Hand geschnitten und hießen Stäbchenkartoffeln.“

Seine berufliche Karriere führte ihn später um die ganze Welt. Hongkong, Malaysia, New York –überall hat Holger Oestmann gekocht. Und überall hat er sich Tricks und Kniffe angeeignet. Dann führte ihn der Weg zurück nach Norddeutschland: Die letzten zehn Jahre war er Küchenchef im „Ahrenshof“ in Bad Zwischenahn. 2012 wurde er dort mit dem Carlsberg-Preis für das beste gastronomische Konzept ausgezeichnet – und ist damit auf Augenhöhe mit Tim Mälzer.

Dass er nun die Regie in Gessel übernimmt, haben er und Jochen Voigt einem gemeinsamen Bekannten zu verdanken: Marco Seibold, der als Öko-Landwirt in Henstedt lebt und arbeitet. Seit Jahren beliefert er Oestmann im „Ahrenshof“ mit seinen speziellen Kartoffeln, und seit Jahren ist er Stammgast in Gessel. Jochen Voigt erzählt: „Als er mitbekommen hatte, dass ich eine neue Restaurantleitung brauchte, hat Marco sofort den Kontakt hergestellt.“

Einem ersten vielversprechenden sich gegenseitig Beschnuppern folgten lange Diskussionen um Konzept und Zukunft des Hofrestaurants. Dann waren sich beide Seiten einig: Das passt!

Für Oestmann geht damit ein Traum in Erfüllung. Sein Küchen-Credo lautet: So regional wie möglich, so saisonal wie möglich. „Da ist dieses Haus hier natürlich ein Traum! Der größte Teil der Zutaten wird direkt hier vor Ort angebaut. Ich muss nur rüber in den Laden gehen und sagen, was ich brauche!“

An der Ausrichtung des Restaurants wird sich nichts ändern, verspricht er. Wohl aber an der Karte und auch organisatorisch. „Wir werden das Abendgeschäft wieder forcieren“, sagt Holger Oestmann. Das heißt: Zunächst dreimal die Woche will er wieder à la Carte-Betrieb anbieten.

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