Förderverein Barrier Bad erwartet Ratsentscheid zur Sanierung

Die Hoffnung auf den großen Wurf

Bild oben: Anja Maaß und Peer Schmidt deuten auf einen Bereich, in dem es Investitionsbedarf im Barrier Hallenbad gibt: die Technik. Bild rechts: Die Hydraulik des Hubbodens im Barrier Hallenbad stammt noch aus den 1970er-Jahren. Fotos: Jantje Ehlers

Barrien - Von Frank Jaursch. Das kleine Hallenbad in Barrien lebt, nach wie vor, dank des Engagements vieler ehrenamtlicher Helfer im Förderverein Barrier Bad (FVBB) – und dank der Kooperation zwischen Stadtverwaltung und Verein. Damit das auch so bleibt, muss die Politik handeln – und zwar schnell. Das jedenfalls erklärten Vertreter des FVBB-Vorstands jetzt in einem Pressegespräch.

Nach Überzeugung des Vorstands um Peer Schmidt und Anja Maaß muss zum langfristigen Erhalt des Bads der große Wurf her. „Unten hast du es schick und fein, und oben bricht dir das Dach zusammen“, formuliert es Maaß bewusst überspitzt. Den Erneuerungen der vergangenen Jahre müsse jetzt eine umfassende Sanierung folgen.

In einem Schreiben an Stadtverwaltung und Politik hat der Förderverein die notwendigen baulichen und technischen Maßnahmen noch einmal umrissen. Darunter sind neben der Dämmung des Daches und der Anpassung der Lüftungstechnik auch eine Modernisierung der Hubbodenanlage und die Umstrukturierung der Umkleidebereiche.

Einen Teil der Kosten von geschätzt gut 1,6 Millionen Euro will der Verein selbst stemmen. Zugleich hofft man auf einen EU-Zuschuss von 500 000 Euro. Bliebe ein Beitrag der Stadt von knapp 500 000 Euro – plus eine temporäre Bürgschaft. Anja Maaß sieht dringenden Handlungsbedarf. „Ohne Go von der Politik werden wir auch die Fördergelder nicht kriegen.“

Am 7. Januar sollte eigentlich alles auf den Weg gebracht werden. Bürgermeisterin Suse Laue hatte den Vorstand des Fördervereins Barrier Bad, die Vorsitzenden der Ratsfraktionen und Vertreter der betroffenen Fachbereiche zu einer Gesprächsrunde eingeladen.

„Unsere Vorstellung war, dass wir uns an diesem Tag darüber unterhalten, wie wir das alles finanzieren“, blickt Peer Schmidt zurück. Insgeheim hatte der Vorstand darauf gehofft, dass Politik und Verwaltung eine positive Stellungnahme zum Thema Sanierung abgeben. „Stattdessen sollten wir noch mal beschreiben, was seit September bekannt war.“

Eine Mischung aus Hoffnung und Frustration spricht aus den Worten von Schmidt und Anja Maaß. „Wir waren an sich der Meinung gewesen, alle gut informiert zu haben“, so Schmidt. 2018 und 2019 sei der Förderverein durch die Fraktionen getourt. „Es kamen keine Fragen“, erinnert sich Maaß. Anschließend habe es nur von einzelnen Fraktionen Interesse gegeben, den Zustand des Hallenbades selbst in Augenschein zu nehmen. „Die Grünen haben sich das Bad angeschaut“, so Schmidt – „und natürlich die FWG.“ Natürlich deshalb, weil sowohl Maaß als auch Schmidt in der FWG aktiv sind.

Wer sich heute im Keller unter dem Hallenbad umsieht, erblickt ein wildes Gemisch aus jahrzehntealter Technik und brandneuen Bauteilen. Die Hydraulik für den Hubboden stammt aus der Bauzeit des Bades. „Computertechnik aus den Siebzigern“, murmelt Peer Schmidt, „wartungsanfällig, wie ‘ne Mimose.“ Andernorts ist hochmoderne Technik im Einsatz. Filterspülung und thermische Desinfektion sind bereits automatisiert. LED-Anzeigen leuchten neben groben Hebeln, die ganz offenkundig aus dem letzten Jahrtausend stammen. Neben der uralten Pumpe, die noch treu ihren Dienst versieht, ist ein neues Modell installiert – das nach wenigen Jahren die ersten Defekte hatte.

„Es ist viel Improvisation nötig“, sagt Schmidt. Seit der Übernahme des Bades im Dezember 2016 hat der Verein an ganz vielen Stellschrauben gedreht, Modernisierungen umgesetzt. Doch die große Sanierung steht eben noch aus.

Für eine halbe Million Euro, so Schmidt, bekäme die Stadt ein komplett saniertes, nach modernsten technischen Anforderungen voll funktionsfähiges und leistungsstärkeres Hallenbad – eine „einmalige Chance“. Die Liste der Vorteile, die er aufzählt, ist lang: Der Verbrauch von Wasser, Strom und Wärme reduziere sich deutlich – Energieverlust und CO2-Ausstoß reduzierten sich um knapp zwei Drittel. Die Besucherzahl ließe sich deutlich erhöhen, Wartungs- und Betriebskosten würden sinken, das Bad präsentiere sich barrierefrei und könne zudem neue Angebote wie Babyschwimmen vorhalten.

Am Donnerstag, 13. Februar, ist die nächste Stadtratssitzung (Beginn um 18.30 Uhr, Ratssaal). Schmidt: „Es ist ganz wichtig, dass die Stadt an diesem Tag sagt: ,Wir stehen dazu‘.“ Der Vorstand hofft auf viele Bad-Freunde, die bei der Sitzung ihrem Wunsch auf eine Zukunft des Bades Ausdruck verleihen.

Und wenn an diesem Tag keine Entscheidung für die Sanierung fällt? Peer Schmidt zuckt mit den Schultern. „Dann gewährleisten wir die Verkehrssicherheit, begleiten das Bad und übergeben es vernünftig zurück an die Stadt.“ Der Verein verfüge über eine mittlere fünfstellige Zahl an Spendengeldern, die für weitere Maßnahmen genutzt werden könnten. „Aber das würde Stückwerk bleiben.“

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