Elke und Wolfgang Kaeding

Gasthaus Winkelmann wird zum Museum: Der Höker lebt

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Noch steht die BMW Isetta einsam auf dem Saal des ehemaligen Gasthauses Winkelmann in Okel. Ab dem 16. April wollen Elke und Wolfgang Kaeding mit ihrem Nostalgie-Museum frischen Wind in die Räume bringen. 

Okel - Von Ulf Kaack. Manche Dinge dauern eben etwas länger. In diesem Fall hat es über sieben Jahre gebraucht, dem ehemaligen Gasthaus Winkelmann in Okel neues Leben einzuhauchen. Anfang 2010 waren Margret und Bruno Winkelmann in den Ruhestand gegangen. Alle Versuche, dem Höker, wie das Gasthaus von den Okelern liebevoll genannt wurde, einer neuen Nutzung zuzuführen, verliefen im Sande. Jetzt lebt der Höker wieder: Am 16. April öffnet er seine Pforten unter dem Namen Nostalgie-Museum Syke.

Ausgedacht haben sich das Elke und Wolfgang Kaeding.

Das Ehepaar hat ein gemeinsames Faible für historische Fahrzeuge. Beide sind tief verwurzelt in der Oldtimerszene und mit Leib und Seele Okeler.

Fast täglich sind sie an der ehemaligen Gaststätte vorbeigefahren. „Daraus muss man doch was machen können“, haben sie gedacht. Und vor dem Hintergrund ihrer Leidenschaft für antiquierte Autos und sonstige Altertümer kam ihnen der Gedanke: Da muss ein nostalgisches Museum rein.

Nach intensiven Vorgesprächen wurde man sich mit den Inhabern schnell einig und konnte den rund 300 Quadratmeter großen ehemaligen Festsaal pachten. Dort entsteht zurzeit das Museum mit Café. Das Eröffnungsdatum steht bereits fest: Am Ostersonntag geht es los.

Oldtimer, Technik und Dorfgeschichte

„Durch unsere hervorragenden Kontakte in der Oldtimerszene haben wir zahlreiche Unterstützer finden können, die uns aus ihren Sammlungen historische Fahrzeuge zur Verfügung stellen“, erklärt Elke Kaeding (55) das Konzept. „Acht Autos finden hier Platz und rund ein Dutzend Zweiräder.“

Vor Kurzem ist bereits das erste Exponat auf eigener Achse in das künftige Museum gerollt. Es steht derzeit noch etwas verloren auf dem Parkett des ehemaligen Tanzbodens: Eine makellos restaurierte BMW Isetta, einst auch als Knutschkugel bekannt. „In Kürze werden sich weitere Oldies hinzugesellen. Unter anderem ein ebenso legendäres wie seltenes Amphicar, ein in den 60ern in Berlin gebautes Schwimmfahrzeug“, verrät Wolfgang Kaeding (67). „Außerdem Autos renommierter Marken wie Borgward, Goliath, Lloyd oder Mercedes-Benz. Hinzu kommen historische Fahrräder, Mopeds und Motorräder aus der Barrier Butze.“

Diverse kleinere und mittlere Exponate werden das Ensemble ergänzen, so die Kaedings. Das Schnittmodell eines Wankel-Motors, ein Fahrsimulator der ersten Generation und ein 1880 gebautes Hochrad beispielsweise. Hinzu kommen historische Fotos, Vitrinen und Texttafeln mit Informationen. Auch alte Fernseher und Rundfunkgeräte wird es zu sehen geben. Ein buntes und spannendes Sammelsurium mit Struktur, meinen die Initiatoren.

Auch Anknüpfung an Schifffahrt und Luftfahrt geplant

„Die Ausstellungsstücke im Nostalgie-Museum werden nach dem Rotationsprinzip laufend gewechselt, sodass die Besucher regelmäßig etwas Neues zu sehen bekommen“, erklärt Elke Kaeding. „Wir werden neben der Automobiltechnik auch Themen wie Schifffahrt und Luftfahrt aufgreifen und dabei besonders deren Anfänge und regionale Anknüpfungspunkte darstellen.“

Im Foyer des NostalgieMuseums soll sich eine kompakte Dauerausstellung der Okeler Dorf- und Vereinsgeschichte widmen. Daran schließt sich das Café an, das nicht nur für die Oldtimerfreunde dasein soll. Vor allem Gäste sowie Fahrradreisende hat das Ehepaar dabei als Zielgruppe ausgemacht. Selbstredend ist auch das Interieur des Cafés ein Historisches: Jugendstil- und Bauernmöbel sorgen für ein gemütliches Ambiente.

„Wir wollen Okel mit dem Nostalgie-Museum einen Impuls geben, einen Treffpunkt für die Bürger schaffen und letztendlich auch ein Highlight innerhalb des touristischen Standortmarketings der Stadt Syke etablieren“, fasst Wolfgang Kaeding zusammen. „Wir sind außerdem noch auf der Suche nach Mitstreitern, die aus ihrem privaten Fundus für einen begrenzten Zeitraum Ausstellungsstücke zu technischen Themen und zur Okeler Heimatgeschichte beisteuern können. Für alles haben wir ein offenes Ohr.“

Infos und Kontakt zum Musem gibt es unter 04242/1222 oder im Internet.

Mehr gibt es auch online: www.nostalgie-museum-syke.de

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