Krimi-Lesung mit Autor und Förster Christian Oehlschläger

Tod am Hochsitz

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Vor einem „virtuellen Wald“ lesen Christian Oehlschläger (l.) und Ulrich Hilgefort in der Bibliothek aus der Kurzgeschichten-Sammlung „Auf trügerischer Spur“. 

Syke - Von Horst Meyer. Der von vielen erhoffte Regen brachte die Planungen zur Syker Literaturwoche am Donnerstag durcheinander. Bibliotheksleiterin Jutta Behrens begrüßte eine stattliche Anzahl von Krimifans statt in der Wolfsschlucht nun in der Stadtbibliothek. Als Entschädigung spendierte sie das Glas Wein in der Pause zur Freude der Besucher auf Kosten des Hauses.

Auch „Krimi-Förster“ Christian Oehlschläger bedauerte den Wechsel. Seine Geschichten aus Wald und Feld hätten gut in die Natur gepasst. „Ich hätte auch einige Wolfsgeschichten im Repertoire. Hat eigentlich schon einmal ein Wolf die Wolfsschlucht gesehen?“, fragte er ins Publikum. „Nie“, antwortete spontan Sykes Revierförster Heinz-Dieter Tegtmeier, der sich die Lesung seines Berufskollegen nicht entgehen lassen wollte.

Aber auch unter den geänderten Rahmenbedingungen hatte der Autor mit Roll-Ups im Hintergrund und angemessener Beleuchtungstechnik eine Illusion von Wald geschaffen. Zusammen mit seinem Lektor Ulrich Hilgefort trug er Kurzgeschichten aus seinem aktuellen Werk „Auf trügerischer Spur“ vor.

Seine Geschichten spielen da, „wo ich mich auskenne, also in der Natur“, gesteht der Autor in der anschließenden Fragerunde. Seit mehr als 30 Jahren schreibt er Kurzgeschichten und Romane. In der Regel mit kriminellem Hintergrund. „Im Laufe der Jahre wurden die Geschichten blutrünstiger, fieser und hintergründiger“, beschreibt er seine Entwicklung.

Im Hauptberuf als Leiter der Bezirksförsterei Großburgwedel in der Region Hannover tätig, verlegt er seine Tatorte gerne auch in dieses Umfeld. Seine Roman-Protagonisten Robert Mendelski und Maike Schnur von der Kripo in Celle ermitteln an Orten, „die man auf Google Maps nachvollziehen kann“, erläutert Oehlschläger.

Abwechselnd tragen der Autor und sein Freund und Lektor Ulrich Hilgefort zunächst die Kurzgeschichte „Kalt“ vor. Darin hat sich das Ehepaar Gero und Irina Becker im Laufe der Jahre auseinander gelebt. Gero frönt der Jagd und nutzt seine Freizeit für eine Affäre mit einer Auszubildenden. Irina sinnt auf Rache. Sie sieht ihre Chance gekommen, als Gero an einem Winterabend bei minus 20 Grad auf die Pirsch geht. Sie füllt ihm Schlaftabletten in den Tee und versteckt seinen Mantel – in der Hoffnung, dass er auf dem Hochsitz einschläft und dann erfriert.

Eine Freundin überbringt ihr die Todesnachricht am nächsten Morgen, noch vor der Polizei. Als diese ihr mitteilt, dass Gero beim Aufstieg auf den Hochsitz von der Leiter gefallen ist und dabei zu Tode kam, muss sie den verräterischen Tee verschwinden lassen. Das gestaltet sich nicht so einfach, zumal der Polizeibeamte, der aussieht wie Antonio Banderas, es ihr nicht so leicht macht.

Das Ende blieb bei dieser und den weiteren Geschichten offen. „Ihr sollt ja schließlich die Bücher auch kaufen“, sagte Oehlschläger. Die Gelegenheit dazu bot sich im Anschluss. Jutta Behrens hatte vorgesorgt. Mehrere Exemplare der verschiedenen Werke wechselten die Besitzer.

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