Hochbetrieb auf heimischen Heidelbeerplantagen/Ernte bisher zufriedenstellend/Einst Import aus Amerika

Ein kleines blaues Kraftpaket

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Hochbetrieb auf den Plantagen von Heinrich Thiermann in Scharringhausen: 500 Erntekräfte sind dort zurzeit im Einsatz und erleben im besten Sinne des Wortes ihr blaues Wunder.

Landkreis Diepholz - Von Dieter Niederheide. Es ist Heidelbeerzeit. Die kleine blaue Beere gilt als ein wahres Kraftpaket, reich an wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen oder Fruchtsäuren. Ihr wird nachgesagt, dass sie die Gehirnleistung steigern kann oder bei einigen Krankheiten lindernd wirkt. Regional tritt die Beere unter verschiedenen Namen auf. Mal als Bickbeere, mal als Schwarzbeere, als Blaubeere oder von ihrem natürlichen Ursprung her als Waldbeere.

Stammt sie von den Plantagen, handelt es sich um die Kulturheidelbeere. Sie wurde vor etwa 100 Jahren in Amerika kultiviert und „wanderte“ später nach Deutschland ein.

Auf den Plantagen des Landkreises herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb, geerntet werden kann allerdings bis in den Oktober. Heinrich Thiermann (Spargelhof Thiermann in Scharringhausen) wie auch Walter Nüstedt (Erdbeerhof Bassum-Döhren) sind sich einig, dass die Heidelbeeren in diesem Jahr aller Voraussicht nach eine ertragreiche Ernte bescheren.

Heinrich Thiermann im Gespräch mit unserer Zeitung: „Fruchtqualität und Geschmack sind vom Feinsten.“ Auf seiner Heidelbeer-Anbaufläche (über 100 Hektar auf unbelasteter Moorlandschaft) sind zurzeit rund 500 Pflücker zwischen den Sträuchern mit den blauen Beeren im Einsatz. Ihre Tagesleistung liegt zwischen 50 und 60 Kilogramm. Seit 1988 gehört die Heidelbeere zu den Anbauprodukten von Thiermann.

Auch auf dem Hof von Walter Nüstedt in Bassum-Döhren gedeiht auf etwa fünf Hektar Fläche die Kulturheidelbeere auf leicht moorigem Boden. „Die Heidelbeere ist eine robuste Frucht, die bezüglich Witterung einiges vertragen kann“, sagt Walter Nüstedt. Die Sträucher können etwa 70 bis 80 Jahre alt werden.

Einig sind sich die beiden Firmenchefs auch darin, dass die Heidelbeere in Deutschland bei der Bevölkerung immer beliebter wird. Thiermann: „Sie hat keinen Stiel, keinen Kern, man muss sie nicht schälen, einfach waschen und in den Mund stecken.“

Walter Nüstedt ist überzeugt, dass die Nachfrage nach der blauen Beere in Deutschland weiter ansteigt. Und wie schmecken die Beeren Heinrich Thiermann am besten? Er verrät: „Am liebsten schon morgens mit Joghurt, das ist ein guter Einstieg in den Tag.“ Walter und Annegret Nüstedt: „Gerne mit Sahne, Quark, Vanilleeis oder auf dem Pfannkuchen.“ Ein weiterer Vorteil der Kulturheidelbeere ist, dass es nach ihrem Genuss weder eine blaue Zunge noch blaue Zähne gibt. Während die Heidelbeeren aus Scharringhausen zu 95 Prozent an Lebensmittelmärkte in Deutschland geliefert werden, ist das Absatzgebiet der Früchte aus Bassum- Döhren vornehmlich die Region und Bremen.

Nicht zu vergessen die Selbstpflücker zwischen den Sträuchern in Döhren: Walter Nüstedt schätzt, dass es an manchen Vormittagen bis zu 150 Frauen und Männer sind, die sich die Beeren selber pflücken. Nicht beliebt bei ihm sind die gefiederten Selbstpflücker, Vogelschwärme, die wenn man nicht aufpasst, zu Hunderten über die Sträucher herfallen.

Wer sich morgens zum Frühstück etwas ganz Besonderes gönnen möchte, sollte folgendes Rezept für einen Lila Smoothy ausprobieren:

100 Gramm frische Heidelbeeren, drei große Salatblätter (ersatzweise 1/4 Gurke, ungeschält), 250 Milliliter Milch, 1 Esslöffel Honig, 1 Prise Chilipulver

Heidelbeeren, die zerpflücken Salatblätter (oder die grob gewürfelte Gurke) mit der Milch in den Standmixer geben. Honig und Chilipulver dazu, eine Minute auf Höchststufe mixen.

Veganer nehmen statt der Milch einfach Soja-Milch, Wasser oder Melissentee.

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