Vom Abriss bedroht

Altes Pfarrhaus Barrien: Immer noch kein Retter in Sicht

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Nach wie vor vom Abriss bedroht: Das Alte Pfarrhaus in Barrien.

Barrien - Von Michael Walter. Es ist ruhig geworden um das Alte Pfarrhaus. Anfang des Jahres schlugen noch regelrechte Wellen der Empörung durch den Ort, als publik wurde, dass der Kirchenvorstand ernsthaft über einen Abriss nachdenkt. Jetzt ist das Thema praktisch komplett aus der öffentlichen Diskussion verschwunden. Das hat nicht zuletzt etwas mit Johann Hüneke zu tun.

Der ehemalige Gesseler Ortsbürgermeister war einer der engagiertesten Verfechterfür den Erhalt des historischen Fachwerkgebäudes. Und dann wurde er krank: Massive Herzprobleme. „Ich bin seit Monaten vor allem mit mir selbst beschäftigt“, sagt er. Seit März war Hüneke nicht mehr in der Lage, in Sachen Altes Pfarrhaus initiativ zu werden. „Das hab ich mir auch anders vorgestellt. Aber da kann man nix machen.“

Hüneke ist jedoch nach wie vor überzeugt: Ein Abriss wäre ein Fehler. „Ich verstehe diese Kirchenleute nicht“, sagt er. „Der Zustand des Gebäudes ist bei weitem nicht so schlecht, dass es nicht noch nutzbar wäre.“

Das hat der Barrier Kirchenvorstand auch nie bestritten. Er verweist jedoch von Anfang an auf Aussagen der Landeskirche, die da lauten: Baut die Barrier Kirchengemeinde ein neues Gemeindehaus, gibt es keinen Cent mehr für den Unterhalt des Alten Pfarrhauses. Am Neubau führe jedoch kein Weg vorbei. Und beides könne die Gemeinde nicht finanzieren. Auf nähere Nachfragen dazu haben die Barrier immer nur ausweichende Antworten bekommen.

So sah das Alte Pfarrhaus vor dem Teilabriss 1967 aus. Diese Aufnahme enstand aus der entgegengesetzten Perspektive, also mit der Kirche im Rücken. Der vordere Teil des Gebäudes existiert heute nicht mehr – dort befindet sich der Parkplatz.

„Da hüllt sich die Kirche auch in Schweigen“, sagt Christiane Palm-Hoffmeister. Auch sie tritt vehement für den Erhalt des Alten Pfarrhauses ein. Gleichzeitig geht es ihr aber auch nicht anders als ihren Mitstreitern. „Johann Hüneke war die treibende Kraft. Alle anderen sagen: Ja, aber ich bin zu alt, ich kann das nicht.“ Alle seien sich bewusst, dass der Erhalt des Alten Pfarrhauses im Grunde nur über einen Förderverein funktionieren könne. „Es gibt aber niemanden, der sich dafür zur Verfügung stellen würde.“

Sie selbst nimmt sich da gar nicht aus. „Ich habe mir selbst auferlegt: Nicht noch einen Verein! Ich habe Rüttelschuh, ich habe den Förderverein für die Wassermühle, ich habe mich beim Hallenbad mit reingehängt. Man kann nicht auf tausend Hochzeiten tanzen.“ Palm-Hoffmeister setzt auf die Stadt. „Ich erwarte eigentlich, dass die sich mal äußert.“

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