Himmlisch!

Louise Sen und Gudrun Wagner lassen musikalische Schätze erklingen

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Harfenistin Louise Sen und Gudrun Wagner an der Flöte begeisterten im voll besetzten Konzertsaal der Kreissparkasse.

Syke - Von Angelika Kratz. Man muss nicht im Himmel sein, um Harfenklänge und Flötentöne in wunderschöner Form zu erleben. Die Wolke sieben für alle Musikfans gab es am Samstagabend im Konzertsaal der Kreissparkasse Syke mit Louise Sen (Harfe) und Gudrun Wagner (Flöte).

Die anfängliche Skepsis, mit einem „Nischenprodukt“ nur wenige Sitzreihen füllen zu können, verflog bei Jürgen Lohmeyer von der Kulturinitiative „JFK“ bei der Begrüßung eines bestens gefüllten Konzertsaals. Teils unbekannte Komponistinnen und ihre männlichen Zeitgenossen hatten Gudrun Wagner und Louise Sen mitgebracht und öffneten bei der Zusammenstellung des wunderbar entspannenden Programms viele verborgene Schubladen mit ihren selten zu Gehör gebrachten Schätzen.

Den Auftakt bildete Maria Theresia von Paradis (1759 bis 1824) mit „Sicilienne“. Die in frühen Kinderjahren erblindete Pianistin und Komponistin genoss zu ihrer Zeit besonders in Wien einen hervorragenden Ruf. Ihr folgte die Sonate F-Dur von Anna Amalia von Preußen (1723 bis 1787), der jüngsten Schwester von Friedrich dem Großen. Sie begegnete Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788), dem berühmtesten der Bachsöhne. Dessen Hamburger Sonate G-Dur bestätigte den vielen Zuhörern ebenfalls, wie gut die Entscheidung gewesen war, die gemütliche Couch daheim zu verlassen.

Über Cécile Chaminade (1857 bis 1944) gibt es das Zitat „Dies ist keine komponierende Frau, sondern ein Komponist, der eine Frau ist“. Sie galt als Wunderkind ihrer Zeit und reiste bereits mit acht Jahren in die USA. Trotz ihrer außergewöhnlichen Klavierkompositionen ist Cécile Chaminade in Vergessenheit geraten, aber das Flötenstück „Pastorale enfantine“ blieb erhalten.

Werke erklärt

„In a Landscape“ heißt das Stück von John Cage, in dem sich die Konzertharfe als Solistin vorstellen durfte. Louise Sen erklärte zuvor ihr imposantes und mit wunderschönen Verzierungen geschmücktes Instrument.

Im Anschluss ertönte auch die Querflöte von Gudrun Wagner als Solo mit zauberhaften „Winter Spirits“ von Katherine Hover (geb. 1937). Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) beendete den ersten Programmteil, Carl Philipp Emanuel Bach eröffnete den zweiten Part.

In der Pause war das von Flötistin Gudrun Wagner geschriebene und illustrierte Kinderbuch „Die kleine Mondnase“ der große Renner. „Ausverkauft“ hieß es sehr schnell, aber ein frisch gebackener Opa konnte sich gerade noch ein Exemplar der Traumgeschichte von Tom und Lule sichern.

Vom leeren Büchertisch zurück auf die Bühne ging es mit faszinierenden Tönen von Harfe und der Altflöte mit Arvo Pärt (geb. 1935) und seiner Komposition „Spiegel im Spiegel“ weiter. Die „Klänge des Waldes“ von Sofia Gubaidulina (geb. 1931) übernahmen wieder die hellen Flötentöne und ließen den Frühling mit seinem überschwänglichen Vogelgesang erahnen.

Immer wieder gab es vom Duo die nötigen Informationen zum besseren Verständnis mit kurzen Fakten zu Komponisten und ihren Werken. Gudrun Wagner und Louise Sen haben ein gutes Stück dazu beigetragen, Harfe und Querflöte als Kombination ins Herz zu schließen. „Warum landen so wunderschöne Stück in dunklen Schubladen und werden darin vergessen?“, wird sich sicherlich so mancher im Publikum zum Abschluss eines gelungenen Konzertes gefragt haben.

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