Gartenkultur-Musikfestival-Konzert zieht um

Der Himmel öffnet die Pforten – Vehrings auch

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Natalee Jeremic (l.) und Felicity Broome-Skelton begeisterten diesmal in der Vehringschen Diele. 

Henstedt - Von Angelika Kratz. Über einen Regenguss freut sich jeder Gartenbesitzer. Aber wenn sich zum Gartenkulturfest unaufhörlich die dicken Wolken öffnen und Wege zu einem Matschparcours werden, schauen die Gastgeber der offenen Gärten in der Regel traurig zum Himmel. So auch Vera und Fritz Vehring in Henstedt, die sich auf viele Besucher eingestellt hatten, am Sonnabend aber mit einer stark verminderten Anzahl vorliebnehmen mussten.

Seitdem das Gartenkulturfest ins Leben gerufen wurde, ist das Ehepaar nun zum 14. Mal mit dabei. Ihr riesiges Anwesen in Henstedt erscheint dabei stets wie eine heile Welt. Trotz des Schietwetters genossen die Gäste den ausgiebigen Gang, um in der Natur die Seele baumeln zu lassen. „Wunderschön! Und schau mal dort, die Kürbisse“, freute sich eine ältere Dame über die Artenvielfalt in Form diverser Sorten Obst, Gemüse und Blumen. Vermeintlich mit leichter Hand, bei genauem Hinschauen aber dann vielmehr dank bewundernswerter Fachkenntnis haben Fritz und Vera Vehring einen Zier- und Nutzgarten in der Tradition alter Bauerngärten angelegt.

Wetter verlangt spontanen Umbau

Im Zentrum stehen reetgedeckte uralte Fachwerkhäuser, umgeben von Wegen aus dickem Kopfsteinpflaster, das sich in kleinerer Körnung bis in die Diele des Haupthauses zieht. Ehrfurcht, Respekt und Liebe zu uralten Dingen beweisen Vehrings mit dem fast schon künstlerischen Arrangement aus verwitterten Balken, ausrangierten Zaunteilen, kleinen Holzscheiben mit abgelöster Rinde und gestapelten Blumentöpfen im Spinnwebenschleier.

„Sich Zeit nehmen“, riet der Aufdruck eines Schildes am Eingang, denn die Fülle verschiedener Blickwinkel muss der Besucher in Vehrings Garten erst einmal verarbeiten. Zum Genießen luden die vielen malerischen Sitzplätze ein, leider nur mit nassem Polster. Der wetterfesten Bildhauerkunst des Hausherrn und einiger seiner befreundeten Kollegen machte der Regen nichts aus. Ein gewaltiger roter Kuhkopf schaute selbstbewusst in den grauen Augusthimmel und zeigte ihm seine weißen Hörner. Tief flogen die Schwalben und zeugten als weiteres Indiz von einem intakten Miteinander von Mensch und Natur.

Der klangvollen Kultur wurde indes auf der Diele eine trockene Bühne geboten. Viele Stühle wurden zusammengestellt, es gab Kaffee, Tee und selbst gebackenen Kuchen zum Konzert. „Sicherlich ist hier drinnen die Akustik besser als im Garten“, gewann Gastgeberin Vera Vehring dem spontanen Umbau etwas Positives ab.

Violinkonzert verbindet Jahrhunderte

Schwiegertochter Natalee Jeremic und ihre Kollegin Felicity Broome-Skelton luden mit einem Konzert für zwei Violinen zu einem musikalischen Erlebnis für die Ohren ein. Felicity Broome-Skelton wurde in London geboren, absolvierte ihr Musikstudium mit Auszeichnung an der Universität von Southampton. Natalee Jeremic hat ihre Wurzeln in Melbourne, Australien, und studierte dort Violine. Beim Masterstudium in London lernten sich die jungen Frauen schließlich kennen. Ihr Violinenkonzert mit Stücken der Komponisten Arthur Honegger Charles-Auguste de Bério, Georg Philipp Telemann, Margaret Sutherland und Alan Rawsthorne spannte einen Rahmen zwischen zwei Jahrhunderten.

Aber nicht nur die Ohren wurden wunderbar bedient, auch die Augen hatten mit der Bühne aus dem Jahr 1773, der Zeit von Georg Philipp Telemann, den schicken langen Kleidern der Violinistinnen und der Sammlung uralter Dinge gewaltig was zu tun.

Harmonische Geigentöne, ein Haus mit Geschichte und einem traumhaften Garten sowie nette Gespräche am Rande waren am Ende die Zutaten, mit dem das verregnete Wochenende doch noch gut verlief.

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