„Walter hätte es nicht anders gewollt“

Hilgenfeller Theatermakers spielen ab 16. Januar wieder – wenn Corona es erlaubt

Turbulente Proben: Die Hilgenfeller Theatermakers freuen sich auf die Premiere ihres Stückes „Mien Fro hett’n Brögam“ am 16. Januar.
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Turbulente Proben: Die Hilgenfeller Theatermakers freuen sich auf die Premiere ihres Stückes „Mien Fro hett’n Brögam“ am 16. Januar.

Heiligenfelde – Ein Jahr Corona-Zwangspause hat die Spielfreude der Hilgenfeller Theatermakers auf der Bühne im Dorfgemeinschaftshaus nicht bremsen können. Und hunderte von Fans drücken ihnen die Daumen, dass es ihnen vergönnt ist, am 16. Januar mit der Premiere die Theatersaison zu eröffnen und durchzuspielen.

Mit dem Schwank „Mien Fro hett’n Brögam“ (Autoren Otto Schwarz und Georg Lengbach) hat das Regisseurenteam Petra Bothe und Klaus Neddermann ein Werk gefunden, das auf die Darsteller der Theatermakers zugeschnitten zu sein scheint. Es stellt an das Team auf der Bühne und an die Regisseure hohe Anforderungen. Die Proben sind voll im Gange.

Bleiben wir zunächst bei den Darstellern: ein Mix aus bühnenerfahrenen Routiniers und Debütanten, die ihr Publikum noch erobern wollen. Dazu gehören Ann-Kathrin Seedorf, ihr Vater Ralf Seedorf und Christoph Teske. Sie dürfen sich anlehnen an die junggebliebenen „alten Bühnenhasen“ wie Renate Mildner, Elke Reitmeier, Heiner Bothe oder Sarah Schmale. Die Bühnenneulinge mögen sich trösten: Lampenfieber gehört dazu.

Plattdeutscher Dreiakter „Mien Fro hett’n Brögam“

Der plattdeutsche Dreiakter „Mien Fro hett’n Brögam“ hat es an urkomischen Szenen, Verwirrungen und Dialogen in sich. In den Mittelpunkt rücken Schriftstellerin Hella (von Sarah Schmale gespielt) und ihr Mann, der Arzt Dr. Theodor Schröder (Tom Renken), die monatlich einen Scheck von den Verwandten in Amerika bekommen, der ihre Finanzlage verbessert. Es lebt sich damit gut, bis aus Amerika die Nachricht kommt, dass die Verwandten anrücken. Und damit beginnt das Theater...

Dass die Vorbereitungen alles andere als normal waren, bestätigt Klaus Neddermann, der sich auch in diesem Jahr mit Petra Bothe den Regiestuhl teilt. Da die Aufführungen im vergangenen Jahr ausgefallen waren, trug das Ensemble das Stück quasi ein ganzes Jahr lang mit sich herum.

Mitglieder sind „abgesprungen“

Ein Vorteil: Für das Lernen der Texte blieb viel Zeit. Ein Nachteil: Der Gruppe sind aus unterschiedlichen Gründen mehrere Mitglieder „abgesprungen“, erzählt Neddermann. Das führte dazu, dass insgesamt fünf Rollen neu verteilt (und gelernt) werden mussten.

Corona drückt natürlich auch in Heiligenfelde den Vorbereitungen seinen Stempel auf. Regisseur Neddermann kann sich kaum erinnern, dass das Ensemble mal wirklich vollständig war – mal war jemand in Quarantäne, mal fehlte ein PCR-Test. Zeitweise übernahm Neddermann das Vorlesen von drei (abwesenden) Rollen in den Proben.

Für die Aufführungen im Januar und Februar aber soll alles laufen. „Ich bin ja grundlegend optimistisch“, sagt Neddermann. Die Truppe will raus, sie will spielen. „Wenn’s uns nicht verboten wird. Ein zweites Jahr nicht zu spielen, ist für uns keine Option.“

Termine auch für Nicht-Geimpfte

Die Theatermakers machen sich dabei durchaus darauf gefasst, dass die Zuschauerzahlen vergangener Jahre nicht erreicht werden. Ausdrücklich haben sie sich an drei Terminen – dem 29. Januar, 5. Februar und 12. Februar – für Vorstellungen unter 3G-Bedingungen entschieden, um pro Aufführung maximal 25 Nicht-Geimpften die Gelegenheit zu einem Theaternachmittag zu geben. Die anderen fünf Termine laufen unter 2G. Wer Karten kauft, hinterlässt in diesem Jahr seine Kontaktdaten. Das macht auch eine Rückgabe der Kartenpreise problemlos möglich, falls es doch ein coronabedingtes Spielverbot geben sollte.

Noch ein zweites Ereignis neben Corona hat im Ensemble eingeschlagen: der kürzliche Tod von Walter Wichmann. „Es gibt keinen, der so sehr mit der Theatergruppe gleichzusetzen ist wie er“, sagt Neddermann. Er selbst habe leider nicht mehr mit ihm auf der Bühne stehen können, „auch wenn das immer mein Plan war“.

Wichmann gestaltete Gruppe

Über Jahrzehnte hatte Wichmann die Geschicke der Gruppe maßgeblich gestaltet. „Er kam auch in den letzten Jahren nach den Aufführungen noch hinter die Bühne. Auch als es ihm schon schlechter ging.“ Nun werde er von oben zuschauen, sagt der Regisseur – und vermutet: „Jetzt baut er wohl da oben seine neue Theatergruppe auf.“

Auch nach Wichmanns Tod macht die Gruppe weiter. Natürlich. „Walter hätte es nicht anders gewollt.“

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