Beratung grundsätzlich nur am Telefon

Diakonie führt Sozialarbeit fort: Hilfe mit Hindernissen

Können zurzeit nicht so, wie sie gern wollen würden: Katrin Moser (links) und Christiane Beneke sind Sozialarbeiterinnen bei der Diakonie. In Zeiten der Kontaktbeschränkung können sie ihre Beratungsangebote nur eingeschränkt aufrecht erhalten. Das gilt besonders für die Gemeinwesenarbeit. Auf dem Foto stehen sie vor einer Karte der Syker Neustadt, in der Christiane Beneke sonst hauptsächlich unterwegs ist. Foto: Michael Walter

Syke - Von Michael Walter. Hellsehen müsste man können, dann wäre vieles ganz einfach. Persönliche Beratungsgespräche am Telefon zum Beispiel. Bei Katrin Moser schlagen da die sprichwörtlichen zwei Herzen in der Brust. Auf der einen Seite ist sie froh, dass sie ihren Klienten überhaupt helfen kann. Auf der anderen Seite: Am Telefon bleibt das eine Krücke.

Katrin Moser arbeitet als Sozialarbeiterin bei der Diakonie. Ihr Job ist Zuhören und Helfen. In ganz vielen verschiedenen Bereichen. Moser berät Menschen mit psychischen Problemen, vermittelt Leute mit mehr Schulden als sie stemmen können an die Schuldnerberatung und hilft bei Fragen von Transferleistungen. Wenn zum Beispiel jemand Probleme mit dem Jobcenter hat oder die Unterlagen nicht versteht. In jüngster Zeit auch verstärkt Eltern, die Schwierigkeiten mit ihren Teenagern haben, weil allen zuhause die Decke auf den Kopf fällt – Lagerkoller.

All das passiert normalerweise im direkten Gespräch. Im Augenblick aber grundsätzlich per Telefon. Bis es neue Kontaktvorgaben gibt.

Das funktioniert – aber nur mit Abstrichen. „Ich hab im direkten Gespräch eine viel bessere Einschätzung der Person“, erklärt Katrin Moser. „Wie ist der drauf? Was macht der? Ist der hektisch oder nicht? Gestik und Mimik sagen da sehr viel aus. Gerade bei psychosozialer Beratung ist das extrem wichtig. Das kriegst du am Telefon aber alles nicht mit. Im direkten Gespräch kann ich auch ganz anders nachfassen oder mal ‘ne Pause aushalten. Aber wenn dein Klient am Telefon weinend auflegt, dann ist der erstmal weg!“

Moser hat auch beobachtet: Am Telefon sind die Leute oft viel aggressiver. „Die kommen sehr ungehemmt rüber. Fast alle sind ein bisschen in Brass und dünnhäutig. Oft sitzt dahinter viel Frust. Das muss erstmal alles raus. Erstmal meckern! Im persönlichen Gespräch kann man sowas viel besser abfedern.“

Weit schwieriger als für Katrin Moser ist die Situation für ihre Kollegin Christiane Beneke: Sie ist für das Thema Gemeinwesenarbeit zuständig. Das bedeutet grob gesagt: Die Leute dazu zu bringen, ihr eigenes Lebensumfeld wieder selber zu gestalten. Ihr Schwerpunktgebiet ist die Syker Neustadt. Und ihre Arbeit funktioniert zum überwiegenden Teil über den direkten Draht zu den Leuten.

„Es geht im Prinzip darum, die Menschen wieder zusammenzuführen und funktionierende Nachbarschaften aufzubauen. Da hatten wir schon eine ganze Menge erreicht. Das liegt jetzt alles wieder brach“, erklärt sie. „Im Moment verschicken wir Postkarten, um überhaupt in Kontakt zu bleiben.“

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